Sonntag, 7. Dezember 2025

„Mit gebrochenem Herzen sucht die Bildhauerin Grania Ryan Zuflucht in ihrer irischen Heimat. Bei einem Spaziergang an der Steilküste von Dunworley Bay wird Grania jäh aus ihren trüben Gedanken gerissen: Am Rande der Klippen steht ein Mädchen, barfuß und nur mit einem Nachthemd bekleidet. Der Wind zerrt an der zerbrechlichen Gestalt, und von plötzlicher Sorge ergriffen spricht sie das Kind an. Doch durch diese Begegnung stößt Grania die Tür zu einer über Generationen reichenden, tragischen Familiengeschichte auf – einer Geschichte von Leben und Tod, die mehr mit ihr zu tun hat, als sie es ahnen kann.“

- Beschreibung des Verlags -

Ich weiß echt nicht, warum ich bisher noch nicht viel mehr Bücher von Lucinda Riley gelesen habe, denn auch dieses hier konnte mich wieder begeistern, und zwar so richtig. Dieses spielt nämlich wieder in verschiedenen Zeitebenen, wobei es um Geheimnisse rund um zwei Familien geht, die letztendlich miteinander verwoben sind, alles super interessant und spannend geschrieben, aber auch mit vielen Emotionen.

Der Roman beginnt dabei mit einer Art Brief von Aurora, die kurz vor ihrem Lebensende steht und es wird schon bald klar, dass die Geschichte ihrer Familie mehr oder weniger noch einmal aus ihren Augen erzählt wird, die ganzen Geheimnisse, die Dramen und die Liebe. Sie erzählt von Grania, die Aurora eines Tages in Irland trifft und sich dieser annimmt, von Missverständnissen und Verlust, aber auch über Familie im Allgemeinen. Außerdem dreht es sich hier viel um die Liebe zum Ballett. Diese Themen hat die Autorin großartig miteinander verbunden, hat immer wieder Spannung aufgebaut und einige Wendungen eingebaut. Die ganzen Familienverhältnisse sind dabei zwar ziemlich verzwickt, aber dazu gibt es einen Stammbaum, den ich sehr praktisch fand. Ebenfalls mochte ich die vielen verschiedenen Aspekte der Geschichte, vor allem auch die Handlung, die sich rund um Mary, Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, dreht, deren Geschichte sich der von Grania ähnelt, aber für mich noch intensiver war. Allerdings muss ich auch sagen, dass der Brief Auroras vom Anfang erst mit dem letzten Brief am Ende des Buches, richtig Sinn ergibt und das auf wirklich tragische Weise, dass er der Geschichte noch einmal einen dramatischen Dreh gibt, der alle übrigen Fragen noch aufklärt. Dennoch fand ich das Ende insgesamt wirklich schön.

Auch die Charaktere, von denen es einige gibt, mochte ich hier sehr. Aurora steht für mich dabei im Mittelpunkt, da sich, zumindest in der Gegenwart, eigentlich alles um sie herum abspielt. Diese ist einfach ein super liebenswerter Wirbelwind, für ihr Alter extrem weise und dennoch ein typisches Kind von acht Jahren. Allerdings ist sie auch extrem einsam, hat schon einen großen Verlust miterlebt und wird auch im Laufe der Geschichte noch einiges erleben. Genauso muss Grania einen großen Verlust verkraften und gleichzeitig wirkt sich ihre Flucht nach Irland auf ihre Beziehung aus. Sie und ihre Eltern, gerade ihre Mutter Kathleen, mochte ich ebenfalls sehr und sowohl Mary als auch Anna waren sehr interessante Figuren. Aber es gab in diesem Buch sowieso zahlreiche sympathische Charaktere, die allesamt vielschichtig waren und lebendig geschrieben, hier und da aber auch solche, die nicht so nett waren.

Alles in allem bekommt man hier eine recht komplexe und emotionale Familiengeschichte, mit einigen Wendungen, die ich so nicht erwartet habe und einem Ende, welches mich wirklich fertig gemacht hat. Man bekommt zudem mit Irland ein super schönes Setting und viele tolle, lebendig geschriebene Charaktere. Ich habe es jedenfalls geliebt und kann es nur weiterempfehlen. 

Freitag, 5. Dezember 2025

„»Du bist wie eine Krankheit in mir, die darum bettelt, niemals geheilt zu werden ...«
Lilia Vespertine ist besessen davon, die Wahrheit über den Tod ihrer Mutter herauszufinden. Sie weiß, dass sie sich die seltsamen Parasiten nicht eingebildet hat, und erforscht sie auf eigene Faust — mit Erfolg. Ihr Ehrgeiz wird belohnt und sie erhält ein Stipendium für die abgelegene Dracadia Universität. Eine einmalige Chance, denn dort lehrt Professor Devryck Bramwell, der Experte ihres Forschungsgebiets. Gemeinsam suchen sie nach den Antworten auf ihre Fragen, wobei der junge, unnahbare Professor und die talentierte Studentin ständig aneinander geraten. Doch »Doctor Death« weiß mehr, als er zugeben mag und Lilia kommt nicht nur der Wahrheit, sondern auch ihm immer näher ...“

- Beschreibung des Verlags -

Nachdem ich so viel Gutes über diesen Roman gehört hatte, musste ich ihn einfach lesen, beziehungsweise hören und muss sagen, dass er wirklich perfekt gewesen wäre, hätte es nicht eins zwei Dinge gegeben, die ich echt nervig fand.

Schon allein, dass dieser Roman durch gegendert wurde, fand ich wahnsinnig schade, denn es machte das Lesen, beziehungsweise Hören, teilweise wirklich anstrengend und stört meiner Meinung nach den Lesefluss. Ansonsten fand ich den Schreibstil aber großartig, wirklich bildlich und eindringlich, was das Gendern für mich nur noch schlimmer macht.  

Ansonsten muss ich sagen, fand ich die Geschichte tatsächlich großartig, hätte aber nicht gebraucht, dass mir die Protagonistin immer wieder mitteilt, wie feministisch sie doch ist. Manchmal zeigen Taten eben mehr als Worte und von diesen Taten gibt es wirklich einige, egal ob gut oder schlecht. So geht es hier vor allem um Lilas Suche nach den Ursachen der Krankheit ihrer Mutter. Mit Professor Bramwell gerät sie dabei genau an den Richtigen, denn er erforscht genau diese Krankheit, nicht immer mit ganz legalen Mitteln. Zudem hat diese Forschung sogar noch mehr mit Lilas Familie zu tun, als sie tatsächlich ahnt. Überhaupt war dieser Aspekt schon ziemlich spannend und es gab einige unvorhersehbaren Wendungen, er war teilweise echt grausam und düster, andererseits aber auch echt interessant. 

Und dann gibt es noch die Beziehung zwischen Lilia und Devryck Bramwell, die sich zwar sehr langsam entwickelte und nicht ganz ohne das typische Hin und Her auskam, aber mit der Zeit dennoch immer intensiver wurde und es zu einigen spicy Szenen kam. Überhaupt konnte ich Bramwells Zögern echt gut verstehen, schließlich ist diese Beziehung alles andere als erlaubt. Nicht nur, ist er ihr Professor und auch noch um einiges älter, sondern auch noch ein Stück weit eine Gefahr für sie, da es einige Dinge rund um ihn herum gibt, die sich im Hintergrund abspielen, die Lilia schaden könnten. Dennoch prickelt es die ganze Zeit schon zwischen den beiden und die Atmosphäre insgesamt fand ich richtig toll. Ebenso ist das Setting super, echt düster, aber auch auf raue Art irgendwie schön. 

Die Charaktere mochte ich ebenfalls wirklich gern, denn sie sind vielschichtig und lebendig beschrieben. Lilia ist eine starke, junge Frau, selbstbewusst und unbeirrbar. Dennoch hat sie ihre Schwächen. Bramwell ist ein recht mysteriöser Typ mit verschiedenen Facetten, der vieles richtig macht, aber dennoch kein guter Mensch ist. Trotzdem konnte ich zumindest verstehen, warum er handelt, wie er handelt. Interessant fand ich an ihm zudem seine Krankheit, die ihn auch mal schwach aussehen lässt. Ansonsten gibt es noch einige mehr oder weniger wichtige, aber nicht weniger interessante Nebencharaktere, die allesamt ihre Daseinsberechtigung haben. 

Alles in allem muss ich sagen, ist dieser Dark Romance Roman für mich mal etwas anderes, düster, moralisch sehr grau, aber auch echt spicy und vor allem super spannend und mitreißend. Ich konnte ihn jedenfalls kaum aus der Hand legen und mochte auch das Hörbuch, bis auf das Gendern, wirklich gern, da es richtig gut vertont wurde. 

Dienstag, 2. Dezember 2025

„Eigentlich war die Kreuzfahrt eine großartige Idee: Während Liv und Nora mit ihren jeweiligen Ehemännern entspannen, toben sich die vier Kinder, zwischen acht und elf Jahren, im Kids-Club aus. Doch was bei einem Ausflug an Land passiert, ist der Albtraum so ziemlich jeder Familie: Wegen eines Moments der Unachtsamkeit der Mütter sind die Kinder plötzlich verschwunden. Während die Eltern zunächst sich selbst und dann sich gegenseitig beschuldigen, geht es bei den Kindern ums blanke Überleben.“

- Beschreibung des Verlags -

Ich muss sagen, ich kann nicht so recht verstehen, warum dieses Buch doch ziemlich viele eher negative bis mittelmäßige Bewertungen bekommen hat, denn ich fand es, wenn auch nicht perfekt, dennoch durchaus gut und auf jeden Fall unterhaltsam. Teilweise war es sogar relativ tiefgründig, was man aber eventuell nur versteht, wenn man selbst Kinder hat.

Vor allem fand ich richtig toll, dass man einen guten Einblick in alle wichtigen Charaktere und auch deren bisheriges Leben bekommt, denn die Kapitel wechseln immer wieder zwischen den verschiedenen Perspektiven hin und her und es gibt immer wieder einen Blick in die Vergangenheit der jeweiligen Figur, um die es gerade geht. Daher weiß man als Leser auch immer, was gerade mit den Kindern geschieht, was zwar ein bisschen von der Spannung nimmt, welche die Eltern erleben, aber dennoch blieb die ganze Geschichte zumindest für mich spannend genug. Schon allein dadurch, dass man nicht so richtig weiß, was als Nächstes kommt, und es gab wirklich einige Wendungen, blieb es wirklich packend. Ebenfalls fand ich gut, dass sich die Geschichte mal mit Themen wie Mutterschaft beschäftigt, mit Verantwortung und mit den typischen Ängsten, die hier natürlich durch das Verschwinden der Kinder auf die Spitze getrieben wird. Aber auch um Kinder auf der Flucht geht es nebenbei. Dabei handelt es sich bei diesem Roman, anders, als ich gedacht hatte, nicht um einen Thriller, sondern um einen typischen Gegenwartsroman, auch, wenn es ein paar Aspekte gibt, die wirklich nicht leicht zu verdauen und krass waren. Diesbezüglich muss ich auch darauf hinweisen, dass es in diesem Buch eine Szene mit einer Vergewaltigung an einem Kind gibt und auch Mord wird thematisiert. Wer damit nicht umgehen kann, sollte dieses Buch wirklich nicht lesen. 

Was die Charaktere angeht, so gibt es hier gleich drei Familien mit je zwei Kindern und noch einige Nebenfiguren, die mehr oder weniger wichtig sind. Dennoch konnte ich nur am Anfang noch die Kinder nicht immer gleich zuordnen, was aber mit der Zeit besser wurde. Mit den anderen Charakteren hatte ich gar keine Probleme. Ansonsten sind die Figuren größtenteils typische, gut situierte Amerikaner, die hier mit der traurigen, tragischen Realität konfrontiert werden. Ans Herz gewachsen sind sie mir dabei zwar nicht, aber ich fand sie dennoch gut geschrieben. Genauso muss ich sagen, sind die Kinder echt gut gezeichnet, alle mit eigenen Besonderheiten, nicht immer wahnsinnig sympathisch, aber dennoch lebendig. Am meisten ist mir aber die kleine Noemi ans Herz gewachsen, die eigentlich eher zufällig in die ganze Sache mit hineingezogen wird.

Alles in allem fand ich dieses Buch wirklich gut und flüssig geschrieben, die Geschichte durchaus spannend und unterhaltsam, manchmal mit dem Finger auf dem wunden Punkt der Gesellschaft, teilweise sogar echt böse, aber trotzdem auch irgendwie nicht realistisch genug, um sich damit selbst zu geißeln. Hier finde ich diesen letzten Punkt sogar richtig passend und deshalb kann ich es auch durchaus weiterempfehlen.