Samstag, 24. Januar 2026

„Nachdem ihr letzter Einsatz in einer Tragödie endete, soll Scharfschützin Nell Gallows in die Spezialeinheit Malum versetzt werden. Die Soldaten dieser Truppe sind bekannt dafür, nur die gefährlichsten Einsätze zu übernehmen – und Neuzugängen das Leben zur Hölle zu machen. Was also tun, wenn bald die Qual beginnt? Eine letzte Nacht der Freiheit! Doch der Unbekannte, mit dem Nell sie verbringt, ist ausgerechnet der Mann, den sie am meisten fürchten sollte: Bradshaw, ihr künftiger Vorgesetzter. Bradshaw ist grausam und gnadenlos – und dennoch ist da etwas, das die beiden magnetisch zueinander zieht.“

- Beschreibung des Verlags -

Wahnsinn, was war das bitte für eine geniale Geschichte! Eigentlich hatte ich dieses Buch erst gar nicht auf dem Schirm, musste es dann aber einfach lesen, weil es so oft weiterempfohlen wurde. Wie bin ich froh, dass ich das getan habe, denn hiermit habe ich mein erstes Highlight für dieses Jahr gefunden.

In diesem Dark Military Romance Roman bekommt man es mit zwei wirklich durchgeknallten und doch großartigen Protagonisten zu tun, die einerseits absolute Psychopathen sind, andererseits aber auch zutiefst gebrochen und im Verlauf der Geschichte immer mehr ihre Menschlichkeit durchblitzen ließen. Diese treffen bereits ziemlich früh aufeinander, wobei es nach noch nicht einmal fünfzig Seiten direkt ziemlich heiß zwischen den beiden hergeht und wow, was war das für eine knisternde Chemie und prickelnder Spice. Ich war jedenfalls direkt drin in der Geschichte und konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. 

Kurz darauf kam dann auch noch das Militär-Setting dazu, in welchem sich Nell beweisen und gleichzeitig Bradshaws Psychospielchen, die auch mal blutig und brutal werden konnten, stellen musste. Als es dann zum ersten richtigen Einsatz kam, wurde die Geschichte so richtig spannend, denn neben der knisternden, erotischen Anziehung zwischen Nell und ihrem Kollegen, wurde es auch noch richtig gefährlich und brutal. Schnell war der Spaß vorbei und die beiden mussten um ihr Überleben kämpfen. Dabei wurde das Militär selbst nicht romantisiert, sondern einfach knallhart aufgezeigt, wie schlimm es Soldaten wirklich ergeht. Gleichzeitig hat es die Autorin geschafft, ohne Verluste genau drauf zu halten, wenn verletzt und gemordet wird. Eine Realität, die so oder so ähnlich sicher existiert und von der ich mich absolut distanziere, die ich aber auch durchaus verstehen kann. Dazu kamen zahlreiche Wendungen und Überraschungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte, wozu auch Verrat gehört und Tote gibt es auch nicht wenige, sogar von einigen mehr oder weniger liebgewonnenen Charakteren musste ich mich verabschieden und das hat mich wirklich fertig gemacht. Das Ende dann war super emotional, hat mich aber auch zufrieden zurückgelassen.

Ansonsten kann man sich bei diesem Roman auf ziemlich viele witzige und gleichzeitig auf unterhaltsame Weise bekloppte Momente freuen, auf kreativ geschriebene, prickelnde, aber auch teils skurrilen Sexszenen, wobei Nell und Bradshaw anfangs noch eine gewisse Hassliebe verbindet, aber auch eine gewisse Tiefgründigkeit, die ich bei diesem Roman so gar nicht erwartet hätte. Überhaupt ist hier vieles anders, als man von Dark Romance gewohnt ist und gleichzeitig ist die Geschichte genau das, dark, brutal und sexuell aufgeladen.

Alles in allem habe ich dieses Buch einfach nur geliebt, denn dieses erzählt die außergewöhnliche, fast schon kranke Liebesgeschichte zwischen zwei sehr besonderen, starken und doch gebrochenen Charakteren. Die Geschichte ist zudem super spannend, knisternd und auf ihre ganz eigene Weise sogar extrem emotional. Kindern und Jugendlichen unter achtzehn Jahren kann ich aber dennoch nur raten, Finger weg, denn das hier ist Feuer pur und daran verbrennt man sich zu schnell.

Donnerstag, 22. Januar 2026

Band 1: The Pawn and The Puppet
Band 2: The Master and The Marionette
Band 3: The Puppeteer and The Poisoned Pawn
Band 4: The Doll and The Domination
Band 5: The Fortress and The Figurine
Band 6: The Clock and The Carnival (September 26)

„Als Skylenna, Dessin und ihre Freunde einen entscheidenden Fehler an Bord eines feindlichen Kriegsschiffs machen, landen sie in den höllischen Käfigen des Vexamen-Gefängnisses. Dort gibt es alles, von Vergnügungshaus-Nächten bis hin zu öffentlichen Hinrichtungen. Was passiert, wenn Patient Dreizehn nicht der einzige Großmeister ist, der das Spiel genießt?
Lerne Kaspias Valdawell kennen, den Zwillingsbruder von Kane, aufgezogen von den wahnsinnigen Führern der Vexemen, um den perfekten Kommandanten zu erschaffen. Er ist der ultimative Aufseher für seine besonderen Insassen.
Während ihres Aufenthalts kämpfen Dessin und Skylenna darum, ihre Familie zu schützen, Skylennas neue Fähigkeiten im Kampf zu verstehen und den bedrohlichen Methoden ihrer neuen Gefangenschaft zu widerstehen.
Werden sie Zeit haben, um eine große Flucht zu planen? Oder wird diese grausame Gefangenschaft das geschickteste Spiel von Patient Dreizehn dominieren und sie zu gehorsamen Puppen in einem Zirkus machen?“

- Beschreibung des Verlags -

Diese Reihe macht mich echt fertig. Nicht, weil sie besonders großartig, aber auch nicht, weil sie schlecht wäre, sondern weil sie mich echt ratlos zurücklässt. 

Während Band eins und zwei komplett und Band drei noch zum größten Teil aus Skylenna's Sicht erzählt wurden, so wurde dieser hier aus gleich sechs Perspektiven erzählt, nämlich aus denen aller Sechs, die sich am Ende vom dritten Band nach Vexamen aufgemacht haben. Damit lernt man schon einmal die vier besser kennen, in denen es dann im fünften Band gehen wird, allerdings waren die Perspektivwechsel manchmal auch etwas verwirrend. 

Die Geschichte selbst war im Grunde großartig, sehr kreativ und komplex konstruiert, zudem wahnsinnig intensiv, düster, emotional und spannend. Gerade die noch immer wachsende Freundschaft zwischen den sechs Charakteren und die sich entwickelnden Liebesgeschichten zwischen Ruth und Warrose als auch Marilynn und Niles fand ich sehr schön. Doch leider hat diese übertriebene Brutalität, die wirklich sehr plastisch und explizit dargestellt wurde, mir persönlich zu viel. Außerdem wurden so viele und lange Gewaltszenen eingewebt, dass sich die Geschichte zwischendrin wirklich gezogen hat. Trotzdem gab es auch schöne Szenen, viel Liebe, Freundschaft und gegenseitige Unterstützung. Aber auch auf einige Wendungen muss man hier nicht verzichten, denn man wird einige Male überrascht, was die Entwicklung der Geschichte angeht. Und selbst am Ende gab es noch einmal einen richtigen Schock für mich zu verdauen, den es umso schlimmer macht, da der Band, der hierzu vielleicht eine Auflösung bringen könnte, erst Ende des Jahres erscheint. 

Die Charaktere habe ich mit diesem Band nun endgültig ins Herz geschlossen, denn diese sind zwar allesamt total unterschiedlich, aber dennoch auf ihre jeweils ganz eigene Art super liebenswert. Vor allem sind sie sehr vielschichtig, menschlich, mit Stärken und Schwächen, sie sind aber auch alle in der Lage, Gefühle zu zeigen. Dessin ist dabei nicht das Monster, welches man im ersten Band vielleicht noch erwartet, sondern ein Mann, der wahnsinnig viel durchgemacht hat, ein Krieger mit unendlich viel Herz, der sich nicht zu fein ist, auch einmal Tränen zu vergießen. Skylenna wird immer selbstbewusster und stärker, eine richtige Powerfrau, steht aber nicht mehr unbedingt im Mittelpunkt der Geschichte. Warrose ist ein starker Beschützer, ein treuer Freund und Unterstützer. Nilas hingegen ist pure Freundschaft und Liebe. Er ist extrem witzig und ein Spaßvogel, der die Situation öfter mal etwas aufgelockert hat. Dann ist da noch Ruth, Skylennas Seelenschwester, die sehr zerbrechlich und unschuldig auf mich gewirkt hat und die hier dafür das wohl mit Abstand schlimmste Schicksal erleiden musste. Marilynn ist die neuste Figur in dieser Reihe, aber deshalb nicht weniger interessant. Dennoch konnte ich sie am wenigsten fassen.

Alles in allem ist dieser Band der Reihe der wohl brutalste, aber auch der emotional zerstörerischste. Dennoch war mir die Brutalität einfach zu viel, da diese den größten Teil des Buches einnahm und auch das Ende, mit diesem bösen Cliffhanger, fand ich nicht wirklich befriedigend. Insgesamt hat diese Reihe jedoch etwas, was mich wirklich gepackt und bewegt hat.

Montag, 19. Januar 2026

„Als Romeo Montague die junge Rosaline Capulet zum ersten Mal sieht, ist er sofort verliebt. Die freiheitsliebende Rosaline wiederum ist empfänglich für Romeos Avancen, denn nach dem Tod ihrer Mutter will ihr Vater sie ins Kloster schicken. Romeo bietet ihr die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben.
Doch nach und nach beginnt Rosaline an seinen Versprechungen zu zweifeln. Da richtet sich Romeos Blick auf ihre Cousine, die dreizehnjährige Julia. Allmählich begreift Rosaline, dass nicht nur ihre Zukunft auf dem Spiel steht, sondern Julias Leben.“

- Beschreibung des Verlags -

Ich muss zugeben, dass ich skeptisch war, ob mir dieses Buch gefallen würde, da es sich erstens um eine Neuerzählung von „Romeo und Julia“ handelt, von welchem ich die Originalgeschichte wahnsinnig liebe und zweitens, weil ich nicht so richtig mit dem Gedanken klargekommen bin, dass Romeo hier der Bösewicht sein soll. Letztendlich muss ich sagen, hat es mich dann auch eher zwiegespalten zurückgelassen.

Am Anfang noch war ich relativ erstaunt, wie gut sich die Geschichte weglesen ließ, obwohl der Schreibstil nicht wahnsinnig geistreich wirkte und sich oft am Original abarbeitete. Zudem habe ich mich recht schnell in die Geschichte hineingefunden, mochte Rosaline echt gern und konnte auch ihre Lebensumstände gut nachvollziehen. Das Setting und die Umstände zu dieser Zeit fand ich ebenfalls soweit ganz gut beschrieben und selbst mit der etwas anderen „Nicht“-Liebesgeschichte zwischen Rosaline und Romeo bin ich klar gekommen, solange ich sie komplett unabhängig vom Original betrachtet habe. Doch leider wurde von Seite zu Seite die Geschichte immer abstruser und ideologischer. Zwar verstehe ich, worauf die Autorin hinauswollte und fand auch manche Hinweise und Erkenntnisse durchaus nachvollziehbar, aber ich glaube einfach nicht daran, dass alle Männer, egal ob zu Zeiten Shakespeares, noch heute, einfach nur böse waren, beziehungsweise sind. So aber kommt es in diesem Roman immer häufiger rüber, nur der treue Tybalt scheint ein wahrer Schatz zu sein. 

Ansonsten hatte ich oftmals das Gefühl, dass hier die Originalgeschichte nur umgedreht wurde und ein bisschen was dazu gedichtet. Eigene Ideen haben mir hier und da gefehlt. Selbst bestimmte Zitate wurden übernommen. Auch ist Rosaline zwar echt sympathisch, aber keine feministische Heldin, Julia war extrem auf naiv getrimmt und Romeo hatte keine Facetten. 

Alles in allem hat sich mir beim Lesen dieses Buches immer mehr der Verdacht aufgedrängt, dass die Autorin nur darauf hinauswollte, wie böse Männer doch im Allgemeinen sind und Romeo musste dafür herhalten, zu zeigen, wie sie kleine, unschuldige Mädchen ausnutzen. Trotzdem hatte die Geschichte auch etwas Unterhaltendes an sich und ich habe nie das Gefühl gehabt, es abbrechen zu müssen.