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Samstag, 24. Januar 2026

„Nachdem ihr letzter Einsatz in einer Tragödie endete, soll Scharfschützin Nell Gallows in die Spezialeinheit Malum versetzt werden. Die Soldaten dieser Truppe sind bekannt dafür, nur die gefährlichsten Einsätze zu übernehmen – und Neuzugängen das Leben zur Hölle zu machen. Was also tun, wenn bald die Qual beginnt? Eine letzte Nacht der Freiheit! Doch der Unbekannte, mit dem Nell sie verbringt, ist ausgerechnet der Mann, den sie am meisten fürchten sollte: Bradshaw, ihr künftiger Vorgesetzter. Bradshaw ist grausam und gnadenlos – und dennoch ist da etwas, das die beiden magnetisch zueinander zieht.“

- Beschreibung des Verlags -

Wahnsinn, was war das bitte für eine geniale Geschichte! Eigentlich hatte ich dieses Buch erst gar nicht auf dem Schirm, musste es dann aber einfach lesen, weil es so oft weiterempfohlen wurde. Wie bin ich froh, dass ich das getan habe, denn hiermit habe ich mein erstes Highlight für dieses Jahr gefunden.

In diesem Dark Military Romance Roman bekommt man es mit zwei wirklich durchgeknallten und doch großartigen Protagonisten zu tun, die einerseits absolute Psychopathen sind, andererseits aber auch zutiefst gebrochen und im Verlauf der Geschichte immer mehr ihre Menschlichkeit durchblitzen ließen. Diese treffen bereits ziemlich früh aufeinander, wobei es nach noch nicht einmal fünfzig Seiten direkt ziemlich heiß zwischen den beiden hergeht und wow, was war das für eine knisternde Chemie und prickelnder Spice. Ich war jedenfalls direkt drin in der Geschichte und konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. 

Kurz darauf kam dann auch noch das Militär-Setting dazu, in welchem sich Nell beweisen und gleichzeitig Bradshaws Psychospielchen, die auch mal blutig und brutal werden konnten, stellen musste. Als es dann zum ersten richtigen Einsatz kam, wurde die Geschichte so richtig spannend, denn neben der knisternden, erotischen Anziehung zwischen Nell und ihrem Kollegen, wurde es auch noch richtig gefährlich und brutal. Schnell war der Spaß vorbei und die beiden mussten um ihr Überleben kämpfen. Dabei wurde das Militär selbst nicht romantisiert, sondern einfach knallhart aufgezeigt, wie schlimm es Soldaten wirklich ergeht. Gleichzeitig hat es die Autorin geschafft, ohne Verluste genau drauf zu halten, wenn verletzt und gemordet wird. Eine Realität, die so oder so ähnlich sicher existiert und von der ich mich absolut distanziere, die ich aber auch durchaus verstehen kann. Dazu kamen zahlreiche Wendungen und Überraschungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte, wozu auch Verrat gehört und Tote gibt es auch nicht wenige, sogar von einigen mehr oder weniger liebgewonnenen Charakteren musste ich mich verabschieden und das hat mich wirklich fertig gemacht. Das Ende dann war super emotional, hat mich aber auch zufrieden zurückgelassen.

Ansonsten kann man sich bei diesem Roman auf ziemlich viele witzige und gleichzeitig auf unterhaltsame Weise bekloppte Momente freuen, auf kreativ geschriebene, prickelnde, aber auch teils skurrilen Sexszenen, wobei Nell und Bradshaw anfangs noch eine gewisse Hassliebe verbindet, aber auch eine gewisse Tiefgründigkeit, die ich bei diesem Roman so gar nicht erwartet hätte. Überhaupt ist hier vieles anders, als man von Dark Romance gewohnt ist und gleichzeitig ist die Geschichte genau das, dark, brutal und sexuell aufgeladen.

Alles in allem habe ich dieses Buch einfach nur geliebt, denn dieses erzählt die außergewöhnliche, fast schon kranke Liebesgeschichte zwischen zwei sehr besonderen, starken und doch gebrochenen Charakteren. Die Geschichte ist zudem super spannend, knisternd und auf ihre ganz eigene Weise sogar extrem emotional. Kindern und Jugendlichen unter achtzehn Jahren kann ich aber dennoch nur raten, Finger weg, denn das hier ist Feuer pur und daran verbrennt man sich zu schnell.

Donnerstag, 15. Januar 2026

Band 1: Songs for the Beautiful
Band 2: Songs for the Broken

„Manchmal kann ein einziger Song dein Leben zerstören …
Presley Wren ist eine der erfolgreichsten Pop-Sängerinnen, die Amerika zu bieten hat. Bis ein Shitstorm ihrer skandalträchtigen Karriere ein Ende setzt und sich das Label von ihr trennt. Presley ist gewillt, alles für ein großes Comeback zu tun – sie ist sogar bereit, sich auf eine Publicity-Beziehung mit dem gefeierten Football-Star Kane Crawford einzulassen, wie es ihr neuer Produzent von ihr verlangt. Doch der Musik-Mogul stellt noch weitaus härtere Bedingungen. Und Presley muss sich bald fragen, ob sie wirklich bereit ist, den hohen Preis für Ruhm zu bezahlen …“

- Beschreibung des Verlags -

Ich muss schon sagen, dass ich diesen Band hier durchaus besser fand als seinen Vorgänger, denn hier war die Liebesgeschichte tatsächlich um einiges intensiver und auch die Handlung insgesamt war spannender. Zudem wurde hier ein Thema eingewoben, welches echt wichtig ist und es Presley schwer macht, sich voll auf Kane einzulassen, obwohl die beiden natürlich mit der Zeit Gefühle füreinander entwickeln. Dabei fand ich schön, dass sich die beiden von Anfang an mit viel Respekt begegnen und auf Augenhöhe. Außerdem gab es wirklich schöne und romantische Szenen, zum Beispiel im Zusammenhang mit einer Preisverleihung, die nicht so verläuft, wie es sich Presley gewünscht hätte, aber vor allem bei einem gemeinsamen Besuch auf der Farm von Kane's Familie. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass Presley eher mit der Sprache über das, was ihr geschehen ist, herausrückt, kann aber auch ihre Bedenken, Zweifel und Ängste verstehen. Am Ende war die Geschichte aber, bis auf Kleinigkeiten, wirklich gut.

Was die Charaktere angeht, so war ich hier in Bezug auf Presley etwas hin und her gerissen, denn durch ihr toughes Auftreten im ersten Band hatte ich ein gewisses Bild von ihr in meinem Kopf, welchem hier komplett widersprochen wurde. Plötzlich war Presley eigentlich nur noch ein Haufen bedauernswertes Elend, gleichzeitig habe ich sie immer wieder als ziemlich arrogant wahrgenommen, obwohl sie es gar nicht wirklich war. Andererseits konnte ich sie aber absolut verstehen und auch ihre Maske, die sie nach außen hin aufsetzt, habe ich als solche erkannt. Kane hingegen habe ich sofort ins Herz geschlossen, denn er ist einfach ein Traummann, der immer wieder versucht, es Presley so angenehm wie möglich zu machen, sie zu keiner Zeit bedrängt und stattdessen immer auf respektvollen Abstand geht. Auch seine Familie mochte ich sehr, denn diese hat, obwohl sie nur eine kleine Nebenrolle spielt, eine gewisse Gemütlichkeit in die Story gebracht. Und dann gibt es noch Kane's Haustier, welches mal was gans Besonderes war.

Alles in allem war dieser Roman nicht perfekt und es war nun auch nicht unbedingt so, dass ich ihn nicht hätte aus der Hand legen können, aber er war dennoch recht unterhaltsam und die Liebesgeschichte zwischen Presley und Wren echt süß. Mal schauen, ob ich demnächst noch einmal ein Buch dieser Autorin lesen werde.

Mittwoch, 31. Dezember 2025

Band 1: Songs for the Beautiful
Band 2: Songs for the Broken

Manchmal kann ein einziger Song dein ganzes Leben verändern …
Seit sie denken kann, liebt Suki das Singen. Bislang traute sie sich aber nie, ihre Leidenschaft außerhalb ihrer eigenen vier Wände zu verfolgen. Als ein heimlich von ihr aufgenommenes Video viral geht und sie einen Plattenvertrag erhält, scheint ihr Traum von einer Karriere als Popstar unverhofft zum Greifen nah. Im Tonstudio trifft sie schließlich auf ihren neuen Songwriter River – und hätte am liebsten wieder kehrtgemacht. Denn Suki und River verbindet eine gemeinsame Vergangenheit. Und sollte River diese ans Licht zerren, könnte Sukis Rising Star schneller erlöschen, als ihr lieb ist …“

- Beschreibung des Verlags -

Eigentlich mag ich ja Geschichten, in denen es um Musik geht und irgendwie konnte ich Sukis Reise in diesem Buch auch absolut nachvollziehen, egal ob die anfänglichen Zweifel am eigenen Talent, über die teilweise schon bösartigen und kompromisslosen Mittel der Musikbranche, bis hin zur letztendlichen Einsicht, und doch fand ich diesen Roman in großen Teilen einfach nur langweilig.

Vor allem finde ich, dass die Musikkarriere von Suki mit all ihren Pros und Contras viel zu sehr im Mittelpunkt stand und was sie in Bezug darauf erlebt, wurde mir persönlich auch zu sehr in die Länge gezogen. Dafür begann die Liebesgeschichte erst ziemlich spät an Fahrt aufzunehmen und es wurde auch lange nicht aufgelöst, warum sich Suki und River eigentlich nicht ausstehen können. Es gab zwar immer wieder Anspielungen, aber so richtig zum Punkt kam die Autorin erst gegen Ende der Geschichte. Überhaupt hat sich vieles am Ende gebündelt, während die Geschichte ungefähr die ersten dreihundert Seiten nur so vor sich hin plätscherte, zumal ziemlich schnell klar wurde, wie toxisch das Musik Label wirklich ist.

Was die Charaktere angeht, so fand ich diese im Großen und Ganzen wirklich in Ordnung und durchaus nett. Ich mochte zum Beispiel Suki ganz gern, obwohl sie schon recht naiv ist und sich ziemlich lange herumschubsen lässt. Andererseits konnte ich das aber auch verstehen, da man wohl nicht oft die Möglichkeit bekommt, im Musikbusiness groß rauszukommen und außerdem macht sie ihre kleinen Fehler auch irgendwie menschlich. River mochte ich ebenfalls ganz gern und fand ihn echt sympathisch. Allerdings hätte er auch hier und da ein paar Ecken haben können. Diese hatte hingegen Presley Wren, die ich von allen am interessantesten fand und auf deren Geschichte ich mich in Band zwei bereits freue.

Sonntag, 5. Oktober 2025

Band 1: Now and Forever-Weil ich dich liebe
Band 2: With or Without You - Mein Herz gehört dir
Band 3: Only with You - Du bist mein größtes Glück

„Sie wollte ihn nur für eine Nacht. Doch er will sie für immer!
Jillian Nichols weiß, dass sie nicht wie andere Mädchen ist. Dass sie nie eine Zukunft, nie ein normales Leben haben wird. Doch sie will kein Mitleid und tut alles, um ihr Geheimnis vor allen zu verbergen. Darum gibt es für sie klare Regeln, wenn es um Jungs geht – einen Tanz, einen Drink, eine Nacht und niemals mehr. Das geht so lange gut, bis sie Liam trifft. Der schottische Austauschstudent ist nicht nur super hot und supernett, sondern auch super stur. Liam will nicht nur eine Kerbe an Jillians Bettpfosten sein und ihre Regeln sind ihm völlig egal. Er ist wild entschlossen, an Jillians Seite zu bleiben. Doch wird sie ihm jemals vertrauen?“

- Beschreibung des Verlags -

Angefangen hat die Geschichte von Jillian und Liam wirklich gut und der Schreibstil ist auch super, sehr angenehm und flüssig zu lesen. Allerdings wurde es zwischendrin teilweise etwas sehr trivial, noch immer mit teilweise sehr schönen Szenen, aber nicht wirklich packend.

Vor allem hatte ich erwartet, dass die Geschichte sehr emotional werden würde, sehr romantisch und dramatisch, aber das blieb leider größtenteils aus. Dafür gibt es ziemlich viel typisches Beziehungs-Hin und Her, erstaunlich viel Sex und einiges Palaver zwischen Jill und ihrer Mutter Tara. Auch konnte ich mit dem Kurs in der Uni so gar nichts anfangen, fand das ganze Thema recht unrealistisch. Gibt es solche Kurse wirklich an ernstzunehmenden Unis in Amerika? Gefehlt hat mir ebenfalls, dass man mehr über Jills Krankheit erfährt. Diese ist zwar mal etwas, wovon ich in dem Zusammenhang noch nichts gelesen habe, was ich auch richtig gut fand, allerdings wurde diese immer wieder nur angedeutet, bevor sie erst gegen Ende wirklich zum Tragen kam und dann gab es natürlich erst einmal wieder das typische Drama. Schön fand ich aber durchaus die Beziehung zwischen Jill und Liam, vor allem, dass er so ein lieber Typ und sehr geduldig mit ihr ist. Auch die Freundschaft zwischen Jill, Jess und Cassie war echt süß. Trotzdem konnte mich die Geschichte nicht so richtig in ihren Bann ziehen.

Im Großen und Ganzen war die Geschichte also nicht ganz das, was ich erwartet hatte, weshalb ich auch etwas enttäuscht bin. Dennoch war sie relativ unterhaltsam, ließ sich leicht weglesen und vor allem Liam war als Charakter echt süß, wohingegen mich Jillian teilweise etwas genervt hat. Trotzdem will ich die Trilogie weiterlesen und bin schon gespannt auf die Liebesgeschichte von Jess und Roman. 

Sonntag, 21. September 2025

„Mexiko, 1950: Ein verstörender Brief führt Noemí in ein gespenstisches Herrenhaus im nebeligen Hochland. Dort lebt ihre frisch vermählte Cousine Catalina, die behauptet, ihr Mann würde sie vergiften. Ohne zu zögern, reist Noemí nach High Place, dem Sitz der englischen Familie Doyle, in die Catalina überstürzt eingeheiratet hat. Doch das Ansehen der Doyles ist längst verblasst und ihr Herrenhaus zu einem dunklen Ort geworden. Gut, dass Noemí keine Angst hat – weder vor Howard Doyle, dem widerwärtigen Patriarchen der Familie, noch vor Catalinas eitlem Ehemann Virgil. Aber als Noemí herausfindet, was auf High Place vor sich geht, ist es fast zu spät, um von dort zu entkommen …“

- Beschreibung des Verlags -

Eigentlich habe ich mich hier auf eine besondere, gruselige und mysteriöse Geschichte rund um die Familie Doyle und ihr mysteriöses Anwesen High Place gefreut, doch leider wurden meine Erwartungen in einigen Bereichen nicht wirklich erfüllt. 

So gibt es zwar einige Ungereimtheiten und interessante Mysterien auf High Place, vor allem, was die Bewohner und deren Verhalten angeht, doch wirklich gruselig war die Geschichte, trotz einer gewissen, düsteren Atmosphäre, nicht und auch bei weitem nicht so mitreißend, wie ich mir erhofft hatte. Viel mehr fand ich das Buch einerseits verständlich und flüssig geschrieben, andererseits entwickelte sich die Handlung allerdings recht träge, wodurch sie mich nicht so richtig packen konnte. Leider haben auch selbst Noemís wirren Träume die Geschichte nicht wirklich spannender oder gruseliger gemacht, wenn sie auch mysteriös waren und einige Rätsel aufgegeben haben, die am Ende auch recht interessant und zumindest für mich nicht vorhersehbar aufgelöst wurden, genauso, wie die ganzen Geschehnisse auf High Place. Gefehlt hat mir jedoch ein bisschen auch die Interaktion zwischen Noemí und Catalina. Dafür gab es umso mehr Umgang zwischen Noemí und Francis, einem Mitglied der Familie Doyle, fast schon eine Liebesgeschichte, die sich aber nur im Hintergrund abspielt. 

Richtig cool und am besten im ganzen Buch fand ich durchaus die Charaktere. Mit Noemí als Protagonistin bekommt man einerseits nämlich eine verwöhnte, junge und vor allem moderne Frau, die die Großstadt, Partys und kleine Flirtereien liebt, andererseits aber auch ziemlich tough ist und sich nichts so schnell vormachen lässt. Selbst der alte Doyle, der wahrscheinlich das Einzige gruselige am Buch ist, kann sie nicht wirklich beeindrucken, wenn sie ihn auch ziemlich abstoßend findet und das ist er auch durchaus, richtig furchtbar, aber überzeugend geschrieben, genau wie der Rest der Doyle Familie. Der einzige sympathische Doyle ist dabei Francis, der zwar mal nicht der hübsche, sexy Kerl ist, sondern eher der Nerd, aber dafür richtig lieb. Einzig Catalina kam mir auch diesbezüglich mal wieder etwas zu kurz, weil man sie eigentlich nur aus Noemís Sicht kennenlernt und kaum in Aktion erlebt. 

Alles in allem fand ich dieses Buch okay, hätte mir aber mehr Spannung und Grusel gewünscht. Ebenfalls hätte die Geschichte um einiges fesselnder geschrieben sein können. Dafür waren die Charaktere aber echt super geschrieben und ich fand die resolute Noemí als Protagonistin wirklich großartig. 

Freitag, 15. August 2025

„Paris, 1884. In die neurologische Abteilung der Salpêtrière-Klinik wird ein kleines Mädchen eingeliefert: Runa, die allen erprobten Behandlungsmethoden trotzt und den berühmten Arzt und Hysterieforscher Dr. Charcot vor versammeltem Expertenpublikum blamiert. Jori Hell, ein Schweizer Medizinstudent, wittert seine Chance, an den ersehnten Doktortitel zu gelangen, und schlägt das bis dahin Undenkbare vor. Als erster Mediziner will er eine Patientin heilen, indem er eine Operation an ihrem Gehirn durchführt. Was er nicht ahnt: Runa hat mysteriöse Botschaften in der ganzen Stadt hinterlassen, auf die auch andere längst aufmerksam geworden sind. Und sie kennt Joris dunkelstes Geheimnis ...“

- Beschreibung des Verlags -

Eigentlich hat mich dieses Buch nie wirklich interessiert, bis es dieses dann als Mängelexemplar zu kaufen gab und die Buchkaufsucht zugeschlagen hat. Kein Wunder, dass es deshalb auch so lange ungelesen im Regal stand. Nun war es aber Zeit für die Lektüre dieses doch schon besonderen Werkes, welches ich einerseits schon interessant und streckenweise recht spannend fand, welches aber gerade am Anfang leider lange brauchte, um in Fahrt zu kommen und auch ansonsten einige Dinge an sich hatte, die mir nicht so gut gefallen haben.

Man begibt sich mit diesem Roman ins Paris des Jahres 1884, wo der junge Medizinstudent Jori versucht, Heilung für seine heimliche Liebe Pauline zu finden. Ihn begleitet man dann auch größtenteils durch die Geschichte, wobei es sehr medizinisch wird, aber nicht so, wie wir es heute kennen, sondern teilweise auf sehr makabere, teils schon bösartige Weise. Gerade Dr. Charcot war dabei ein Beispiel für Machtgehabe und fehlende Liebe für den Mitmenschen, was mich extrem sauer und traurig gemacht hat, zumal der Roman sich sehr an der Realität entlang schlängelt. Vieles, was man hier erfährt, gab es zu dieser Zeit wirklich und obwohl ich davon bereits wusste, hat es mich teilweise sprachlos gemacht. 

Jori ist dabei ein Charakter, von dem ich nicht so richtig wusste, was ich von ihm halten soll. Einerseits will er unbedingt Pauline retten, will wirklich heilen und scheint eigentlich kein schlechter Kerl zu sein. Andererseits scheint er manchmal etwas schwer von Begriff und macht vieles mit, was er eigentlich nicht tun sollte. Dennoch zeigt er wenigstens ein Gewissen und im Laufe der Geschichte entwickelt er sich weiter. Auch zu Runa entwickelt er eine fast schon liebevolle Beziehung.

Doch wer denkt, dass Jori, der eigentlich Johann Richard Hell heißt, die einzige wichtige Person in diesem Buch ist, der täuscht sich, denn dieses wird aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt, allesamt aus der personellen Sicht, bis auf einen Fall, was im Endeffekt eine tiefere Bedeutung hat. Aber kommen wir erst einmal zu den anderen Charakteren. 

Da ist zum Beispiel der ehemalige Polizist Lecoq, der sich selbst als Verbrecher betitelt, aber durch einen alten Bekannten auf einen Fall angesetzt wird, der ihn, ohne, dass er es selbst merkt, immer mehr in die Machenschaften rund um Jori, die Salpêtrière und Runa verwickelt. Außerdem gibt es die beiden Kinder Isabelle und Frédéric, die sich mehr oder weniger mit Lecoq anfreunden und ihm helfen. Und dann ist da noch Maxime, der einzige Ich-Erzähler in diesem Buch, der mit der eigentlichen Geschichte gar nicht so viel zu tun hat, aber dennoch im Großen und Ganzen eine wichtige Rolle spielt. Hier will ich aber nicht zu viel verraten.

Am Wichtigsten ist aber die Figur, die hier im Mittelpunkt steht und das ist natürlich Runa selbst, von der man anfangs gar nicht allzu viel erfährt und die mehr wie ein großes Rätsel wirkt. Dieses Mädchen ist besonders, scheint aggressiv und unnahbar, redet nicht und interagiert auch nicht wirklich. Dafür aber gibt es an verschiedenen Orten mysteriöse Botschaften, welche nach und nach mehr und mehr Sinn ergeben und ein Stück weit erklären, warum Runa so ist, wie sie ist. Leider wird aber nie alles ganz aufgeklärt und es bleiben am Ende viele Fragen offen, was ich echt schade fand.

Alles in allem begann dieser Roman sehr langsam. Schon allein, bis Runa tatsächlich auftauchte, dauerte es um die hundert Seiten und selbst dann kam die Geschichte nur allmählich in Fahrt. Irgendwann wurde es allerdings echt spannend und ich habe auf eine allumfassende Auflösung hin gefiebert, was es mit Runa und ihrem Verhalten auf sich hat, was eben nicht so kam, wie erwartet. Dafür war das Buch aber wirklich gut geschrieben und bis auf das Medizinische und die französischen Namen ließ es sich flüssig lesen. Ob ich es empfehlen würde, kann ich aber nicht wirklich sagen, da es eben nicht schlecht war, mich aber auch nicht umgehauen hat. Dennoch wird die Geschichte sicher in meinem Kopf bleiben, weil sie doch recht einprägsam und besonders ist.

Sonntag, 26. Januar 2025


„Abby ist Mitte zwanzig, lebt in London, arbeitet als Journalistin und ist bipolar. Trotz ihrer Krankheit führt sie mit ihrem Freund Beck ein einigermaßen normales Leben – bis sie eines Abends ihren Nachbarn Simon tot in seiner Wohnung findet, als sie sich nur mal eben eine Dose Tomaten zum Abendessen ausleihen möchte. Zu ihrem eigenen Erstaunen ist Abby von dem Ereignis zunächst seltsam ungerührt, aber nach diesem Mittwochabend gerät das fragile Gleichgewicht ihres Lebens immer mehr ins Wanken, und Abby scheint nichts dagegen unternehmen zu können …“

- Beschreibung des Verlags -
Anfangs war ich bei diesem Buch wirklich noch guter Dinge, zumal das Thema echt interessant, emotional und auch wichtig ist, schließlich nehmen psychische Erkrankungen in der Bevölkerung immer mehr zu. Besonders auch, dass der Autor weiß, wovon er da geschrieben hat, fand ich gut. 

Dennoch war ich während des Lesens immer wieder hin- und hergerissen, weil mich die Geschichte nicht so packen konnte, wie ich es gern gehabt hätte. Zwar fand ich gerade den Anfang auf skurrile Weise gut und den Verlauf von Abbys manischer, später depressiven Episode echt gut beschrieben und interessant, aber zwischendurch gab es hier und da einfach zu viele Längen. Das, obwohl das Buch mit nicht einmal vierhundert Seiten gar nicht mal so lang ist. Gerade auch die Szenen, die in der Klinik spielen, wirkten auf mich etwas in die Länge gezogen. Ebenfalls ist mir die Liebesgeschichte zwischen Abby und Beck etwas zu kurz gekommen, um deren Beziehung zueinander richtig verstehen zu können, schließlich ist es auch für den Partner nicht leicht, mit einer manisch-depressiven Person zusammenzuleben. Nur zwei Briefe von Beck erklären seine Gefühle recht eindrücklich, was ich auch wirklich gut und emotional fand. Das Ende der Geschichte fand ich zwar ebenfalls ganz gut und zufriedenstellend, aber insgesamt hat mir irgendetwas gefehlt, was ich nicht so richtig benennen kann.

Die Charaktere fand ich in diesem Buch ebenfalls ganz in Ordnung. Ich habe Abby, Beck und auch Melody zwar nicht wirklich ins Herz schießen können, aber war dennoch damit zufrieden, wie sie geschrieben sind, nämlich realistisch und im weitesten Sinne nachvollziehbar. Auch die Entwicklung der Protagonistin ist sehr gut beschrieben. Man muss die Charaktere in einem Buch auch nicht wahnsinnig mögen, solange sie etwas an sich haben, damit man ihnen gern folgt und das hatte Abby.

Alles in allem fand ich diese Buch okay. Die Geschichte von Abby war durchaus gut, hätte aber packender geschrieben sein können. Auch die Charaktere waren in Ordnung. Man bekommt hier also einen durchschnittlichen Roman, der zwischendurch Durchhaltevermögen erfordert.

Montag, 13. Januar 2025

Dieses Buch wurde mir zu Rezensionszwecken in Zusammenarbeit von Vorablesen und dem Blanvalet Verlag zur Verfügung gestellt. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken.

„Katarina Shaw weiß eins ganz sicher: Sie ist dazu bestimmt, olympische Eistänzerin zu werden. Als sie Heath Rocha – selbst aus armen Verhältnissen stammend – kennenlernt, findet sie in ihm den Partner, um diesen Traum zu verwirklichen. Aus den Kindheitsfreunden wird ein rebellisches Duo, das sich bis in die obersten Ränge der glitzernden Eissportwelt hochkämpft. Mit den Funken, die zwischen ihnen sprühen, und mit ihrer Achterbahnbeziehung jenseits der Eisfläche faszinieren sie die Fans. Die Welt könnte ihnen zu Füßen liegen – wäre da nicht der schreckliche Skandal, der sie alles kosten wird …“

- Beschreibung des Verlags -

Dieses ist zwar erst mein zweites Buch, welches ich dieses Jahr beendet habe, aber dafür auch gleich ein absolutes Highlight. Die Geschichte hat mich nämlich von vorn bis hinten in ihren Bann gezogen und dabei in einen Sport entführt, welcher gleichzeitig super hart und wunderschön ist. 

Wir lernen hier die siebzehnjährige Katarina kennen, die über mehrere Jahre hinweg ihre eigene Geschichte erzählt, vom Anfang ihrer Kariere als Eistänzerin bis hin zum absoluten Hoch. Aber auch vom absoluten Tiefpunkt, vom eigenen Ehrgeiz, verbunden mit hartem Training, von Intrigen, Feindschaften und Freundschaften. Außerdem erzählt sie von der stürmischen Liebe zu ihrem Partner und Kindheitsfreund Heath, welche eine einzige Achterbahnfahrt ist und doch leidenschaftlich und wild. Nebenbei erzählen im Rahmen einer Dokumentation andere Beteiligte von ihrer Sicht auf die Dinge, die rund um das als skandalös empfundene Eistanzpaar Shaw und  Rocha geschehen. Obendrein wird erklärt, was man in eingeblendeten Videoausschnitten sehen kann. Das beides fand ich wahnsinnig gut gemacht, weil man so auch die anderen Charaktere besser verstehen und kennenlernt, zusätzlich einen realistischen Einblick von Außen bekommt.

Dabei ist die Geschichte wahnsinnig spannend und ließ sich durch den grandiosen, bildlichen Schreibstil sowie die kurzen Kapitel super schnell und flüssig weglesen. Überhaupt konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, weil ich die Handlung so toll fand. Es ist nämlich keine reine Liebesgeschichte, sondern eher eine Geschichte über Leidenschaft. Leidenschaft für einen tollen Sport, der dem Leser hier richtig gut nahegebracht wird und in den ich absolut eintauchen konnte, aber auch Leidenschaft für einen anderen Menschen. Es geht um Ehrgeiz, Konkurrenz und falsche Erwartungen, doch ebenfalls um eine gewisse Gier, die Katarina im Laufe der Geschichte immer mehr verändert. So sehr, dass es auch ihre Beziehungen zu Freunden und ihrem Partner Heath verändert. 

Richtig toll fand ich auch die Charaktere geschrieben, die allesamt sehr menschlich und real wirken, allen voran Protagonistin Katarina, welche eine sehr umstrittene Person ist, die viele gute Seiten hat, aber auch solche, die eher fragwürdig sind. Sie steht im Mittelpunkt der Geschichte und ihre Entwicklung ist super wichtig, denn sie muss auf ungewöhnliche Weise erwachsen werden, ohne eine feste Bezugsperson außer Heath. Allerdings leidet die Beziehung zu ihm aber auch unter dem Erfolgsdruck und oftmals fehlt ihr der Halt. Dabei stehen sowohl sie als auch er immer unter dem Licht der Öffentlichkeit, welche sich letztendlich ein eigenes Bild macht.  

Insgesamt ist diese Geschichte beinahe wie ein Film an mir vorbeigelaufen, war super aufregend und mitreißend. Zudem habe ich echt viel über Eiskunstlauf und Eistanz gelernt und wurde in die Atmosphäre des Sports hinein gezogen. Geliebt habe ich ebenso, wie lebendig und vielseitig die Charaktere geschrieben wurden, habe mit ihnen gelebt, gelacht und geweint. Für mich ist dieses Buch jedenfalls einmalig und ich kann es nur weiterempfehlen.  

Mittwoch, 12. August 2020


„Rose McKenna liebt den Abend. Wenn am Himmel über Cape Cod die ersten Sterne sichtbar werden, erinnert sie sich – an die Menschen, die sie liebte und verlor, und von denen sie nie jemandem erzählte. Doch Rose weiß, dass es bald zu spät sein wird, denn sie hat Alzheimer. Bald wird niemand mehr an das junge Paar denken, das sich einst die Liebe versprach … 1942 in Paris. Als sie ihre Enkelin Hope bittet, nach Frankreich zu reisen, ahnt diese nichts von der herzzerreißenden Geschichte, die sie dort entdecken wird – von Hoffnung, Schmerz und einer alles überwindenden Liebe … „

- Beschreibung des Verlags -

Auch dieses Buch stand nun schon ewige Zeit lang ungelesen in meinem Regal und obwohl es so viele positive Meinungen dazu gab, kam ich einfach nicht dazu, es zur Hand zu nehmen. Nachdem ich es nun aber als Hörbuch auf Bookbeat entdeckt habe, wurde es endlich Zeit und ich kann zufrieden sagen, dass ich die Geschichte wirklich gelungen fand.

Die Geschichte wird größtenteils aus Sicht der 36-jährigen Hope erzählt und diese fungiert auch als Protagonistin, jedoch geht es eigentlich um die Geschichte ihrer Großmutter Rose. Aber auch diese kommt ab und zu zu Wort und man bekommt einen guten Einblick in ihre sehr traurige und interessante Vergangenheit. Der Schreibstil der Autorin ist dabei wirklich super. Sie hat eine sehr angenehme, niveauvolle Sprache, die man aber gut versteht. Und auch die Sprecherin hat einen wirklich guten Job gemacht, hatte eine tolle Betonung und konnte alle Emotionen super gut transportieren. Das Einzige, was mir an ihr nicht gefallen hat war, dass ich ihre Stimme zwar angenehm aber ein bisschen zu alt fand. 

Die Handlung beginnt damit, dass man viel über Hope erfährt, ihre gescheiterte Ehe, das schwierige Verhältnis zu ihrer Tochter Annie und den bevorstehenden Bankrott ihrer Bäckerei. Das alles war zwar relativ interessant, hätte aber meiner Meinung nach etwas kürzer ausfallen können, denn erst danach wird es so richtig mitreißend. Als Hope sich nach Frankreich begibt, um mehr über bestimmte Menschen aus der Vergangenheit ihrer Großmutter zu erfahren, beginnt eine spannende Schnitzeljagd und der Leser wird immer mehr in die schlimmen Ereignisse des Zweiten Weltkriegs und der Herrschaft der Nazis hereingezogen. Ab hier wird es auch wahnsinnig emotional, denn es kommen tragische und extrem traurige Geheimnisse ans Licht und Hopes Leben wird komplett auf den Kopf gestellt. Zudem gibt es gleich zwei Liebesgeschichten in diesem Roman, wenn auch die von Hope bis zum Ende nicht sicher ist. Mehr erfährt man über Roses große Liebe, aber auch über Tod und Verlust, was mich sehr berührt hat. Trotzdem gab es zwischendurch ein paar Längen, bis es dann zu einem wahnsinnig emotionalen, traurigen aber auch wunderschönen Ende kam.

Meine Probleme hatte ich ein bisschen mit Hope. Sie hat mir bei allem Verständnis, welches ich für sie hatte, insgesamt zu viel gejammert und brauchte auch ziemlich lange, um einige Dinge zu verstehen. Rose hingegen mochte ich wirklich sehr. Diese alte Dame und ihre Geschichte haben mein Herz berührt und ich konnte gut mit ihr mitfühlen. Und auch Annie fand ich recht sympathisch, obwohl oder gerade weil sie das typische Teenagermädchen ist, welches mal bockig ist, mal herausfordernd und doch ein Mädchen mit einem guten Herzen.

Insgesamt ist dieser Roman wirklich wunderschön und gefühlvoll und ich habe ihn super gern gelesen, beziehungsweise gehört. Allerdings war er auch nicht perfekt für mich, weshalb ich ihm nur vier Sterne gebe. Dennoch kann ich ihn auf jeden Fall weiterempfehlen, wenn man emotionale Familiengeschichten mag.