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Donnerstag, 20. November 2025

„Die kluge Montserrat schlägt sich als Außenseiterin in einer Männerdomäne durch: im mexikanischen Filmbusiness. Der einzige Mensch, der ihr lieb und teuer ist, ist ihr Jugendfreund Tristán, der als Soap-Darsteller unter Auftragsarmut leidet. Als sie und Tristán das Angebot bekommen, einen nie produzierten legendären Horrorfilm zu vollenden, schlagen sie ein. Doch der Filmstreifen ist mit einem dunklen Fluch belegt, der alle ins Unglück stürzt, die an ihm arbeiten ... Und das ist längst nicht alles! Der Geist eines teuflischen Okkultisten der Nazis steht an der Schwelle zum Reich der Lebenden, und Montserrat und Tristán müssen ihn und seine Anhänger um jeden Preis aufhalten.“

- Beschreibung des Verlags -

Leider muss ich hiermit mitteilen, dass es das wohl war mit mir und den Büchern dieser Autorin, denn irgendwie konnte mich auch dieses Werk aus ihrer Feder nicht wirklich begeistern, ich fand es sogar tatsächlich nicht besonders gut.

Schon der Anfang hat es mir echt schwer gemacht, in die Geschichte hineinzufinden, da es wahnsinnig viel Theorie rund um das mexikanische Kino, den Okkultisten Ewers und überhaupt Okkultismus im Zusammenhang mit der Filmbranche gab. Darin hat sich die Autorin extrem verloren, wobei es mit all den verschiedenen Charakteren und unterschiedlichen Motiven auch noch ziemlich verwirrend wurde. Außerdem habe ich mit dem ganzen Thema rund um den Okkultismus selbst so gar nichts am Hut, hatte mich viel mehr auf den in der Beschreibung des Buches groß angekündigten Film gefreut, den Montserrat und Tristán vollenden sollten und war gespannt darauf, was infolgedessen alles geschieht. Doch hier war irgendwie alles anders als erwartet. Das, was angekündigt wurde, hätte vielleicht tatsächlich einhundert Seiten gefüllt, dafür war die Geschichte  größtenteils ziemlich zäh und plätscherte nur so vor sich hin. Erst gegen Ende wurde es hier und da etwas spannender, was das Ruder aber leider nicht mehr wirklich herumreißen konnte. Obendrein war die Geschichte zu keiner Zeit wirklich gruselig, wenn mir hier und da auch die Atmosphäre der neunziger Jahre recht gut gefallen hat.

Auch muss ich sagen, dass mich dann doch zumindest die Charaktere bei der Stange gehalten haben, denn ich mochte sowohl Montserrat, die so gar nicht perfekt ist, aber eine große Klappe hat und super mutig ist als auch den etwas chaotischen, auf sympathische Weise leicht hochmütigen Tristán wirklich sehr. Ebenfalls fand ich Adam Urueta recht interessant. Von Ewers hätte ich hingegen gern weniger erfahren und die anderen Charaktere blieben mir etwas zu blass, wenig greifbar.

Alles in allem war dieses Buch mal wieder nicht das, was ich erwartet habe, recht theoretisch, langweilig und in keinster Weise gruselig, nicht einmal schaurig. Die Atmosphäre war auch nur bezüglich des Settings gegeben. Allenfalls die beiden Protagonisten haben es dann doch wenigstens so weit herausgerissen, dass ich das Buch zumindest nicht abgebrochen habe. 

Sonntag, 21. September 2025

„Mexiko, 1950: Ein verstörender Brief führt Noemí in ein gespenstisches Herrenhaus im nebeligen Hochland. Dort lebt ihre frisch vermählte Cousine Catalina, die behauptet, ihr Mann würde sie vergiften. Ohne zu zögern, reist Noemí nach High Place, dem Sitz der englischen Familie Doyle, in die Catalina überstürzt eingeheiratet hat. Doch das Ansehen der Doyles ist längst verblasst und ihr Herrenhaus zu einem dunklen Ort geworden. Gut, dass Noemí keine Angst hat – weder vor Howard Doyle, dem widerwärtigen Patriarchen der Familie, noch vor Catalinas eitlem Ehemann Virgil. Aber als Noemí herausfindet, was auf High Place vor sich geht, ist es fast zu spät, um von dort zu entkommen …“

- Beschreibung des Verlags -

Eigentlich habe ich mich hier auf eine besondere, gruselige und mysteriöse Geschichte rund um die Familie Doyle und ihr mysteriöses Anwesen High Place gefreut, doch leider wurden meine Erwartungen in einigen Bereichen nicht wirklich erfüllt. 

So gibt es zwar einige Ungereimtheiten und interessante Mysterien auf High Place, vor allem, was die Bewohner und deren Verhalten angeht, doch wirklich gruselig war die Geschichte, trotz einer gewissen, düsteren Atmosphäre, nicht und auch bei weitem nicht so mitreißend, wie ich mir erhofft hatte. Viel mehr fand ich das Buch einerseits verständlich und flüssig geschrieben, andererseits entwickelte sich die Handlung allerdings recht träge, wodurch sie mich nicht so richtig packen konnte. Leider haben auch selbst Noemís wirren Träume die Geschichte nicht wirklich spannender oder gruseliger gemacht, wenn sie auch mysteriös waren und einige Rätsel aufgegeben haben, die am Ende auch recht interessant und zumindest für mich nicht vorhersehbar aufgelöst wurden, genauso, wie die ganzen Geschehnisse auf High Place. Gefehlt hat mir jedoch ein bisschen auch die Interaktion zwischen Noemí und Catalina. Dafür gab es umso mehr Umgang zwischen Noemí und Francis, einem Mitglied der Familie Doyle, fast schon eine Liebesgeschichte, die sich aber nur im Hintergrund abspielt. 

Richtig cool und am besten im ganzen Buch fand ich durchaus die Charaktere. Mit Noemí als Protagonistin bekommt man einerseits nämlich eine verwöhnte, junge und vor allem moderne Frau, die die Großstadt, Partys und kleine Flirtereien liebt, andererseits aber auch ziemlich tough ist und sich nichts so schnell vormachen lässt. Selbst der alte Doyle, der wahrscheinlich das Einzige gruselige am Buch ist, kann sie nicht wirklich beeindrucken, wenn sie ihn auch ziemlich abstoßend findet und das ist er auch durchaus, richtig furchtbar, aber überzeugend geschrieben, genau wie der Rest der Doyle Familie. Der einzige sympathische Doyle ist dabei Francis, der zwar mal nicht der hübsche, sexy Kerl ist, sondern eher der Nerd, aber dafür richtig lieb. Einzig Catalina kam mir auch diesbezüglich mal wieder etwas zu kurz, weil man sie eigentlich nur aus Noemís Sicht kennenlernt und kaum in Aktion erlebt. 

Alles in allem fand ich dieses Buch okay, hätte mir aber mehr Spannung und Grusel gewünscht. Ebenfalls hätte die Geschichte um einiges fesselnder geschrieben sein können. Dafür waren die Charaktere aber echt super geschrieben und ich fand die resolute Noemí als Protagonistin wirklich großartig.