Montag, 5. Februar 2018


In unserer Gesellschaft werden Angsterkrankungen noch immer gern unter den Teppich gekehrt. Dabei leiden viel mehr Deutsche an dieser psychischen Krankheit, als die meisten denken, auch die Autorin Franziska Seyboldt. In diesem Buch erzählt sie aus ihrem Leben mit der Angst. 

Die Autorin erzählt mit wahnsinnig viel Witz und Ironie. Ihr Schreibstil ist einfach und leicht lesbar, aber sehr verbildlicht. So beschreibt sie die Angst als Person, die sie auf ihren Wegen begleitet, mit ihr spricht und ihr Leben buchstäblich beeinflusst. So kann man sich beim Lesen sehr gut in sie und ihre Gefühle hinein versetzen. Gerade selbst Betroffene werden sich in diesem Buch ganz oft wiederfinden, denn genauso ging es mir. Ich konnte Franziska Seyboldts Gedanken und Gefühle so gut nachvollziehen und mich in so einige Situationen hinein versetzten und habe sie selbst schon so oder so ähnlich erlebt.

Natürlich kann man die Handlung des Buches nicht bewerten, da es die Gedanken und Erlebnisse der Autorin selbst sind. Aber man kann doch auf jeden Fall sagen, dass sie dieses ernste Thema sehr anschaulich herüber gebracht hat. Gerade ihr Plädoyer am Ende hat mich sehr bewegt. Man sollte dieses Thema, sowie auch alle anderen Themen rund um psychische Erkrankungen eben nicht weiter ignorieren. Man muss darüber sprechen oder schreiben. In diesem Sinne hat Franziska Seyboldt allen Betroffenen eine Stimme gegeben. Sie hat ein Tabuthema aufgedeckt, ohne auf die Tränendrüse zu drücken oder Mitleid zu erheischen. Und genau das brauchen alle, die jeden Tag mit diesen unterschätzten Krankheiten zu kämpfen haben, nämlich ein offenes Ohr und Verständnis.

Und so kann ich dieses Buch, auch wenn mir irgendetwas, was ich nicht benennen kann, gefehlt hat, nur allen weiter empfehlen und ich sage, wirklich allen. Dieses Thema geht nicht nur psychisch Kranke etwas an, sondern jeden. Die Welt braucht noch viel mehr solcher Bücher. Danke Franziska für deine offenen und ehrlichen Worte!