Donnerstag, 25. April 2019


Als Mara mit gerade einmal knapp sechzehn Jahren ihre erste große Liebe Tom verliert, bricht für sie eine Welt zusammen. Nach außen kann sie allerdings ihre Zerrissenheit nicht zeigen, weshalb sie sich ohne Rücksicht auf Verluste ins Leben stürzt. Jahre später trifft sie jedoch auf Luca, der sich ausgerechnet als Toms Cousin herausstellt und dem sie mit der Zeit immer näher kommt. Allerdings verbirgt Luca ein tragisches Geheimnis, welches die zarten Bande auf eine harte Probe stellt und eine Beziehung so gut wie unmöglich macht.

Nachdem ich dieses Buch auf Lovelybooks entdeckt und mich der Klappentext extrem angesprochen hatte, war ich so gespannt darauf, dass ich es mir gleich kaufen musste. Angeregt durch die bisher eher positiven Meinungen, war es nun auch an der Zeit, diesen Roman zu lesen. Leider konnte er dann aber nicht halten, was die Beschreibung versprochen hat, denn Klappentext, Cover und die tatsächliche Geschichte wollen nicht so richtig zusammenpassen und der Schreibstil tat sein Übriges dazu. 

Dieser war nämlich leider so gar nicht mein Fall, weil er nicht nur absolut nicht zur Handlung des Buches passt, sondern dazu auch noch nicht wirklich gut ist. Für mich war er mit seiner sehr einfachen, umgangssprachlichen, größtenteils kindlichen Sprache, zu plump, was der eigentlich schönen und manchmal sogar tiefgründigen Geschichte absolut nicht zu Gute kam. Dazu kommen noch unnötige Erklärungen und Beschreibungen, die dafür gesorgt haben, dass sich das Buch eher stockend lesen ließ. Außerdem fand ich, dass die Rechtschreibfehler ein bisschen zu zahlreich waren.

Bei der Geschichte an sich bin ich ein bisschen zwiegespalten. Diese zieht sich über mehrere Jahre hinweg, erlebt aber keine wirkliche Entwicklung. Sie wächst nicht mit den Charakteren, wirkt die meiste Zeit eher sehr kindlich und fühlte sich mehr wie eine Young Adult-, als eine New Adult-Geschichte an. Erst zum Ende hin kamen dann ein paar kleine Lichtblicke und ich fühlte mich schon ein bisschen mehr wie in einer Liebesgeschichte zwischen zwei erwachsenen Personen. Dazu kamen einige Logikfehler und widersprüchliche Beschreibungen, die absolut nicht hätten sein müssen. Außerdem fand ich die Sache mit der Liebesgeschichte zwischen Mara und Tom nicht besonders gut gelöst. Für mich wurde dieser Beziehung, dafür dass sie überhaupt eine größere Rolle spielte, nicht genug Tiefe gegeben. Hier hätte ich mir ein paar mehr Seiten gewünscht, um noch mehr Emotionen aufzubauen. Ebenfalls fand ich Toms Tod viel zu schnell abgehandelt, um Maras Umgang damit glaubhaft zu machen. Allerdings muss ich trotz der ganzen Kritik auch sagen, dass mich die Geschichte im Großen und Ganzen durchaus gepackt hat. Wie bereits angemerkt, hatte sie einige richtig gute Momente und gerade auch die Liebesgeschichte zwischen Mara und Luca war bis auf Kleinigkeiten wirklich emotional und ich wollte unbedingt wissen, wie es mit den beiden ausgeht. Und selbst, wenn der kleine Schockmomente gegen Ende des Buches nicht unbedingt hätte sein müssen, fand ich dieses dann doch sehr befriedigend.

Auch was die Charaktere angeht, bin ich hin- und hergerissen. Einerseits hat der Schreibstil auch für sie nichts Gutes getan, weil sie die meiste Zeit ebenfalls sehr kindlich wirken, andererseits mochte ich jedoch, dass sie nicht so klischeehaft sind. Gerade Luca ist nicht der typische Bad Boy, sondern ein Nerd, der keinerlei Wert auf sein Aussehen legt und lieber für das Studium lernt, als Party zu machen. Genauso ist Mara keine schüchterne, graue Maus, dafür allerdings mit ihrer extrem zickigen und kindischen Art wahnsinnig unsympathisch, was auch ihre Schicksalsschläge nicht besser gemacht haben. Doch auch, wenn ich sie nicht mochte, fand ich sie, gleichfalls wie alle anderen Charaktere, größtenteils doch auch irgendwie sehr lebensnah geschrieben.

Abschießend kann ich einfach nur sagen, dass dieses Buch trotz des, nett ausgedrückt, eher mittelmäßigen Schreibstils und meiner zahlreichen Kritik, doch irgendwie lesenswert ist und ich mich tatsächlich die meiste Zeit gut unterhalten gefühlt habe. Allerdings sollte man ein bisschen Zeit für das Lesen einplanen, weil sich der Roman, obwohl er recht wenige Seiten hat, etwas schleppend lesen lässt. 

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