Dienstag, 13. Februar 2018


Band 1: Outlander. Feuer und Stein
Band 2: Outlander. Die geliehene Zeit
Band 3: Outlander. Ferne Ufer
Band 4: Outlander. Der Ruf der Trommel
Band 5. Outlander. Das flammende Kreuz
Band 6: Outlander. Ein Hauch von Schnee und Asche
Band 7: Outlander. Echo der Hoffnung
Band 8: Outlander. Ein Schatten von Verrat und Liebe
Band 9 wird irgendwann kommen, aber Erscheinungstermin ist nicht bekannt

1946. Kurz nach dem zweiten Weltkrieg will die englische Krankenschwester Claire in den schottischen Highlands ihre Flitterwochen nachholen. Jedoch ahnt sie nicht, dass dieser Urlaub ihr Leben grundsätzlich verändern wird, denn bei einer Erkundungstour zu einem magischen Steinkreis geschieht das Unmögliche. Claire wird durch die Steine ins Jahr 1743 geworfen und sieht sich plötzlich einer Gruppe Highlander gegenüber, die sie auf Burg Leoch, den Sitz des Clans MacKenzie, verschleppen. Einer von ihnen ist der junge Jamie, der ihr inmitten widriger Umstände und Gefahren zur Seite steht und allmählich kommen sich die beiden näher. Nachdem mich die Serienadaption der Outlander-Reihe so sehr in ihren Bann ziehen konnte, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis ich mir auch die Bücher einverleiben würde. Also habe ich mir nun endlich den ersten Band zur Hand genommen und konnte gar nicht mehr aufhören, die Geschichte von Claire und Jamie zu suchten.

Das ist teilweise dem tollen Schreibstil der Autorin geschuldet. So kam ich super schnell und flüssig durch die über eintausend Seiten. Trotz, dass sie sehr bildlich schreibt und viel erklärt, war dies für mich zu keiner Zeit unnötig oder zu viel. Vielmehr passte einfach alles zusammen. Und auch die Fremdwörter, die ab und zu auftauchten, störten mich so gar nicht, da sie sich meist selbst erklärten. Ebenso die dezent eingearbeiteten Erklärungen zur Aussprache einiger Namen und Begriffe fand ich sehr gelungen.

Andererseits ist da die sehr umfangreiche Handlung des Buches, die mich, trotz ihrer Länge und Ausführlichkeit, vollends packen konnte. Natürlich war sie für mich, da ich sie ja in gekürzter Weise schon durch die Serie kannte, nicht mehr so spannend, wie für jemanden, der komplett mit der Saga beginnt, dennoch hat sie mich an einigen Stellen dann doch noch sehr überraschen können. Dazu hat es Diana Gabaldon geschafft, diese Story in eine wahnsinnig realistisch wirkende Umgebung und einen wahren historischen Hintergrund einzuflechten, dass man sich direkt in sie hineingezogen fühlt. Man kommt den Highlands und den Bräuchen und Sitten dieser Zeit beim Lesen so nah, wie nur möglich. Außerdem ist die Mischung aus historischem Drama und Liebesroman sehr interessant. Dabei finde ich besonders schön, dass es auf keiner Seite kitschig wird, sondern durchaus auf eine ehrliche und erwachsene Art romantisch. Claire und Jamie nähern sich langsam an, nicht überstürzt, wie in so vielen anderen Geschichten, was auch ihre Beziehung viel wirklicher machte. Sehr gefallen hat mir in diesem Zusammenhang auch die Chemie der Beziehung zwischen den beiden. Ebenfalls finde ich, dass man in diesem Roman noch viel über verschiedene Themen lernen kann, da er sehr abwechslungsreich den Leser am Wissen der Charaktere und der Autorin teilhaben lässt. Man lernt viel über die politische Situation Schottlands im achtzehnten Jahrhundert, über das Clansystem und die medizinische Versorgung dieser Zeit, aber auch Claires Pflanzenkunde. Abgerundet wurde dies alles durch ein wunderschönes, wenn auch dramatisches und emotionales Ende, welches diesen Band perfekt abschließt, nicht zu offen, aber dennoch Lust darauf machend, weiter zu lesen.

Was diesen Roman für mich allerdings am meisten getragen hat, waren die zahlreichen, sehr nachvollziehbar und realistisch geschriebenen Charaktere, allen voran die Protagonisten Claire und Jamie. Wie schon in der Serie liebe ich deren Persönlichkeiten sehr und auch das Zusammenspiel der beiden. Mein absoluter Lieblingscharakter ist allerdings der willensstarke, mutige und absolut liebenswerte Highlander Jamie. Für mich ist dieser Mann einfach nur der Inbegriff eines ganzen Kerls und wer würde sich wohl nicht in so einen verlieben?! Aber auch Claire mochte ich sehr, obwohl ich sie anfangs noch ein bisschen zu abgeklärt fand. Dennoch ist sie eine sehr starke und liebenswerte Person, die sich trotz ihrer Situation nicht unterkriegen lässt und das Beste daraus macht.

Alles in Allem ist dieses Buch für mich mindestens so gut wie die Serie, wenn nicht sogar besser. Oder sagen wir es so: An manchen Stellen mochte ich die literarische Vorlage lieber, an manchen die filmische Umsetzung, aber dennoch hat der Roman natürlich viel mehr zu bieten. Ich liebe ihn jedenfalls sehr und freue mich schon auf den nächsten Band, auch wenn ich, auf Grund der vielen Seiten und der umfangreichen Handlung, erst einmal eine Pause brauche, um alles sacken zu lassen.