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Montag, 10. November 2025

Band 1: Die Teerose
Band 2: Die Winterrose
Band 3: Die Wildrose

„London, 1900: Die junge India Selwyn-Jones bewegt sich in den feinsten Kreisen. Bis sie als Ärztin im berüchtigten Viertel Whitechapel zu arbeiten beginnt – und dort in leidenschaftlicher Liebe zu dem gefürchteten Gangsterboss Sid Malone entbrennt…“

- Beschreibung des Verlags -

Wie schon der erste Band, wird auch dieser wieder aus ganz verschiedenen Perspektiven erzählt, wodurch man einen richtig guten Eindruck von allem bekommt, was geschieht und warum. Außerdem lernt man die verschiedenen Charaktere, ihre Gedanken und Gefühle, dadurch richtig gut kennen, lernt sie lieben, aber auch hassen.

Zudem geht es auch hier um eine sehr starke und für ihre Zeit moderne Frau, die als Ärztin versucht, auch den Ärmsten, vor allem Frauen, zu helfen. Dabei trifft sie auf den charismatischen Gangsterboss Sid Malone und lernt ihn mit der Zeit zu lieben. Rund um die geheime Liebesgeschichte zwischen den beiden gibt es allerdings noch ziemlich viel Nebenhandlungen. So lernt man auch Indias Verlobten Freddy Lytton kennen, der Sid nach dem Leben trachtet und nur nach außen hin eine reine Weste trägt. Was mich extrem gefreut hat war, dass man ebenfalls wieder auf Fiona und Joe aus dem ersten Band trifft, genauso auf Seamie, der gegen Ende der Geschichte etwas weiter in den Mittelpunkt rückt. Und auch Joe geht hier neue Wege, was ihn früher oder später in Gefahr bringt. Überhaupt gibt es einen großen Konkurrenzkamp und ziemlich viele Intrigen, Verrat, Mord und Totschlag. Es gibt echt viele Ereignisse, die mich wirklich wütend gemacht haben, weil dies alles so ungerecht war, aber auch Drama und Romantik. Allerdings muss ich auch sagen, dass es mir hier etwas schwerer gefallen ist, in die Geschichte zu kommen und dass es auch zwischendrin ein paar Längen gab. Ansonsten war die Story aber erneut großartig, spannend und teilweise echt emotional.

Auch die Charaktere fand ich wieder richtig toll und lebensnah geschrieben. Wie schon erwähnt, bekommt man mit India eine sehr willensstarke, kämpferische Frau, die sich für die einsetzt, die keine öffentliche Stimme haben, aber dabei selbst mehr oder weniger unter die Räder kommt. Sid Malone hingegen ist nur nach außen hin der böse Gangster, aber auch er hat Furchtbares erlebt und wird mehrmals verkannt. Dazu kommen Fiona und Joe, die ich in Band eins schon wahnsinnig gern hatte, Seamie, der inzwischen zum Teenager geworden ist und in Band drei seine eigene Story bekommen wird. Und dann ist da noch Freddy Lytton, der einfach nur fürchterlich ist, ein richtig böser, gieriger Mensch, ohne Gewissen. 

Alles in allem kann dieser Band nicht ganz mit dem ersten Band mithalten, welcher für mich ein absolutes Highlight war. Dennoch war er wieder großartig, mit kleinen Mängeln, aber insgesamt einer richtig tollen Geschichte und einer Protagonistin, die man nur ins Herz schließen kann. Von mir gibt es deshalb auch eine absolute Leseempfehlung.

Freitag, 28. März 2025

Band 1: Die Teerose
Band 2: Die Winterrose
Band 3: Die Wildrose

„London 1888, eine Stadt im Aufbruch: Während in den Gassen von Whitechapel das Laster blüht, träumt die 17-jährige Fiona von einer besseren Zukunft. Als Packerin in einer Teefabrik beweist die junge Irin ihr Gespür für die köstlichsten Sorten und exotischsten Mischungen. Doch dann muss Fiona ihren Verlobten Joe verlassen und sich im New York der Jahrhundertwende eine Existenz aufbauen…“

- Beschreibung des Verlags -

Dieses Buch ist wohl eines meiner älteren und dennoch habe ich es erst jetzt geschafft, es zu lesen, was vor allem daran lag, dass es sich um einen historischen Roman mit fast siebenhundert Seiten handelt. Und dennoch hat es sich gelohnt, denn dieses Buch ist tatsächlich ein richtiges Highlight für mich gewesen, welches ich kaum aus der Hand legen konnte.

Erzählt wird die Geschichte aus ganz verschiedenen Perspektiven und über mehr als zehn Jahre, sowohl in London als auch New York. Ebenfalls gibt es super viele Handlungsstränge und Personen, die mich aber zu keiner Zeit überfordert haben, da der Schreibstil wirklich großartig war und die Geschichte relativ leicht zu verstehen.

Vor allem aber begleitet man hier die junge Fiona, die mit ihrer Familie 1988 in London lebt, wo sich gerade die Gewerkschaft zu etablieren versucht, was zu einigem Durcheinander führt bis hin zum Tod ihres Vaters. Gleichzeitig spart sie zusammen mit ihrem Verlobten Joe mühsam Geld, um ein eigenes Geschäft eröffnen zu können. Leider wird es aber dazu nicht kommen. Dafür schlägt es Fiona nach New York, wo sie sich mühsam nach oben kämpfen muss, aber auch Rückschläge einstecken. 

Die Geschichte ist dabei sehr umfangreich, wirkt aber zu keiner Zeit überladen oder langweilig, denn es passiert immer wieder etwas Neues und gibt viele, unerwartete Wendungen. Zudem treibt Jack the Ripper gerade sein Unwesen in London, ein fieser Teehändler mit Verbindung zu andern schaurigen Gestalten macht Probleme, genauso gibt es eine Menge Armut, Verluste, Mord und Totschlag, vor allem aber eine große Liebesgeschichte, welcher immer wieder, auf unterschiedlichste Weise, Steine in den Weg fallen und die nicht ausgelebt werden kann. Dafür gibt es aber auch wunderbare Freundschaften und Familienbünde, die voller Liebe stecken. Die Geschichte ist wirklich lebendig geschrieben, super spannend, romantisch und ab und an sogar echt spicy. Und obwohl es hier und da nicht zu einhundert Prozent realistisch zuging, habe ich die Geschichte einfach nur geliebt. 

Ebenfalls mochte ich die Charaktere super gern, allen voran die starke und fortschrittliche Protagonistin Fiona, die trotz aller Widerstände nicht aufgibt und sich durchkämpft. Auch Joe mochte ich gern, sowie seine und Fionas Familien. Obendrein lernt man im Laufe der Geschichte noch den jungen Nick kennen, der es als schwuler Mann in einer Zeit, die noch nicht so aufgeschlossen war wie die unsere, nicht leicht hat. Er ist eine ganz besondere Person und ein riesiger Lichtblick zwischen anderen, nicht so netten Figuren. Und dennoch überwiegen die großartigen, liebenswerten Charaktere in diesem Buch und machen es zu dem, was es ist, wenn man auch die Bösewichte braucht, um die Geschichte spannend zu halten.

Alles in allem bekommt man hier einen wirklich vielschichtigen, historischen Roman mit einer starken Protagonistin, einer tragischen Liebesgeschichte und einem Kampf für Gerechtigkeit, welcher mich absolut begeistern konnte und den ich, obwohl er schon etwas älter ist, absolut empfehlen kann. 

Dienstag, 28. Januar 2025

Band 1: Hooked
Band 2: Scarred
Band 3: Wretched
Band 4: Twisted (erscheint im April 2025)
Band 5: Crossed (erscheint im Mai 2025)
Band 6: Hexed (erscheint im Mai 2025)

„Sie ist großartig und grausam zugleich.

Evelina Westerly ist das skrupellose Genie in ihrer Familie und die Geheimwaffe ihres Vaters. Um Rache für den Mord an ihrer Schwester zu üben, geht sie über Leichen. Sie hat keine Zeit für Gefühle oder Liebe. Auch nicht, als ihr nach einem One-Night-Stand der gutaussehende Fremde nicht mehr aus dem Kopf geht. Bis sie ihn unter anderem Namen wiedertrifft …

Nicholas Woodsworths wahres Geheimnis ist viel gefährlicher als sein Deckname. Er ist ein verdeckter DEA-Agent, und wild entschlossen, den Drogenhandel zu zerstören, der seine Familie vernichtet hat. Als er erkennt, dass die jüngste Tochter des Westerly-Imperiums dieselbe Frau ist, von der er seit jener Nacht im Club träumt, kämpft Anziehung gegen Abscheu. Evelina verkörpert alles, was er ablehnt, und er sollte ihr Untergang sein. Doch je mehr er über die Dunkelheit in ihrem Herzen erfährt, desto mehr Ähnlichkeiten entdeckt er zu sich selbst. Und als sich sein Hass in etwas Größeres verwandelt, muss Nicholas entscheiden, ob er eine abtrünnige Frau lieben kann, selbst wenn das bedeutet, dass es ihrer beider Leben ruinieren wird.“

- Beschreibung des Verlags -

Eine böse, böse und zudem geniale Kriminelle und ein guter DEA-Agent, so eine Mischung bekommt man doch eher selten vorgesetzt, weshalb ich gerade das an diesem Band der Reihe so toll und erfrischend fand. Und dennoch bekommt man nicht allzu viel Neues geboten.

Mal wieder geht es um mafiöse Strukturen mit Drogenhandel, Konkurrenzkampf und viel Gewalt. Ebenso gibt es erneut ein gewisses inneres Ringen um die eigenen Gefühle für eine Person, die man vielleicht eher nicht lieben sollte. Ich glaube auch, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, man bekommt das übliche Ergebnis dieses Ringens. Und außerdem bekommt man obendrauf einmal mehr ziemlich viel, teilweise abgedrehten Sex. Immerhin habe ich hier aber verstehen können, warum Evelina so auf Rache aus ist und auch Nicholas Motive konnte ich recht gut nachvollziehen, wenn ich die Geschichte seiner Schwester auch etwas unausgereift fand. Tiefgang sollte man bei dieser Geschichte jedenfalls auf keinen Fall erwarten, dafür aber eine Menge Action, Erotik und Unterhaltung.

Die Charaktere waren auch wieder okay, wobei ich Nicholas schon irgendwie sexy fand. Warum auch immer. Zum Ende hin fand ich ihn dann aber doch etwas naiv. Evelina ist tough und lässt sich nicht so leicht die Butter vom Brot nehmen. Dennoch konnte ich insgesamt nicht allzu viel mit ihr anfangen.

Insgesamt war auch dieser Band wieder okay. Nicht mehr und auch nicht weniger. Er ließ sich super schnell lesen, beziehungsweise hören, wobei auch die Sprecher des Hörbuchs wieder richtig gut waren. Er war kurzweilig und unterhaltsam, aber mit wenig Substanz, also eher etwas für Zwischendurch.


Dienstag, 21. Januar 2025

Band 1: Hooked
Band 2: Scarred
Band 3: Wretched
Band 4: Twisted (erscheint im April 2025)
Band 5: Crossed (erscheint im Mai 2025)
Band 6: Hexed (erscheint im Mai 2025)

„Prinz Tristan ist nicht für den Thron bestimmt. Der gehörte seinem Bruder Michael. Dem Bruder, der ihn in der Kindheit quälte und für die Narbe in seinem Gesicht verantwortlich ist. Als Anführer einer geheimen Rebellion will Tristan den Thronerben stürzen. Doch als er Michaels Verlobter Sara begegnet, beginnt für ihn ein neuer Kampf. Ein Krieg, bei dem sich Tristan die Frage stellen muss, was wichtiger ist – die Krone oder die Frau, die sie tragen wird.

Saras Plan ist einfach: Sie will den König heiraten und das Geschlecht der Faasa ausrotten, selbst wenn sie sich dabei selbst in Gefahr bringt. Doch sie hat die Rechnung ohne den vernarbten Prinzen Tristan gemacht. Er ist gefährlich. Verboten. Und einer der Männer, die sie töten soll. Doch der Grat zwischen Hass und Leidenschaft war noch nie so schmal. Als Geheimnisse ans Licht kommen, wird Sara unsicher, wem sie trauen kann, und ist hin- und hergerissen zwischen Rache und dem Schurken, den sie nie hätte lieben sollen.“

- Beschreibung des Verlags -

Im zweiten Band der Never After Reihe wird man in ein Fantasy-artiges Setting geworfen, mit König und Prinzen, sowie einer von Rache getriebenen, jungen Frau. Dieses fand ich anfangs noch etwas verwirrend, aber nach und nach immer interessanter.

Dennoch war die Geschichte schon etwas gewöhnungsbedürftig, wieder einmal mit viel Gewalt und Sex, aber immerhin konnte ich die Brutalität Tristans hier in bestimmter Weise nachvollziehen, zumal er irgendwo auch ein gutes Herz hat, hinter all der Wut und dem Zorn. Ebenfalls fand ich gut, dass auch Sara nicht von schlechten Eltern ist und einen Plan hat. Sie ist zum Glück kein hilfloses, kleines Mädchen, sondern hat es faustdick hinter den Ohren. Besonders toll fand ich dabei, dass sie sich immer wieder widersetzt und ihr eigenes Ding durchzieht, angehende Königin hin oder her. Zusammen fand ich, ergeben Sara und Tristan auch wirklich ein gutes, ebenbürtiges Paar und die Liebesgeschichte war obendrein recht schön geschrieben, wobei ich die Sexszenen jedoch teilweise schon etwas seltsam fand und hier und da nur mit den Augen rollen konnte.

Auch gut fand ich die paar Wendungen hier und da und das Ende hat mir ebenfalls recht gut gefallen, weil ich damit nicht unbedingt gerechnet hätte, was bei anderen Dingen nicht der Fall war, denn hin und wieder ist die Geschichte schon etwas vorhersehbar, was ich allerdings gar nicht mal so schlimm fand. 

Insgesamt bekommt man hier aber erneut eine wirklich unterhaltsame Dark Romance mit viel Sex, aber auch einigem Cringe. Diese ist gut und flüssig geschrieben, also perfekt für zwischendurch und die Sprecher des Hörbuchs machen ebenfalls einen guten Job.

Sonntag, 19. Januar 2025

Band 1: Hooked
Band 2: Scarred
Band 3: Wretched
Band 4: Twisted (erscheint im April 2025)
Band 5: Crossed (erscheint im Mai 2025)
Band 6: Hexed (erscheint im Mai 2025)

„James hatte immer nur ein Ziel: seinen Feind, Peter Michaels, zu vernichten. Als Peters zwanzigjährige Tochter Wendy in James' Bar auftaucht, sieht er seine Chance gekommen. Er will Wendy verführen und für seine Rache benutzen. Es ist der perfekte Plan, bis die Dinge in James' Organisation zu bröckeln beginnen. Plötzlich muss er den Verräter in ihrer Mitte finden. Und er beginnt, in Wendy mehr als nur eine Schachfigur in seinem Spiel zu sehen.

Wendy wurde die meiste Zeit ihres Lebens von ihrem reichen, kalten Vater abgeschirmt. Als sie sich eines Abends mit Freunden wegstiehlt, um in einem Club zu feiern, lernt sie den dunklen und geheimnisvollen James kennen. Wendy weiß, dass James gefährlich ist, fühlt sich aber trotzdem zu ihm hingezogen. Während ihre Beziehung immer inniger wird und sie mehr über die Welt erfährt, in der er sich bewegt, kann sie nicht mehr sagen, ob sie sich in den Mann namens James oder das Monster namens Hook verliebt hat.“

- Beschreibung des Verlags -

Ich habe echt keine Ahnung, worauf ich mich mit diesem Buch eigentlich eingelassen habe und auch, weshalb ich es überhaupt gekauft habe, kann ich nicht mehr sagen. Vielleicht habe ich ja doch irgendwie mit einem Bezug zum klassischen Peter Pan gehofft, aber außer durch die Namen, hat das Buch nicht wirklich etwas mit dem Märchen zu tun und märchenhaft ist die Geschichte auch so gar nicht. Dafür bekommt man hier eine leicht abgedrehte Dark Romance Geschichte mit mafiösen Strukturen und viel Sex.

Was man dieser allerdings lassen muss, ist, dass sie sich wirklich schnell und leicht weglesen, beziehungsweise hören ließ. Außerdem war sie echt unterhaltsam und teilweise sogar richtig spannend. Ebenfalls waren die Sexszenen zwar etwas abgedreht, aber auch recht prickelnd. Dafür wirkt die Geschichte allerdings auch sehr gewaltverherrlichend, es gibt viel Mord und Totschlag, sowie blutige Szenen, welche in keinster Weise verurteilt werden, oder durch irgendeinen Fakt relativiert werden könnten. Das Ende der Geschichte fand ich soweit ganz gut, vor allem die Wendung bezüglich Wendys Bruder Jon hätte ich so nicht unbedingt erwartet. 

Was die Charaktere angeht, so erinnern einzig ihre Namen an die Peter Pan-Geschichte und vielleicht noch, dass Hook sehr brutal ist und Wendy eher unschuldig. Dabei ist James, alias Hook, so gar kein Held, auch kein heldenhafter Bösewicht, sondern einfach nur ein grausamer Mörder, der ausgerechnet in der Tochter seines Erzfeindes seine große Liebe findet. Diese ist recht liebenswert, jedoch auch das typische, unschuldige Mädchen. Dennoch fand ich super, dass sie sich immer wieder gegen Hook stellt und es ihm nicht immer leicht macht. 

Alles in allem fand ich dieses Buch recht unterhaltsam und war super schnell durch die Geschichte hindurch, wobei auch das Hörbuch, welches echt gut vertont ist, geholfen hat. Der Schreibstil ist allerdings auch wirklich gut und für zwischendurch fand ich die Geschichte durchaus in Ordnung.

Montag, 16. Dezember 2024

„Eine dunkle Nacht im Dezember, ein Mord im vornehmen Hotel Palace de Verbier in den Schweizer Alpen. Doch der Fall wird nie aufgeklärt. – Einige Jahre später verbringt der bekannte Schriftsteller Joël Dicker seine Ferien im Palace. Während er die charmante Scarlett Leonas kennenlernt und sich mit ihr über die Kunst des Schreibens unterhält, ahnt er nicht, dass sie beide in den ungelösten Mordfall hineingezogen werden. Was geschah damals in Zimmer 622, das es offiziell gar nicht gibt in diesem Hotel …“

- Beschreibung des Verlags -

Ach Mensch, was ist das bloß mit den Büchern von Joël Dicker? Während ich Harry Quebert und die Baltimores geliebt habe, ist dieses hier nun schon das Zweite seiner Bücher, welches mich nicht wirklich vom Hocker reißen konnte.

Eigentlich sagt man ja immer, was lange währt wird gut, aber bevor diese Geschichte richtig gut wird, muss man sich erst einmal durch zig Kapitel quälen, die super langwierig sind, mit ziemlich vielen Perspektiv- und Zeitwechseln, sowie zahlreichen, verschiedenen Charakteren. 

Hier geht es in der Vergangenheit vor allem um den Bankier Erben Macaire Ebezner und seinen Kampf um den Präsidentenposten. Dabei gibt es viele Intrigen, Geheimnisse und zum Ende hin sogar einige interessante und vor allem intelligente Wendungen und selbst, wenn man denkt, man hätte endlich die Lösung gefunden, gibt es noch einmal eine neue Überraschung. Ebenfalls gibt es eine kleine, aber für die Geschichte wichtige Liebesgeschichte, ebenfalls Freundschaften und Feindschaften. Bis mit all diesen Themen allerdings erst einmal richtig Spannung aufgebaut wurde, dauerte es mir viel zu lange. Nebenbei wurden nämlich noch sämtliche Nebenstränge aufgezogen, die auch wieder in unterschiedlichen Zeiten spielen. Das war mir leider oftmals zu verwirrend und hin und wieder war ich einfach raus. Gut fand ich aber die Kapitel, die aus der Sicht des Protagonisten erzählt werden, denn diese sind am spannendsten, allerdings auch recht selten. Was ich jedoch davon halten soll, dass Joël Dicker sich selbst als fiktiven Protagonisten bestimmt hat, weiß ich nicht so recht. 

Überhaupt finde ich die Charaktere, mal abgesehen davon, dass es wirklich sehr viele gibt, eigentlich ganz gut geschrieben, sehr menschlich und realistisch, ebenso vielschichtig. Nur Macaire fand ich für einen Bankiers Sohn, der reich ist und eigentlich was auf dem Kasten haben sollte, an manchen Stellen schon sehr kindisch und naiv. Sehr interessant ist dagegen Lew Lewowitsch, welcher auch eine große Rolle spielt und das nicht nur als Konkurrent von Macaire. Ihn fand ich sehr charmant und sympathisch, aber auch mysteriös. Im Übrigen gibt es in diesem Roman einige mysteriöse Charaktere geboten, die echt interessant sind.

Alles in allem bekommt man hier schon irgendwie einen typischen Dicker, in dem nichts ist, wie es scheint. Mit einem wirklich guten Schreibstil, aber zu viel Ringsherum. Gerade der Anfang hat mich oftmals sehr gelangweilt und ebenso verwirrt. Und dennoch wurde der Roman hinten heraus wieder super spannend, mit intelligenten Wendungen. Es lohnt sich also, durchzuhalten. Und eins noch: Das Hörbuch lohnt sich ebenfalls, denn dieses ist wirklich gut vertont und erleichtert es etwas, durch die Geschichte zu kommen. 

Sonntag, 27. Oktober 2024

„In Carsten Henns „Der Buchspazierer“ bringt Carl Christian Kollhoff, seines Zeichens Buchhändler, einigen besonderen Kunden ihre bestellten Bücher nach Hause, abends nach Geschäftsschluss, auf seinem Spaziergang durch die pittoresken Gassen der Stadt. Denn diese Menschen sind für ihn fast wie Freunde, und er ist ihre wichtigste Verbindung zur Welt. Als Kollhoff überraschend seine Anstellung verliert, bedarf es der Macht der Bücher und eines neunjährigen Mädchens, damit sie alle, auch Kollhoff selbst, den Mut finden, aufeinander zuzugehen …“

- Beschreibung des Verlags -

Wie schön es doch manchmal ist, rein zufällig und super spontan an Bücher zu gelangen, die dann sogar zu Highlights werden. So ist es mir nämlich mit diesem Buch geschehen und ich bin super glücklich darüber, denn wäre es nicht verfilmt worden und hätte mich der Trailer nicht neugierig auf die Handlung gemacht, hätte ich es wahrscheinlich nie bestellt. Zum Glück kam es aber anders.

Die Geschichte vom Buchspazierer Carl Kollhoff ist nämlich eine Hommage an die Macht der Bücher, ein Roman über die Liebe zur Literatur, denn hier findet letztendlich jeder, nicht nur das, was er augenscheinlich lesen will, sondern auch das, was er an Geschichten braucht und damit auch ein Stück Leben. Man trifft auf einige vielschichtige, einzigartige und teilweise echt skurrile Charaktere, für die Carl so etwas wie ein Lichtblick in ihrem teils tristen Alltag ist, eine Verbindung zum Leben draußen. Super kreativ und herzallerliebst fand ich dabei, dass Carl ihnen allen einen passenden Namen aus Büchern verleiht. So gibt es einen Mister Darcy, eine Frau Langstrumpf, einen Herkules und viele mehr, ein jeder ganz speziell und mit ganz eigenen Problemen und Sorgen. Außerdem trifft man auf Schascha, ein gleichermaßen kluges und freches, aber vor allem extrem liebenswertes, kleines Mädchen, welches durch ihre muntere Art auch wieder Leben in Carls Alltag bringt. Die beiden zusammen sind einfach zuckersüß und sorgen für viele kleine und größere Abenteuer, bringen Menschen auf die Straße, die sich jahrelang versteckt haben und diese sogar zueinander. Und als es plötzlich Carl ist, der Hilfe braucht, so ist Schascha diejenige, die ihm ins Leben zurückhilft. 

Interessant ist dabei der tolle Schreibstil, mit der eher selten genutzten, auktorialen Erzählperspektive, die dafür sorgt, dass man einen Einblick in die Gedanken und Gefühle aller Charaktere bekommt und deren Verhalten somit viel besser versteht. Aber auch ansonsten ist der Schreibstil einfach nur großartig, super flüssig, leicht zu lesen und doch voller tiefgründiger Sätze, übers Lesen und das Leben. Ebenso ist er super bildlich, wodurch man sich beim Lesen wie ein Teil der Geschichte fühlt. 

Alles in allem ist dieses Buch einfach nur großartig, mit einer zauberhaften Geschichte, die vielleicht nicht ganz realistisch ist, aber dennoch tiefgründig und mit soviel tieferem Sinn, dass man der Realität bei der Lektüre vollkommen entfliehen kann. Es gibt toll geschriebene Charaktere und ganz viel Liebe zu Büchern und Literatur. Für mich ist es dadurch jedenfalls zu einem Highlight geworden. 

Dienstag, 24. September 2024

„Am Valentinstag steigt Charlotte nachts auf das Dach ihrer High School, bereit, alles zu beenden. Doch es ist schon jemand dort: Kellan, der Außenseiter der Schule. Unter anderen Umständen hätten sie nie miteinander gesprochen. Aber in dieser Nacht ist alles anders, und sie schließen einen Pakt: Jedes Jahr am selben Tag, zur selben Zeit, am selben Ort werden sie sich treffen. Kellan verlangt von Charlotte allerdings, dass sie ihn außerhalb dieser Treffen nicht anspricht. In den darauffolgenden Jahren werden ihre Gespräche immer intimer und die Verbindung zwischen ihnen stärker. Bis Charlotte gegen das Versprechen verstößt und fortan mit den Konsequenzen leben muss. Manchmal raubt ihr das die Luft zum Atmen. Vier Jahre später trifft sie auf Kellans Bruder Tate. Können sie gemeinsam einen Weg aus dem Dunkel finden?“

- Beschreibung des Verlags -

Ich glaube, ich habe mich verliebt, nämlich in diese traurig-schöne, emotionale und tiefgründige Geschichte, denn diese hat mich einfach nur in ihren Bann gezogen, mitgerissen und trotz ihrer über sechshundert Seiten nicht mehr los gelassen, selbst jetzt noch nicht, Tage, nachdem ich sie beendet habe.

Parker S. Huntingen hat mit einem wunderschönen, flüssigen und emotionalen Schreibstil einen dieser Romane geschaffen, die viel mehr zu bieten haben, als eine einfache, schnöde Liebesgeschichte mit ein bisschen Hin und Her. Vielmehr hat sie Themen aufgegriffen, die ans Herz gehen, die tief bewegen und doch so alltäglich sind, unter anderem Tod, Trauer, Schuld und Verbitterung. Obendrein geht es darum, wie sich die beiden Protagonisten, welche so viel mehr verbindet als allein Kellan, wieder aus diesem Sumpf der Gefühle heraus kämpfen und dabei immer mehr emotional aneinander wachsen, wie Beziehungen gekittet werden müssen und sich einige Charaktere im Verlauf der Geschichte weiterentwickeln. 

Und da hinein hat die Autorin eine Liebesgeschichte gesponnen, die mir das Herz zerbrochen und nur langsam wieder zusammengesetzt hat, die mich beinahe zum Heulen gebracht hat, aber auch zum Lachen. Diese ist relativ langsam erzählt und dennoch voller schöner Szenen, wohligem Prickeln und einer Menge Spice. Die Chemie zwischen Charlotte und Tate fand ich einfach nur großartig, ebenso die teilweise erfrischend lustigen, aber oft auch tiefgehenden Dialoge. Ebenso gibt es in diesem Buch auch einen gewissen Humor, den es allerdings auch braucht, damit man nicht mit den Protagonisten verzweifelt. 

Und auch die Charaktere insgesamt mochte ich super gern, allen voran natürlich Charlotte, Tate und Kellan. Charlotte, weil sie einfach ein herzensguter Mensch ist, der sich mehr um andere kümmert, als um ihr eigenes Wohl. Sie ist aber trotz ihrer Probleme und einer gewissen Einsamkeit, auch selbstbewusst und offen. An Tate mochte ich, dass er zwar ein verbittertes Arschloch ist, aber dennoch immer mehr sein wahres, gebrochenes Ich zeigt. Er ist halt ein Mann und die neigen dazu, ihre schwache Seite zu verstecken. Und ganz ehrlich, einen Gynäkologen hatte ich auch noch nicht als Protagonisten. Im Mittelpunkt der ganzen Geschichte steht aber Kellan, denn er ist der Auslöser für beinahe alles, was mit Charlotte und Tate geschieht. Ihn lernt man zwar schon gleich am Anfang des Buches kennen, doch wirklich nahe kommt man ihm erst mit der Zeit. 

Dann gibt es, neben zahlreichen anderen Nebencharakteren, noch Terry, Kellans und Tates Vater, einen ziemlich abgehalfterten Typen, den ich zwar relativ ekelhaft fand, aber dem ich auch nicht so richtig böse sein konnte, weil er eben eine ganz besondere Figur ist. Erinnert hat er mich ein bisschen an Francis Gallagher aus der Serie „Shameless“. Und auch Leah will ich erwähnen, Charlottes Schwester, die ebenfalls eine Entwicklung durchmachen muss, sich aber bis dahin wirklich nicht nett gegenüber Charlotte benimmt, obwohl sie sie augenscheinlich liebt.

Insgesamt kann ich sagen, dass dieses Buch mir eine Achterbahn der Gefühle beschert hat, viele emotionale Szenen, ein paar witzige Szenen und Charaktere, die mir ans Herz gewachsen sind. Selten habe ich ein Buch mit so vielen Seiten so schnell verschlungen und die brauchte es auch, um die Geschichte so großartig zu erzählen, wie sie letztendlich geworden ist. Für mich ist sie jedenfalls bereits ein Jahreshighlight und ich kann sie nur jedem ans Herz legen.

Montag, 9. September 2024


„Odran Yates kommt 1972 an das renommierte Dubliner „Clonliffe Seminary“, um Priester zu werden. Er kann es kaum erwarten, endlich Gutes zu tun. Vierzig Jahre später ist sein Vertrauen in die katholische Kirche jedoch zutiefst erschüttert. Bestürzt muss er dabei zusehen, wie alte Freunde vor Gericht stehen und ehemalige Würdenträger ins Gefängnis kommen. Erst als bei einem Familientreffen alte Wunden aufgerissen werden, sieht er sich gezwungen, die Ereignisse in seinem Leben in einem anderen Licht zu betrachten und sich einzugestehen, dass er über all die Jahre nicht sehen wollte, was direkt vor seinen Augen geschah.“

- Beschreibung des Verlags -

Und noch ein Buch, welches schon viel zu lange auf meinem SuB lag. Leider viel zu lange, denn es hatte ein Wucht, die zum Nachdenken anregt und angelehnt an wahre Geschehnisse, die Wut in mir angekurbelt hat, wie im Namen Gottes so viel Unvorstellbares geschehen konnte.

Odran Yates, der Protagonist dieses Buches, erzählt dabei in nicht chronischer Reihenfolge von seinem Leben, von seinen Eltern, seiner Kindheit, wie er ans Priesterseminar kommt und auch über seinen weiteren Lebenslauf. Er erzählt von einem einsamen Leben, welches er angeblich freiwillig Gott gewidmet hat und sieht sich irgendwann einem regelrechten Hass gegen die katholische Kirche gegenüber, welcher auch auf ihn zurückfällt, obwohl er unschuldig ist. Aber ist er wirklich unschuldig? Und wie ist es mit seinem Freund Tom Cardle, der zum Priesteramt gezwungen wurde und auch nie einen Hehl daraus macht, dass er seinem Beruf nichts abgewinnen kann? Wie sieht es mit den Bischöfen aus, mit den Kardinälen oder gar dem Papst? 

Was geschehen ist, wird aber erst mit der Zeit deutlich und der Autor hat das Buch mit einem großartigen Schreibstil so geschrieben, dass man als Leser sehr nah an Odran dran ist, an seinen Gefühlen, seinen Gedanken. Und doch wird bis zum Ende nicht ganz klar, was er wirklich wusste. Als Leser merkt man jedoch, dass etwas nicht mit rechten Dingen vor sich geht, dass Kindern schlimme Dinge angetan werden. Man kann also davon ausgehen, dass auch Odran dieses Gefühl haben muss. Dieser ist allerdings so weltfremd, lebt in seiner eigenen Welt, dass man ihm dieses Unwissen oder um es besser zu beschreiben, sein Verdrängen, schon beinahe vergeben möchte. Dennoch konnte ich dies erst zum Ende des Buches, denn Odran scheint der einzige zu sein, der seine Fehler einsieht, obwohl er eben auch darunter leiden musste. Die Wut bleibt allerdings, die Wut darüber, was unter dem Dach der Kirche Kindern angetan, wie gelogen wurde und wird, vertuscht und diffamiert. Und auch so einige Szenen im Buch selbst konnte ich einfach kaum glauben, die Ignoranz mancher Charaktere und die Bösartigkeit von Leuten, die sich eigentlich dem Willen Gottes unterwerfen sollten. Andererseits hatte das Buch aber auch hier und da ein paar echt komische Szenen zu bieten, Gespräche, die mich fast zum Lachen gebracht haben und doch nur Ablenkung waren. 

Alles in allem fand ich dieses Buch einfach nur großartig, aufklärend und verstörend, aber teilweise auch echt emotional, denn Odran ist wirklich ein anständiger Typ, der seine Familie liebt, helfen will, wo es geht und den Hass dennoch auch abbekommt und das teilweise auf wirklich grausame Art. Dabei befindet er sich vielleicht doch nicht ganz so freiwillig in einer unanständigen, verlogenen Institution, von der ich selbst auch nicht viel halte. Dennoch gab es auch ein paar Dinge, die mich gestört haben, so zum Beispiel die echt langen und durcheinander gewürfelten Kapitel. Ebenso fand ich, dass der Erzähler manchmal ein bisschen zu weit ausschweift. Trotzdem ist dieses Buch absolut lesenswert und ich kann es nur weiterempfehlen.