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Montag, 19. Januar 2026

„Als Romeo Montague die junge Rosaline Capulet zum ersten Mal sieht, ist er sofort verliebt. Die freiheitsliebende Rosaline wiederum ist empfänglich für Romeos Avancen, denn nach dem Tod ihrer Mutter will ihr Vater sie ins Kloster schicken. Romeo bietet ihr die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben.
Doch nach und nach beginnt Rosaline an seinen Versprechungen zu zweifeln. Da richtet sich Romeos Blick auf ihre Cousine, die dreizehnjährige Julia. Allmählich begreift Rosaline, dass nicht nur ihre Zukunft auf dem Spiel steht, sondern Julias Leben.“

- Beschreibung des Verlags -

Ich muss zugeben, dass ich skeptisch war, ob mir dieses Buch gefallen würde, da es sich erstens um eine Neuerzählung von „Romeo und Julia“ handelt, von welchem ich die Originalgeschichte wahnsinnig liebe und zweitens, weil ich nicht so richtig mit dem Gedanken klargekommen bin, dass Romeo hier der Bösewicht sein soll. Letztendlich muss ich sagen, hat es mich dann auch eher zwiegespalten zurückgelassen.

Am Anfang noch war ich relativ erstaunt, wie gut sich die Geschichte weglesen ließ, obwohl der Schreibstil nicht wahnsinnig geistreich wirkte und sich oft am Original abarbeitete. Zudem habe ich mich recht schnell in die Geschichte hineingefunden, mochte Rosaline echt gern und konnte auch ihre Lebensumstände gut nachvollziehen. Das Setting und die Umstände zu dieser Zeit fand ich ebenfalls soweit ganz gut beschrieben und selbst mit der etwas anderen „Nicht“-Liebesgeschichte zwischen Rosaline und Romeo bin ich klar gekommen, solange ich sie komplett unabhängig vom Original betrachtet habe. Doch leider wurde von Seite zu Seite die Geschichte immer abstruser und ideologischer. Zwar verstehe ich, worauf die Autorin hinauswollte und fand auch manche Hinweise und Erkenntnisse durchaus nachvollziehbar, aber ich glaube einfach nicht daran, dass alle Männer, egal ob zu Zeiten Shakespeares, noch heute, einfach nur böse waren, beziehungsweise sind. So aber kommt es in diesem Roman immer häufiger rüber, nur der treue Tybalt scheint ein wahrer Schatz zu sein. 

Ansonsten hatte ich oftmals das Gefühl, dass hier die Originalgeschichte nur umgedreht wurde und ein bisschen was dazu gedichtet. Eigene Ideen haben mir hier und da gefehlt. Selbst bestimmte Zitate wurden übernommen. Auch ist Rosaline zwar echt sympathisch, aber keine feministische Heldin, Julia war extrem auf naiv getrimmt und Romeo hatte keine Facetten. 

Alles in allem hat sich mir beim Lesen dieses Buches immer mehr der Verdacht aufgedrängt, dass die Autorin nur darauf hinauswollte, wie böse Männer doch im Allgemeinen sind und Romeo musste dafür herhalten, zu zeigen, wie sie kleine, unschuldige Mädchen ausnutzen. Trotzdem hatte die Geschichte auch etwas Unterhaltendes an sich und ich habe nie das Gefühl gehabt, es abbrechen zu müssen. 

Mittwoch, 7. Januar 2026

Band 1: Die Bücher, der Junge und die Nacht
Band 2: Die Bibliothek im Nebel
Band 3: Das Haus der Bücher und Schatten
Band 4: Das Antiquariat am alten Friedhof

„Sankt Petersburg, 1917. Der junge Bibliothekar Artur flieht vor den Schergen der Revolution, im Gepäck ein Manuskript, das ihn retten soll – und die Leben vieler anderer bedroht. Sein Ziel ist Leipzig, die Stadt der Bücher. Im legendären Graphischen Viertel will er seine große Liebe Mara wiedersehen, die dem Sohn eines reichen Verlegers versprochen ist.
Cote d’Azur, 1928. Das Mädchen Liette findet auf dem Dachboden des Luxushotels Château Trois Grâces die vergessenen Reisekisten russischer Familien, die während der Revolution ermordet wurden. Darin entdeckt sie ein altes, mit einem Schloss gesichertes Buch.
Dreißig Jahre später beauftragt Liette, mittlerweile Direktorin des Hotels, den Gentleman-Ganoven Thomas Jansen, mehr über die ehemalige Besitzerin des Buchs herauszufinden – eine Russin namens Mara. Die Spur führt zu einem Bibliothekar, der vor Jahren nach Leipzig kam, zu einer verlassenen Villa am Meer und der geheimnisvollen Bibliothek im Nebel.“

- Beschreibung des Verlags -

Wie schon im ersten Band, war auch hier wieder der Schreibstil großartig, sehr bildlich und zum Teil sogar echt poetisch. Ebenfalls war die Atmosphäre wieder großartig, mystisch, spannend und ein Stück weit schaurig. 

Die Geschichte hat mir dabei, bis auf ein paar Stellen, die ich etwas an den Haaren herbeigezogen fand, wirklich gut gefallen und ich wurde super unterhalten. Diese spielt wieder einmal in drei verschiedenen Zeitebenen, die allesamt ihren gewissen Reiz hatten. Es geht wieder um Okkultismus, um Familie und um die Liebe, vor allem aber um die Bücher und das Geschäft mit Büchern, wobei die Geschichte aber nur zu einem relativ kleinen Teil im graphischen Viertel spielt. Vielmehr findet man sich oftmals auch in Frankreich wieder, an der Côte d’Azur, oder auch auf einem Schiff von Russland nach Leipzig. Im Mittelpunkt steht dabei das Geheimnis rund um Mara, welches sich durch das ganze Buch hindurchzieht und damit den roten Faden bildet, um den noch weitere Handlungen gesponnen wurden, die allesamt mit dieser mysteriösen Frau zu tun haben. Auch gibt es hier ein paar Morde, ausreichend Dramatik und eine ganze Menge Detektivarbeit, welche ich echt spannend und interessant fand.  

Was die Charaktere angeht, so sind die Protagonisten hier der junge Artur, den man immer wieder, auch in anderen Zeitebenen, antrifft, sowie Liette und Thomas Jansen, wobei es mir bei Thomas manchmal so vorkam, als wäre er mehr oder weniger nur Mittel zum Zweck. Wirklich tief ging dieser Charakter jedenfalls nicht. Dafür fand ich Artur richtig toll, sehr sympathisch und loyal. Liette hingegen fand ich sowohl als Kind als auch als Erwachsene echt super, selbstständig, schlau und unerschrocken. Richtig schön fand ich aber auch, dass es ein Wiedersehen mit Grigori aus Band eins gibt und man erfährt, wie er letztendlich im „Montecristo“ gelandet ist. 

Alles in allem fand ich auch diesen Band wirklich großartig, spannend, mysteriös und auf recht bodenständige Art sogar romantisch und dramatisch. Jetzt fehlt mir nur noch der letzte Band und ich freue mich darauf, ihn demnächst zur Hand zu nehmen. 

Freitag, 2. Januar 2026

Band 1: Die Bücher, der Junge und die Nacht
Band 2: Die Bibliothek im Nebel
Band 3: Das Haus der Bücher und Schatten
Band 4: Das Antiquariat am alten Friedhof

„Dichter Nebel wogt durch die Gassen der Bücherstadt Leipzig, 1933, als das Böse die Macht ergreift. Hier entspinnt sich die tragische Liebe des Buchbinders Jakob Steinfeld zu einer rätselhaften jungen Frau. Juli hat ein Buch geschrieben, das sie einzig ihm anvertrauen will. Doch bald darauf verschwindet sie spurlos.
Fast vierzig Jahre später ist auch Jakobs Sohn Robert den Büchern verfallen und reist auf der Suche nach seltenen Ausgaben durch ganz Europa. Er liebt seine Arbeit und die Bücher – von Menschen hält er sich meist eher fern. Doch als die Bibliothekarin Marie ihn bittet, ihr bei einem Auftrag der geheimnisumwitterten Verlegerfamilie Pallandt zu helfen, stoßen sie auf das Mysterium eines Buches, dessen Geschichte eng mit Roberts eigener verknüpft ist – es ist der Schlüssel zum Schicksal seiner Eltern.“

- Beschreibung des Verlags -

Und wieder einmal hat es mich mit Kai Meyer ins grafische Viertel der Vergangenheit von Leipzig verschlagen, wobei die Geschichte natürlich nicht nur dort spielt, sondern auch an anderen Orten. Auf jeden Fall war sie aber wieder richtig gut, spannend und sogar ein wenig mysteriös.

Erzählt wird die Geschichte in drei verschiedenen Zeitebenen, in denen es teilweise um verschiedene, aber teilweise auch um wiederkehrende Charaktere geht, welche alle miteinander zusammenhängen. So begleitet man 1933 Jakob, 1941 den Jungen Robert, Jakobs Sohn, welcher mit dem etwas mysteriösen Mercurio auf der Jagd nach bestimmten Büchern ist, und 1971 ebenfalls Robert, der nach und nach mit der Geschichte der Familie Pallandt konfrontiert wird, die unmittelbar mit seiner eigenen Herkunft zusammenhängt. Die unterschiedlichen Zeitebenen haben dabei ihren ganz eigenen Charme, wobei ich gerade die Ereignisse 1933 am interessantesten fand und vor allem auch das Setting. Zudem spielt hier das Thema Okkultismus und der Nationalsozialismus erneut eine Rolle, aber mehr oder weniger im Hintergrund. Vor allem geht es natürlich um Bücher, aber auch um die Liebe und um Familiengeheimnisse. Das alles hat der Autor wieder super bildlich und flüssig zu Papier gebracht. Die Geschichte war echt packend und mitreißend, fühlte sich zudem sehr realistisch an und die Atmosphäre war einfach nur großartig. Zudem gab es einige Wendungen und am Ende war dann zwar einiges wie erwartet, aber manches auch komplett unerwartet.

Was die Charaktere angeht, so gibt es schon ziemlich viele Hauptfiguren, was etwas verwirrend für mich war. Die zahlreichen Nebenfiguren haben es mir dann aber teilweise wirklich schwer gemacht, alle auseinanderzuhalten, und vor allem war mir manchmal nicht ganz klar, wer nun eigentlich mehr und wer weniger wichtig für die Geschichte ist. Ansonsten sind aber auch diese super realistisch geschrieben und ich habe sie gern begleitet. Vor allem, denke ich, wird mir Grigori, mit seiner etwas frechen Art, im Gedächtnis bleiben.

Alles in allem empfand ich diesen Band der Reihe als wieder echt super, atmosphärisch und spannend. Es gibt einige Rätsel, Verschwörungen und sympathische Charaktere. Auf jeden Fall bin ich gespannt auf weitere Bände der Reihe.

Sonntag, 28. Dezember 2025

„Ein zweitausend Jahre alter Fluch. Und eine mutige Frau, auf der Suche nach ihrem Bruder.
England, im Jahr 1789. Um ihre Familie nach dem Verschwinden ihres Bruders David vor dem Untergang zu bewahren, soll die junge Elinda Audley einen Mann von adliger Herkunft heiraten. Dabei könnte Elinda ihren zukünftigen Gatten nicht mehr verachten. Statt sich dem Willen ihres Vaters zu beugen, begibt sie sich auf die gefährlichste Reise ihres Lebens. Gemeinsam mit dem geheimnisumwobenen Blake Colbert flüchtet sie Richtung Pompeji. Alles deutet darauf hin, dass sie David dort finden wird. Doch je näher sie den Mauern der aschetoten antiken Stadt kommen, desto deutlicher wird, dass eine finstere Macht sie dort erwartet …“

- Beschreibung des Verlags -

Ich hätte es echt nicht gedacht, aber mit diesem Roman bekommt man eine wirklich schöne Geschichte, irgendwo zwischen History, Mystery und Romanze, geboten, die mich echt überzeugen konnte.

Zwar dachte ich, dass sich die Geschichte, aufgrund des Titels, mehr um Thornton Hall dreht, habe irgendwie auch zum Teil mit einer Spukhaus Geschichte gerechnet, doch das, was ich tatsächlich bekommen habe, war etwas ganz anderes, mehr wie der Klappentext verspricht, ein Abenteuer, eine Reise durch das alte Italien, ein Stück weit sogar ein Thriller, aber auch eine Liebesgeschichte und vor allem die Geschichte einer jungen Frau, die den Mut findet, aus alten Konventionen auszubrechen, um ihren Bruder zu suchen und sich dabei nach und nach selbst findet. In diesem Sinne ist der Roman auch super feministisch, aber auf eine Art, die ich wirklich mochte, nicht plakativ ins Gesicht geklatscht, sondern mit viel Feingefühl und nachvollziehbar, ohne übertriebenen Idealismus, aber dafür mit einer super starken Protagonistin. Außerdem mochte ich die sehr sanfte Liebesgeschichte, die zeigt, wie liebevoller Umgang miteinander wirklich aussehen kann. Und auch das Abenteuer selbst, rund um die Flucht vor Elindas Verlobten, sowie der Suche nach David, war durchaus spannend, wenn auch hier und da etwas lang. Das Ende war dann doch recht unerwartet, aber echt gut gelöst und wie die ganze Geschichte für Elinda ausgeht, fand ich großartig und hoffnungsvoll.

Sehr interessant fand ich hier auch die Charaktere. Elinda ist eine junge Frau, die nicht sein will, was sie ist und sich deshalb auch lieber wie ein Junge benimmt, frech, selbstbewusst und mit einer großen Sehnsucht nach Freiheit. Im Laufe der Geschichte lernt sie, dass man eine Frau und dennoch stark sein kann, dass man lieben kann und dennoch frei sein. Das alles bringt ihr zu großen Stücken Blake bei, der einen schlechten Ruf hat, aber ganz anders ist, als man anfangs noch denken könnte. Er beschützt Elinda und zeigt ihr eine Welt, die ihr bisher fremd war. Allerdings gibt es da auch noch den Earl Andrew Hydeworth, Elindas Verlobten, einen eingebildeten, bösartigen Schnösel, der ihr und Blake immer wieder viel zu nahe kommt.

Alles in allem mochte ich diesen historischen Roman wirklich sehr, denn dieser war echt gut geschrieben, relativ spannend und unterhaltsam. Auch konnte ich noch einiges über das alte Italien lernen. Und natürlich mochte ich Elinda als Protagonistin wirklich sehr, ebenso ist mir Blake Colbert von Seite zu Seite immer extremer ans Herz gewachsen.

Donnerstag, 27. November 2025

„Schwestern, getrennt durch Jahrhunderte. Stimmen, die nicht unterdrückt werden können
2019: Lucy erwacht aus einem Albtraum und findet ihre Hände an der Kehle ihres Ex. Entsetzt flieht sie zu ihrer Schwester Jess an die australische Küste, doch diese ist verschwunden. Während Lucy auf ihre Rückkehr wartet, erfährt sie von seltsamen Ereignissen in der Kleinstadt: Männer sind verschwunden, ein Baby wurde in einer Höhle gefunden, und Seeleute hören Frauenstimmen auf den Wellen.
1999: Jess ist eine einsame Sechzehnjährige in einer ländlichen Stadt in der Mitte des Kontinents. Mit einer seltenen Wasserallergie diagnostiziert, hat sie sich schon immer anders gefühlt, bis ihr junger, charmanter Kunstlehrer sich für ihre Zeichnungen interessiert.
1800: Die Zwillingsschwestern Mary und Eliza wurden von ihrem Vater in Irland getrennt und nach Australien verbannt. Auf der langen Reise beginnen sie, seltsame Veränderungen an sich zu bemerken und spüren, wie das Meer sie zu rufen scheint...“

- Beschreibung des Verlags -

Wieder einmal hat Emilia Hart hiermit einen super feministischen Roman geschrieben, der mir, obwohl ich eigentlich, was dieses Thema angeht, ziemlich zwiegespalten bin, echt gut gefallen hat. Schon die Idee fand ich dabei echt toll und interessant. Zudem wurde diese auch noch richtig schön und märchenhaft umgesetzt.

Dabei spielt die Geschichte auf drei verschiedenen Zeitebenen, wobei Lucys Geschichte aus neutraler Sicht erzählt wird, die von Jess anhand von Tagebucheinträgen und die der Zwillingsschwestern Mary und Eliza als Träume, die sowohl Lucy als auch Jess immer wieder haben. Mit der Zeit verschwimmen die drei verschiedenen Perspektiven allerdings und es kommen mehr und mehr mysteriöse Geheimnisse, wie zum Beispiel die verschwundenen Männer, ans Tageslicht, die alle vier Schicksale miteinander verbinden. Diesbezüglich gab es einige interessante Wendungen, mit denen ich nicht unbedingt gerechnet hätte. Allerdings gibt es auch verschiedene Dinge, die bereits am Anfang schon ziemlich vorhersehbar waren, bei denen ich aber nicht weiß, ob es nicht eventuell auch so gewollt war. Ansonsten fand ich die Geschichte echt spannend und emotional, der magische Realismus ist der Autorin gut gelungen und hat ihr eine wirklich tolle Atmosphäre gegeben. Ebenfalls fand ich schön, dass es hier zwar auch um missbräuchliche Männer geht, Männer im Allgemeinen aber nicht über einen Kamm geschert werden. Außerdem geht es in gewissem Maße um Familie, um Rache und auch viel ums Wasser und das Meer. 

Die Protagonistin war in diesem Buch für mich dabei Lucy, weil man von dieser am meisten mitbekommt und ich muss sagen, dass ich sie zwar nicht unbedingt ins Herz geschlossen habe, sie aber dennoch nachvollziehbar und besonders geschrieben fand. Genauso ist ihre Schwester Jess eine sehr außergewöhnliche und fast schon mysteriöse Figur, die einige Geheimnisse verbirgt. Und dann sind da natürlich noch Mary und Eliza, die ich anfangs sehr tragisch fand, die sich aber immer mehr verwandeln und am Ende sogar zu Heldinnen werden.

Alles in allem fand ich dieses Buch wirklich toll. Die Geschichte ist echt packend, märchenhaft und emotional, sodass ich es kaum aus der Hand legen konnte und die Charaktere fand ich, wenn auch nicht super sympathisch, dennoch wahnsinnig interessant und außergewöhnlich. 

Montag, 10. November 2025

Band 1: Die Teerose
Band 2: Die Winterrose
Band 3: Die Wildrose

„London, 1900: Die junge India Selwyn-Jones bewegt sich in den feinsten Kreisen. Bis sie als Ärztin im berüchtigten Viertel Whitechapel zu arbeiten beginnt – und dort in leidenschaftlicher Liebe zu dem gefürchteten Gangsterboss Sid Malone entbrennt…“

- Beschreibung des Verlags -

Wie schon der erste Band, wird auch dieser wieder aus ganz verschiedenen Perspektiven erzählt, wodurch man einen richtig guten Eindruck von allem bekommt, was geschieht und warum. Außerdem lernt man die verschiedenen Charaktere, ihre Gedanken und Gefühle, dadurch richtig gut kennen, lernt sie lieben, aber auch hassen.

Zudem geht es auch hier um eine sehr starke und für ihre Zeit moderne Frau, die als Ärztin versucht, auch den Ärmsten, vor allem Frauen, zu helfen. Dabei trifft sie auf den charismatischen Gangsterboss Sid Malone und lernt ihn mit der Zeit zu lieben. Rund um die geheime Liebesgeschichte zwischen den beiden gibt es allerdings noch ziemlich viel Nebenhandlungen. So lernt man auch Indias Verlobten Freddy Lytton kennen, der Sid nach dem Leben trachtet und nur nach außen hin eine reine Weste trägt. Was mich extrem gefreut hat war, dass man ebenfalls wieder auf Fiona und Joe aus dem ersten Band trifft, genauso auf Seamie, der gegen Ende der Geschichte etwas weiter in den Mittelpunkt rückt. Und auch Joe geht hier neue Wege, was ihn früher oder später in Gefahr bringt. Überhaupt gibt es einen großen Konkurrenzkamp und ziemlich viele Intrigen, Verrat, Mord und Totschlag. Es gibt echt viele Ereignisse, die mich wirklich wütend gemacht haben, weil dies alles so ungerecht war, aber auch Drama und Romantik. Allerdings muss ich auch sagen, dass es mir hier etwas schwerer gefallen ist, in die Geschichte zu kommen und dass es auch zwischendrin ein paar Längen gab. Ansonsten war die Story aber erneut großartig, spannend und teilweise echt emotional.

Auch die Charaktere fand ich wieder richtig toll und lebensnah geschrieben. Wie schon erwähnt, bekommt man mit India eine sehr willensstarke, kämpferische Frau, die sich für die einsetzt, die keine öffentliche Stimme haben, aber dabei selbst mehr oder weniger unter die Räder kommt. Sid Malone hingegen ist nur nach außen hin der böse Gangster, aber auch er hat Furchtbares erlebt und wird mehrmals verkannt. Dazu kommen Fiona und Joe, die ich in Band eins schon wahnsinnig gern hatte, Seamie, der inzwischen zum Teenager geworden ist und in Band drei seine eigene Story bekommen wird. Und dann ist da noch Freddy Lytton, der einfach nur fürchterlich ist, ein richtig böser, gieriger Mensch, ohne Gewissen. 

Alles in allem kann dieser Band nicht ganz mit dem ersten Band mithalten, welcher für mich ein absolutes Highlight war. Dennoch war er wieder großartig, mit kleinen Mängeln, aber insgesamt einer richtig tollen Geschichte und einer Protagonistin, die man nur ins Herz schließen kann. Von mir gibt es deshalb auch eine absolute Leseempfehlung.

Dienstag, 4. November 2025

„Florenz, 1494: Lisa Gherardini und Giuliano aus der mächtigen Dynastie der Medici sind heimlich ein Liebespaar. Als die Medici aus der Stadt vertrieben werden, zwingt Lisas Vater die junge Frau zur Heirat mit dem viel älteren Seidenhändler Francesco del Giocondo. Doch ihr Herz hängt an ihrem Geliebten. 
Venedig, 1495: Leonardo da Vinci ist der berühmteste Künstler seiner Zeit. Als Giuliano de' Medici ihn bittet, Lisa zu porträtieren, um seiner Geliebten auf diese Weise Nachrichten zukommen zu lassen, geht Leonardo auf das riskante Spiel ein. Dadurch gerät Lisa nicht nur in eine gefährliche Verschwörung - auch ihr Herz wird auf eine schwere Probe gestellt.“

- Beschreibung des Verlags -

Ich bin nun nicht unbedingt der größte Fan von historischer Literatur, gerade, wenn es doch recht weit in die Vergangenheit geht, doch diese Geschichte hier hat mich dann doch sehr interessiert und ich muss sagen, dass ich sie letztendlich auch wirklich gut fand.

Der Schreibstil ist dabei der Zeit, in der die Geschichte spielt, wirklich gut angepasst, aber dennoch flüssig lesbar. Ebenso konnte ich mir die Szenerie echt gut vorstellen, da er so bildlich und lebendig ist. 

Die Handlung selbst ist aber auch toll und sogar ein Stück weit informativ. Sie zieht sich über einige Jahre und es wird abwechselnd von Lisa und Leonardo da Vinci erzählt, die irgendwann auch aufeinandertreffen werden. Besonders interessant fand ich dabei Lisas Geschichte und ihre Entwicklung, von der geplanten Flucht mit einem der Medici bis hin zur echten, beständigen Liebe. Allerdings kommt es bis dahin zu einigen Intrigen, es gibt Geheimnisse und Verschwörungen. Außerdem hat Lisa als Frau in dieser Zeit nichts zu sagen und um einiges weniger Rechte als die Männer um sie herum. Unter diesen Voraussetzungen ist es nicht gerade leicht für sie, zudem auch ihr Vater immer mehr seinen wahren Charakter zeigt. Ebenfalls muss sich zwischen ihr und Francesco erst einmal eine Beziehung entwickeln, was ebenfalls nicht leicht ist, schließlich ist diese Ehe die einzige Möglichkeit, um schlimmerem zu entgehen. Dennoch geht ihr neuer Ehemann doch recht liebevoll und sanft mit ihr um, hat unter anderem allerdings auch einen großen Fehler. Diesbezüglich fand ich echt verständlich und in einer Sache sogar schön, wie Lisa damit umgeht. 

Auch Leonardos Parts fand ich durchaus interessant, zumal die Autorin es geschafft hat, ihn super lebendig wirken zu lassen. Selten habe ich mich einer Figur aus der Geschichte so nah gefühlt. Ebenfalls sind die Einblicke in seine Arbeit echt interessant und es hat echt Spaß gemacht, ihn als Menschen kennenzulernen, egal, ob er nun im realen Leben auch so war oder nicht. In diesem Roman ist er jedenfalls ein total sympathischer Zeitgenosse, der Lisa mit der Zeit ein echter Freund wird.

Alles in allem kann ich diesen Roman durchaus empfehlen, denn für einen historischen Roman lässt er sich wirklich ausgezeichnet lesen und trotz der vielen verschiedenen Charaktere, mit typisch italienischen Namen, war die Geschichte nicht so verwirrend, wie ich befürchtet hatte. Nur mit ein paar Längen hier und da muss man rechnen, aber die waren auszuhalten. 

Sonntag, 21. September 2025

„Mexiko, 1950: Ein verstörender Brief führt Noemí in ein gespenstisches Herrenhaus im nebeligen Hochland. Dort lebt ihre frisch vermählte Cousine Catalina, die behauptet, ihr Mann würde sie vergiften. Ohne zu zögern, reist Noemí nach High Place, dem Sitz der englischen Familie Doyle, in die Catalina überstürzt eingeheiratet hat. Doch das Ansehen der Doyles ist längst verblasst und ihr Herrenhaus zu einem dunklen Ort geworden. Gut, dass Noemí keine Angst hat – weder vor Howard Doyle, dem widerwärtigen Patriarchen der Familie, noch vor Catalinas eitlem Ehemann Virgil. Aber als Noemí herausfindet, was auf High Place vor sich geht, ist es fast zu spät, um von dort zu entkommen …“

- Beschreibung des Verlags -

Eigentlich habe ich mich hier auf eine besondere, gruselige und mysteriöse Geschichte rund um die Familie Doyle und ihr mysteriöses Anwesen High Place gefreut, doch leider wurden meine Erwartungen in einigen Bereichen nicht wirklich erfüllt. 

So gibt es zwar einige Ungereimtheiten und interessante Mysterien auf High Place, vor allem, was die Bewohner und deren Verhalten angeht, doch wirklich gruselig war die Geschichte, trotz einer gewissen, düsteren Atmosphäre, nicht und auch bei weitem nicht so mitreißend, wie ich mir erhofft hatte. Viel mehr fand ich das Buch einerseits verständlich und flüssig geschrieben, andererseits entwickelte sich die Handlung allerdings recht träge, wodurch sie mich nicht so richtig packen konnte. Leider haben auch selbst Noemís wirren Träume die Geschichte nicht wirklich spannender oder gruseliger gemacht, wenn sie auch mysteriös waren und einige Rätsel aufgegeben haben, die am Ende auch recht interessant und zumindest für mich nicht vorhersehbar aufgelöst wurden, genauso, wie die ganzen Geschehnisse auf High Place. Gefehlt hat mir jedoch ein bisschen auch die Interaktion zwischen Noemí und Catalina. Dafür gab es umso mehr Umgang zwischen Noemí und Francis, einem Mitglied der Familie Doyle, fast schon eine Liebesgeschichte, die sich aber nur im Hintergrund abspielt. 

Richtig cool und am besten im ganzen Buch fand ich durchaus die Charaktere. Mit Noemí als Protagonistin bekommt man einerseits nämlich eine verwöhnte, junge und vor allem moderne Frau, die die Großstadt, Partys und kleine Flirtereien liebt, andererseits aber auch ziemlich tough ist und sich nichts so schnell vormachen lässt. Selbst der alte Doyle, der wahrscheinlich das Einzige gruselige am Buch ist, kann sie nicht wirklich beeindrucken, wenn sie ihn auch ziemlich abstoßend findet und das ist er auch durchaus, richtig furchtbar, aber überzeugend geschrieben, genau wie der Rest der Doyle Familie. Der einzige sympathische Doyle ist dabei Francis, der zwar mal nicht der hübsche, sexy Kerl ist, sondern eher der Nerd, aber dafür richtig lieb. Einzig Catalina kam mir auch diesbezüglich mal wieder etwas zu kurz, weil man sie eigentlich nur aus Noemís Sicht kennenlernt und kaum in Aktion erlebt. 

Alles in allem fand ich dieses Buch okay, hätte mir aber mehr Spannung und Grusel gewünscht. Ebenfalls hätte die Geschichte um einiges fesselnder geschrieben sein können. Dafür waren die Charaktere aber echt super geschrieben und ich fand die resolute Noemí als Protagonistin wirklich großartig. 

Freitag, 15. August 2025

„Paris, 1884. In die neurologische Abteilung der Salpêtrière-Klinik wird ein kleines Mädchen eingeliefert: Runa, die allen erprobten Behandlungsmethoden trotzt und den berühmten Arzt und Hysterieforscher Dr. Charcot vor versammeltem Expertenpublikum blamiert. Jori Hell, ein Schweizer Medizinstudent, wittert seine Chance, an den ersehnten Doktortitel zu gelangen, und schlägt das bis dahin Undenkbare vor. Als erster Mediziner will er eine Patientin heilen, indem er eine Operation an ihrem Gehirn durchführt. Was er nicht ahnt: Runa hat mysteriöse Botschaften in der ganzen Stadt hinterlassen, auf die auch andere längst aufmerksam geworden sind. Und sie kennt Joris dunkelstes Geheimnis ...“

- Beschreibung des Verlags -

Eigentlich hat mich dieses Buch nie wirklich interessiert, bis es dieses dann als Mängelexemplar zu kaufen gab und die Buchkaufsucht zugeschlagen hat. Kein Wunder, dass es deshalb auch so lange ungelesen im Regal stand. Nun war es aber Zeit für die Lektüre dieses doch schon besonderen Werkes, welches ich einerseits schon interessant und streckenweise recht spannend fand, welches aber gerade am Anfang leider lange brauchte, um in Fahrt zu kommen und auch ansonsten einige Dinge an sich hatte, die mir nicht so gut gefallen haben.

Man begibt sich mit diesem Roman ins Paris des Jahres 1884, wo der junge Medizinstudent Jori versucht, Heilung für seine heimliche Liebe Pauline zu finden. Ihn begleitet man dann auch größtenteils durch die Geschichte, wobei es sehr medizinisch wird, aber nicht so, wie wir es heute kennen, sondern teilweise auf sehr makabere, teils schon bösartige Weise. Gerade Dr. Charcot war dabei ein Beispiel für Machtgehabe und fehlende Liebe für den Mitmenschen, was mich extrem sauer und traurig gemacht hat, zumal der Roman sich sehr an der Realität entlang schlängelt. Vieles, was man hier erfährt, gab es zu dieser Zeit wirklich und obwohl ich davon bereits wusste, hat es mich teilweise sprachlos gemacht. 

Jori ist dabei ein Charakter, von dem ich nicht so richtig wusste, was ich von ihm halten soll. Einerseits will er unbedingt Pauline retten, will wirklich heilen und scheint eigentlich kein schlechter Kerl zu sein. Andererseits scheint er manchmal etwas schwer von Begriff und macht vieles mit, was er eigentlich nicht tun sollte. Dennoch zeigt er wenigstens ein Gewissen und im Laufe der Geschichte entwickelt er sich weiter. Auch zu Runa entwickelt er eine fast schon liebevolle Beziehung.

Doch wer denkt, dass Jori, der eigentlich Johann Richard Hell heißt, die einzige wichtige Person in diesem Buch ist, der täuscht sich, denn dieses wird aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt, allesamt aus der personellen Sicht, bis auf einen Fall, was im Endeffekt eine tiefere Bedeutung hat. Aber kommen wir erst einmal zu den anderen Charakteren. 

Da ist zum Beispiel der ehemalige Polizist Lecoq, der sich selbst als Verbrecher betitelt, aber durch einen alten Bekannten auf einen Fall angesetzt wird, der ihn, ohne, dass er es selbst merkt, immer mehr in die Machenschaften rund um Jori, die Salpêtrière und Runa verwickelt. Außerdem gibt es die beiden Kinder Isabelle und Frédéric, die sich mehr oder weniger mit Lecoq anfreunden und ihm helfen. Und dann ist da noch Maxime, der einzige Ich-Erzähler in diesem Buch, der mit der eigentlichen Geschichte gar nicht so viel zu tun hat, aber dennoch im Großen und Ganzen eine wichtige Rolle spielt. Hier will ich aber nicht zu viel verraten.

Am Wichtigsten ist aber die Figur, die hier im Mittelpunkt steht und das ist natürlich Runa selbst, von der man anfangs gar nicht allzu viel erfährt und die mehr wie ein großes Rätsel wirkt. Dieses Mädchen ist besonders, scheint aggressiv und unnahbar, redet nicht und interagiert auch nicht wirklich. Dafür aber gibt es an verschiedenen Orten mysteriöse Botschaften, welche nach und nach mehr und mehr Sinn ergeben und ein Stück weit erklären, warum Runa so ist, wie sie ist. Leider wird aber nie alles ganz aufgeklärt und es bleiben am Ende viele Fragen offen, was ich echt schade fand.

Alles in allem begann dieser Roman sehr langsam. Schon allein, bis Runa tatsächlich auftauchte, dauerte es um die hundert Seiten und selbst dann kam die Geschichte nur allmählich in Fahrt. Irgendwann wurde es allerdings echt spannend und ich habe auf eine allumfassende Auflösung hin gefiebert, was es mit Runa und ihrem Verhalten auf sich hat, was eben nicht so kam, wie erwartet. Dafür war das Buch aber wirklich gut geschrieben und bis auf das Medizinische und die französischen Namen ließ es sich flüssig lesen. Ob ich es empfehlen würde, kann ich aber nicht wirklich sagen, da es eben nicht schlecht war, mich aber auch nicht umgehauen hat. Dennoch wird die Geschichte sicher in meinem Kopf bleiben, weil sie doch recht einprägsam und besonders ist.