Dienstag, 11. Februar 2025

„Wenn ein einziger Moment dein Leben für immer verändert... Als Hanna nach einer Firmenfeier spät nach Hause kommt, ist ihr Mann Steve spurlos verschwunden, die gemeinsame Tochter Lilou liegt leblos in ihrem Bettchen. Hanna kann sie gerade noch retten, doch von nun an benimmt das Kind sich immer merkwürdiger: Sie reagiert kaum auf ihre Mutter, scheint Selbstgespräche zu führen... Hat sie gesehen, was in jener Nacht passiert ist? Verzweifelt versucht Hanna, das Geheimnis um Lilous Veränderung und Steves Verschwinden zu lösen – und stößt dabei auf immer mehr Ungereimtheiten in seinem Leben. Um endlich die ganze Wahrheit herauszufinden, engagiert Hanna den Privatdetektiv Marten Stein., dessen Nachforschungen die beiden schließlich nach England führen – und in ein schreckliches Kapitel von Steves Vergangenheit, das sie bald in tödliche Gefahr bringen wird...“

- Beschreibung des Verlags -

Vor sehr vielen Jahren habe ich dieses Buch schon einmal gelesen und konnte es einfach nicht weglegen, bis die Nacht vorbei war und die letzte Seite beendet. Ich glaube, das sagt schon alles über die Geschichte aus, vor allem, weil es mir dieses Mal genauso ging, nur, dass ich es diesen Monat gehört habe und auch das hat sich absolut gelohnt.

Anna Thalbach hat als Sprecherin zwar eine sehr eigentümliche Stimme, aber die hat mir wirklich super gut gefallen und vor allem passt sie zur Geschichte von Hanna und Lilou. Und auch diese ist echt besonders, denn man bekommt hier einen Thriller mit mysteriösen Elementen geboten, der von der ersten bis zur letzten Seite super spannend ist. Dabei gibt es Unmengen an Wendungen, die man nicht kommen sieht, zahlreiche Gefahren und undurchschaubare Charaktere. Dennoch wurde auf übertriebene Brutalität und Blut verzichtet, was ich echt gut finde. Dafür gibt es sehr viele mysteriöse Ereignisse rund um die kleine Lilou und eine Nebengeschichte in der Vergangenheit, die sich um eine Art Kinderheim dreht. Diese fand ich auf verstörende Art wirklich grausam, aber auch gar nicht von so weit hergeholt. Überhaupt wirkte die ganze Geschichte, trotz Mystery und paranormaler Elemente, relativ realistisch und greifbar.

Die Charaktere haben mir ebenfalls sehr gut gefallen, vor allem, weil man einfach nicht weiß, was man von ihnen halten soll, wer sie tatsächlich sind und was sie von Hanna und Lilou wollen. Viele von ihnen haben Geheimnisse und waren mir nicht ganz geheuer. Dementsprechend konnte sich auch Hanna nie so richtig sicher sein, wem sie trauen kann.  Und in Anbetracht dessen, dass man mit Lilou auch noch ein Kleinkind, fast noch Baby, als wichtigen Charaktere dabei hat, habe ich sogar gleich noch mehr mit Hanna gelitten.

Alles in allem hat mir dieser Thriller auch als Hörbuch wieder so gut gefallen, wie damals schon als haptisches Buch. Er hat mich gepackt und mitgerissen und obwohl ich die Geschichte im Groben schon kannte, so konnte sie mich dennoch wieder einmal überraschen. Dennoch war die Zeit und das Vergessen sicher auch wichtig, um die Geschichte noch einmal vollkommen zu genießen, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ich kann dieses Buch jedenfalls absolut empfehlen. Umso trauriger, dass es nicht mehr verlegt wird. 

Sonntag, 9. Februar 2025

„Ich war ihr Partner. Verbunden auf Leben und Tod
Sie war meine Rettungsleine. Meine Vernunft und mein Verstand.
Bis ich das Unaussprechliche tat. Das Unverzeihliche.

Ich dachte, ich wäre stark genug. Aber ich habe mich geirrt.
Ich wurde zu dem Monster, das ich zur Strecke bringen sollte.
Ich habe meine Rettungsleine verloren. Ohne sie gibt es kein Überleben.“

- Beschreibung des Verlags -

Dieses Buch war ein riesiges Überraschungspaket für mich, da der Klappentext nun einmal so gut wie gar nichts über den Inhalt hergibt. Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn selten habe ich einen Roman dieses Genres gelesen, welcher mit einer solch großartigen, respektvollen und emotionalen Liebesgeschichte aufwarten konnte. Dennoch gibt es hier auch wirklich viel Action, Spannung und auch recht brutale Szenen. 

Aber worum geht es in diesem Roman überhaupt? Hier trifft man auf die junge FBI-Agentin Julie Johnson, welche dem bereits erfahrenen Kollegen Daniel O'Brien unterstellt wird und mit ihm als Mentor fortan ein Team bildet. Zusammen beobachten sie die Albanische Mafia, bis O'Brien, um die Bosse der Organisation zu schnappen, undercover gehen muss. 

Wie man sich sicher denken kann, verlieben sich die beiden, trotz größerem Altersunterschied, ineinander und es wird auch später zu echt heftigen Szenen kommen, wobei Sexszenen zwar wohl positioniert vorkommen, aber absolut nicht im Mittelpunkt stehen. Vielmehr geht es größtenteils um den Kampf gegen die Mafia, um die Undercoverarbeit, Menschenhandel, Mord und Totschlag. Und es geht um Traumata und darum, wie die beiden Protagonisten damit umgehen. Dabei ist die Beziehung zwischen den beiden einfach nur wunderschön, wenn auch zerbrechlich, voller gegenseitigem Respekt und dennoch prickelnd. Umso schlimmer fand ich, was ihnen im Laufe der Geschichte angetan wird.

Außerdem fand ich sowohl die beiden Protagonisten als auch sämtliche Nebencharaktere super gezeichnet, sehr menschlich und nicht unbedingt Mainstream. Gerade O'Brien bricht mit einigen Klischees, denn er wirkt einerseits wie ein tougher Cop, der auch recht dominant sein kann, andererseits lässt er auch seine zerbrechliche Seite sehen und zeigt oft Emotionen. Genauso ist JJ, wie Julie genannt wird, nicht nur die zerbrechliche, junge Frau, sondern hat noch viel mehr zu bieten, nämlich eine unheimliche Stärke. 

Alles in allem begann dieser Roman zwar recht ruhig, wurde aber immer spannender, romantischer und prickelnder. Er ist aber auch absolut nichts für Jugendliche, weil es hier schon sehr gewalttätig und grausam zugeht. Mich konnte er jedoch absolut begeistern und ich bin froh, dass ich mich auf dieses Überraschungspaket eingelassen habe.

Freitag, 7. Februar 2025

„Helene hätte ihren Mann verlassen sollen. Für Alex. Aber sie hat es nicht getan. Und jetzt hat ihr Mann sie verlassen – weil er sich in eine andere verliebt hat. »Es ist einfach passiert.« Mit diesem Satz zerreißt Georg das Gefüge, das Helene immer versucht hat zusammenzuhalten. Aber vielleicht ist das Ende gar kein Ende? Vielleicht ist es ein Anfang. Etwas, das Helene gebraucht hat, um sich aus dem gesellschaftlichen Korsett zu befreien, aus ihren ewigen Versuchen, den Bildern einer Frau zu entsprechen: als Ehe- und Karrierefrau, als Mutter und Tochter …

Was bedeutet es eigentlich, eine Frau zu sein? Diese Frage begleitet Helene, während sie beginnt, ihren eigenen Weg zu gehen.“

- Beschreibung des Verlags -

Dieser Roman hat mir mal wieder auf eine ganz andere Weise gefallen, da er einerseits auf relativ sachliche Art realistisch ist, andererseits aber auch wirklich emotionale Szenen zu bieten hat. Dabei hat er mehr zu bieten als einfach nur Unterhaltung.

So geht es hier nicht nur um die zerbrochene Ehe von Helene und Georg und wie Helene langsam aber sicher immer selbstständiger wird, sich sozusagen befreit, sondern auch um viele andere Dinge. Zum Beispiel um eine vergangene Liebe, die vielleicht gar nicht so vergangen ist und somit weiterhin Helens Leben beeinflusst. Es geht um die Beziehung zu den eigenen Eltern, aber auch den eigenen Kindern. Außerdem geht es um ganz persönliche Schicksalsschläge, um Fehlgeburten, Trennung und Erwachsenwerden, mit allem, was dazu gehört. Dabei entwickelt sich die Protagonistin immer weiter und geht ihre Probleme an, trifft aber auch Entscheidungen, die ich teilweise nicht so ganz nachvollziehen konnte. Ebenfalls hat sich mir im Laufe der Geschichte immer mehr der Gedanke aufgedrängt, dass Georg aus einer Midlifecrisis hinaus die Entscheidung getroffen hat, sich zu trennen. Ob er seine neue Freundin wirklich so sehr liebt, wird irgendwie nie so richtig klar. Auch, wenn man bedenkt, dass am Ende des Buches etwas geschieht, womit ich nicht gerechnet hätte. Dennoch hat mich dieses letzten Endes zufrieden zurückgelassen.

Ebenfalls mochte ich ganz gern, wie die Charaktere geschrieben waren, nämlich sehr lebendig und menschlich. Dennoch waren sie mir nicht wahnsinnig sympathisch, was aber auch okay war. Trotzdem konnte ich sie größtenteils durchaus verstehen, mit ihnen fühlen und ihren Weg mit ihnen gehen.

Auch, wie die Geschichte erzählt wird, fand ich hier durchaus gut gemacht. Man verfolgt nämlich nicht nur Helen in der Gegenwart, sowie in der Vergangenheit, sondern auch ihre Tochter Anna. Damit bekommt man ebenfalls einen guten Einblick in deren Gefühls- und Gedankenwelt, was auch die Beziehung zwischen ihr und Helen nachvollziehbarer macht.

Alles in allem fand ich diesen Roman wirklich gut, weil er tiefer schaut und einen guten Einblick in eine Familie gibt, die sich durch verschiedene Schicksalsschläge kämpfen musste und dennoch an falschen Erwartungen zerbricht. Aber auch, weil er zeigt, wie schwer es für Frauen teilweise noch sein kann, allen Aufgaben gerecht zu werden.