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Sonntag, 21. September 2025

„Mexiko, 1950: Ein verstörender Brief führt Noemí in ein gespenstisches Herrenhaus im nebeligen Hochland. Dort lebt ihre frisch vermählte Cousine Catalina, die behauptet, ihr Mann würde sie vergiften. Ohne zu zögern, reist Noemí nach High Place, dem Sitz der englischen Familie Doyle, in die Catalina überstürzt eingeheiratet hat. Doch das Ansehen der Doyles ist längst verblasst und ihr Herrenhaus zu einem dunklen Ort geworden. Gut, dass Noemí keine Angst hat – weder vor Howard Doyle, dem widerwärtigen Patriarchen der Familie, noch vor Catalinas eitlem Ehemann Virgil. Aber als Noemí herausfindet, was auf High Place vor sich geht, ist es fast zu spät, um von dort zu entkommen …“

- Beschreibung des Verlags -

Eigentlich habe ich mich hier auf eine besondere, gruselige und mysteriöse Geschichte rund um die Familie Doyle und ihr mysteriöses Anwesen High Place gefreut, doch leider wurden meine Erwartungen in einigen Bereichen nicht wirklich erfüllt. 

So gibt es zwar einige Ungereimtheiten und interessante Mysterien auf High Place, vor allem, was die Bewohner und deren Verhalten angeht, doch wirklich gruselig war die Geschichte, trotz einer gewissen, düsteren Atmosphäre, nicht und auch bei weitem nicht so mitreißend, wie ich mir erhofft hatte. Viel mehr fand ich das Buch einerseits verständlich und flüssig geschrieben, andererseits entwickelte sich die Handlung allerdings recht träge, wodurch sie mich nicht so richtig packen konnte. Leider haben auch selbst Noemís wirren Träume die Geschichte nicht wirklich spannender oder gruseliger gemacht, wenn sie auch mysteriös waren und einige Rätsel aufgegeben haben, die am Ende auch recht interessant und zumindest für mich nicht vorhersehbar aufgelöst wurden, genauso, wie die ganzen Geschehnisse auf High Place. Gefehlt hat mir jedoch ein bisschen auch die Interaktion zwischen Noemí und Catalina. Dafür gab es umso mehr Umgang zwischen Noemí und Francis, einem Mitglied der Familie Doyle, fast schon eine Liebesgeschichte, die sich aber nur im Hintergrund abspielt. 

Richtig cool und am besten im ganzen Buch fand ich durchaus die Charaktere. Mit Noemí als Protagonistin bekommt man einerseits nämlich eine verwöhnte, junge und vor allem moderne Frau, die die Großstadt, Partys und kleine Flirtereien liebt, andererseits aber auch ziemlich tough ist und sich nichts so schnell vormachen lässt. Selbst der alte Doyle, der wahrscheinlich das Einzige gruselige am Buch ist, kann sie nicht wirklich beeindrucken, wenn sie ihn auch ziemlich abstoßend findet und das ist er auch durchaus, richtig furchtbar, aber überzeugend geschrieben, genau wie der Rest der Doyle Familie. Der einzige sympathische Doyle ist dabei Francis, der zwar mal nicht der hübsche, sexy Kerl ist, sondern eher der Nerd, aber dafür richtig lieb. Einzig Catalina kam mir auch diesbezüglich mal wieder etwas zu kurz, weil man sie eigentlich nur aus Noemís Sicht kennenlernt und kaum in Aktion erlebt. 

Alles in allem fand ich dieses Buch okay, hätte mir aber mehr Spannung und Grusel gewünscht. Ebenfalls hätte die Geschichte um einiges fesselnder geschrieben sein können. Dafür waren die Charaktere aber echt super geschrieben und ich fand die resolute Noemí als Protagonistin wirklich großartig. 

Dienstag, 11. Februar 2025

„Wenn ein einziger Moment dein Leben für immer verändert... Als Hanna nach einer Firmenfeier spät nach Hause kommt, ist ihr Mann Steve spurlos verschwunden, die gemeinsame Tochter Lilou liegt leblos in ihrem Bettchen. Hanna kann sie gerade noch retten, doch von nun an benimmt das Kind sich immer merkwürdiger: Sie reagiert kaum auf ihre Mutter, scheint Selbstgespräche zu führen... Hat sie gesehen, was in jener Nacht passiert ist? Verzweifelt versucht Hanna, das Geheimnis um Lilous Veränderung und Steves Verschwinden zu lösen – und stößt dabei auf immer mehr Ungereimtheiten in seinem Leben. Um endlich die ganze Wahrheit herauszufinden, engagiert Hanna den Privatdetektiv Marten Stein., dessen Nachforschungen die beiden schließlich nach England führen – und in ein schreckliches Kapitel von Steves Vergangenheit, das sie bald in tödliche Gefahr bringen wird...“

- Beschreibung des Verlags -

Vor sehr vielen Jahren habe ich dieses Buch schon einmal gelesen und konnte es einfach nicht weglegen, bis die Nacht vorbei war und die letzte Seite beendet. Ich glaube, das sagt schon alles über die Geschichte aus, vor allem, weil es mir dieses Mal genauso ging, nur, dass ich es diesen Monat gehört habe und auch das hat sich absolut gelohnt.

Anna Thalbach hat als Sprecherin zwar eine sehr eigentümliche Stimme, aber die hat mir wirklich super gut gefallen und vor allem passt sie zur Geschichte von Hanna und Lilou. Und auch diese ist echt besonders, denn man bekommt hier einen Thriller mit mysteriösen Elementen geboten, der von der ersten bis zur letzten Seite super spannend ist. Dabei gibt es Unmengen an Wendungen, die man nicht kommen sieht, zahlreiche Gefahren und undurchschaubare Charaktere. Dennoch wurde auf übertriebene Brutalität und Blut verzichtet, was ich echt gut finde. Dafür gibt es sehr viele mysteriöse Ereignisse rund um die kleine Lilou und eine Nebengeschichte in der Vergangenheit, die sich um eine Art Kinderheim dreht. Diese fand ich auf verstörende Art wirklich grausam, aber auch gar nicht von so weit hergeholt. Überhaupt wirkte die ganze Geschichte, trotz Mystery und paranormaler Elemente, relativ realistisch und greifbar.

Die Charaktere haben mir ebenfalls sehr gut gefallen, vor allem, weil man einfach nicht weiß, was man von ihnen halten soll, wer sie tatsächlich sind und was sie von Hanna und Lilou wollen. Viele von ihnen haben Geheimnisse und waren mir nicht ganz geheuer. Dementsprechend konnte sich auch Hanna nie so richtig sicher sein, wem sie trauen kann.  Und in Anbetracht dessen, dass man mit Lilou auch noch ein Kleinkind, fast noch Baby, als wichtigen Charaktere dabei hat, habe ich sogar gleich noch mehr mit Hanna gelitten.

Alles in allem hat mir dieser Thriller auch als Hörbuch wieder so gut gefallen, wie damals schon als haptisches Buch. Er hat mich gepackt und mitgerissen und obwohl ich die Geschichte im Groben schon kannte, so konnte sie mich dennoch wieder einmal überraschen. Dennoch war die Zeit und das Vergessen sicher auch wichtig, um die Geschichte noch einmal vollkommen zu genießen, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ich kann dieses Buch jedenfalls absolut empfehlen. Umso trauriger, dass es nicht mehr verlegt wird. 

Sonntag, 10. November 2024

„Für die junge Opal ist Starling House ein dunkler Traum, für Arthur bittere Realität. Nur gemeinsam können sie seine Dämonen besiegen und zueinanderfinden ...

Auf die junge Opal übt Starling House eine seltsame Faszination aus. Das verwunschene Anwesen am Rande der Kleinstadt Eden, Kentucky, gehörte im 19. Jahrhundert der Autorin des Romans »The Underland«. Als Kind hatte sich Opal in die Geschichte dieses Buchs geflüchtet, nun ist es das verfallende Gebäude selbst, das ihr wie eine Zuflucht erscheint. In Wahrheit lebt sie mit ihrem Bruder Jasper in einem Motel und hält sich mit Aushilfsjobs über Wasser. Bis ihr Arthur Starling, der unnahbare Erbe von Starling House, eine Stelle anbietet. Opal nimmt das Angebot an, obwohl alle anderen Einwohner von Eden das Herrenhaus meiden. Albträume und Ungeheuer sollen das Gelände heimsuchen und ihren Ursprung in einer Vergangenheit haben, die wie ein Fluch auf der Stadt liegt ...“

- Beschreibung des Verlags -

Ich dachte doch wirklich, es würde sich bei diesem Buch um einen Spukhaus Roman handeln, so richtig mit Geistern, düster und gefährlich. Doch lasst euch eins gesagt sein, dieses Haus ist so viel mehr und mir persönlich immer mehr ans Herz gewachsen, genauso auch Opal, Arthur und die meisten anderen Charaktere.

Opal ist aber auch eine wahnsinnig toll geschriebene Protagonistin, wild, ungezähmt und mit allen Wassern gewaschen. Sie ist mit ihren sechsundzwanzig Jahren kein Teenager mehr und hat schon einiges an Lebenserfahrung. Dennoch ist sie jung geblieben, obwohl sie täglich ums nackte Überleben kämpft, sich um ihren kleinen Bruder kümmert und in der Stadt nicht besonders gemocht wird. Ebenfalls ist sie mal keine Schönheit, sondern eine ganz normale, junge Frau mit Mängeln, viel zu dünn und mit kaputten Zähnen. Arthur passt rein äußerlich perfekt zu ihr, wird als große, dürre Vogelscheuche beschrieben, ist aber ein sehr mysteriöser Typ, der einen harten Kampf kämpft und dabei viel mehr zu bieten hat, als man anfangs denken könnte. Richtig toll fand ich aber auch Bev, die etwas harsche Motelbesitzerin, die öfter mit Opal zusammenstößt, aber tief in ihrem Herzen eine Seele von Mensch ist. Auch die Bibliothekarin Charlotte und Opals kleiner Bruder Jasper sind richtig gut und liebenswert geschriebene Charaktere. Und dennoch gibt es auch die Gegenseite, die, die sowohl Opal als auch Arthur nichts Gutes wollen, die nur auf Profit aus sind und denen ihre Nächsten nichts wert sind. Diese sind gleichfalls richtig gut und überzeugend geschrieben, haben für das, was sie sind, richtig Spaß gemacht. 

Die Geschichte selbst ist schwer zu beschreiben, fantasievoll, aber keine Fantasy im eigentlichen Sinne, romantisch, aber auch keine Liebesgeschichte, spannend, aber kein typischer Thriller und als Horror würde ich sie auch nicht beschreiben. Und trotzdem ist sie irgendwie alles davon. Sie spielt rund um das märchenhafte, verwunschene und auf alle außer Opal düster wirkende Starling House, welches atmet und lebt, einen eigenen Charakter besitzt. Außerdem geht es in der Geschichte um Arthurs ganz eigenen Kampf um Bestien, welche Starling House und ganz Eden bedrohen. Wo kommen sie her und was wollen sie? Es geht um Einsamkeit, Misshandlung und Armut, um Intrigen und das Schlechte im Menschen, aber auch um Familie, egal ob aus Blut oder aus reiner Liebe, um Zusammenhalt und darum, was das Gute bewirken kann. Ebenfalls geht es um Träume und die eigenen Dämonen. Dieses alles in einem märchenhaften, mystischen Setting, umgeben von einer düsteren, rauen Stadt, die nicht zum Bleiben einlädt und es gerade andersartigen Menschen wie Opal und Arthur nicht einfach macht. Und gerade um die beiden entspinnt sich auch noch eine kleine, dezente Romanze, die sich aber nicht in den Mittelpunkt drängt, sondern ganz leise anschleicht und dafür sorgt, dass zwei Menschen endlich ihren Platz in der Welt finden und damit auch ein Stück Glück.

Für mich ist dieses Buch jedenfalls etwas ganz Besonderes, was ich in dieser Weise noch nicht gelesen habe, märchenhaft, mysteriös, teils wirklich düster und vor allem sehr intelligent geschrieben, wobei auch der Schreibstil die Geschichte grandios getragen hat. Dazu noch die großartigen, lebendig und einzigartig geschriebenen Charaktere, die man einfach nur ins Herz schließen muss. Das alles ergibt für mich ein perfektes Buch. 

Dienstag, 6. Februar 2024

„In Violet Whites verschlafenem Küstenort ist nicht viel los – bis River West in Violets Gästehaus einzieht. Plötzlich wird ein Phantom gesichtet, Kinder verschwinden und ein Mann bringt sich um. Hat River damit zu tun? Er weicht jeder Frage über seine Vergangenheit aus. Violets Großmutter hat sie vor dem Teufel gewarnt – aber dass er ein Junge sein könnte, der viel Kaffee trinkt, gerne in der Sonne schläft und Violet auf dem Friedhof so küsst, dass man zurückküssen möchte – das hat sie nicht gesagt. Während der Horror eskaliert, verliebt sich Violet so heftig, dass sie River nicht mehr widerstehen kann – und genau das ist seine Absicht …“

- Beschreibung Amazon -

Und wieder einmal habe ich mit diesem Buch eines von meinem SuB befreit, welches dort schon viel zu lange herumstand. Letztendlich bin ich auch froh, dass ich es nun endlich gelesen habe und werde es auch aussortieren, denn leider war es größtenteils nichts für mich.

Das Buch besticht dabei durch ein wunderschönes, verwunschen und mysteriös wirkendes Setting, bei welchem einfach alles sehr ästhetisch zusammenpasst. Das alte, verwachsene Anwesen der Whites am Meer, der Wald ringsherum, das verschlafene Städtchen, der Friedhof als auch die gesamte, düstere Stimmung wirken sehr märchenhaft und verzaubert, was auch zur Grundhandlung der Geschichte passt.

Diese ist jedoch, bis auf kleine, etwas packendere Stellen, leider relativ langweilig und zieht sich dadurch trotz ihrer noch nicht einmal vierhundert Seiten ziemlich, plätschert oftmals nur vor sich hin. Dabei gab es einige Themen, die man hier viel besser und viel spannender hätte erzählen können, indem man diese mehr aufbaut und dafür andere Dinge weglässt. Außerdem kam ich ziemlich schnell darauf, was es mit River auf sich hat, selbst, wenn auch hier wieder nicht allzu tief gegangen wurde.

Allerdings konnte man das von Violet nicht behaupten. Sie war nämlich eine echt komische Protagonistin, leichtgläubig, naiv und kindisch. Manchmal hat mich ihre Sorglosigkeit schon ziemlich genervt. Versteht mich aber nicht falsch, denn ja, sie hinterfragt Dinge, überlegt auch einigermaßen viel und ist auch mal sauer, aber es scheint fast durchgängig so, als würde das alles keine Früchte tragen. Dabei hätte auch sie super interessant sein können, denn sie ist anders als andere Mädchen in ihrem Alter, wobei hier ebenfalls wieder das gewisse Etwas gefehlt hat.

Die restlichen Charaktere waren so weit zwar okay, aber ich könnte sie wahrscheinlich in einer Woche schon nicht mehr beschreiben. Außer vielleicht Sunshine, denn die ging mir, wenn sie mal auftauchte, mit ihrem Verhalten schon sehr auf die Nerven, aber ich denke, das sollte bei ihr so sein. Und auch den kleinen Jack werde ich wohl nicht ganz so schnell vergessen, denn er war wirklich niedlich und seine Geschichte hat mich noch am meisten berührt. Die andern alle waren jedoch recht flach, nicht sehr charismatisch oder eindrücklich geschrieben, nicht einmal River.

Ebenfalls konnte ich die zwischenmenschlichen Beziehungen in diesem Buch nicht so richtig verstehen. Eltern lassen ihre Kinder ohne Geld wochen- oder gar monatelang allein, ohne, dass es jemanden juckt? Violet lässt sich von ihrem Bruder und Sunshine in den Schrank sperren und behandelt letztere dennoch wie eine Freundin? Und warum interessiert sich niemand für einen Minderjährigen, dessen Vater gerade gestorben ist und der plötzlich einfach woanders wohnt?

Für mich war dieses Buch jedenfalls recht verwirrend und ich muss sagen, ich war froh, als ich es endlich beendet hatte. Wäre das Setting nicht so toll gewesen und hätte ich nicht zumindest noch ein spannendes Finale erwartet, ich wüsste nicht, ob ich es nicht sogar abgebrochen hätte. Weiterempfehlen würde ich es nicht, aber wer weiß, vielleicht gefällt es dem ein oder anderen aber auch wirklich gut.


Dienstag, 7. Dezember 2021


"Wie weit bist du bereit, für die große Liebe zu gehen?
Auf der Hochzeit von Laylas Schwester lernen sie sich kennen und lieben: Leeds, der seinen Lebensunterhalt als Musiker verdient, und Layla. Es ist eine Amour fou – bis zu dem Tag, an dem Leeds eifersüchtige Exfreundin versucht, Layla zu erschießen. Danach ist Layla nicht mehr sie selbst. Um die Beziehung zu retten und Layla zu stabilisieren, mietet Leeds das Haus, in dem sie sich kennengelernt haben. Doch dort scheint nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen ..."

- Beschreibung des Verlags -

Ich muss ehrlich sagen, dass ich selten ein so unterhaltsames und gleichzeitig absurdes Buch gelesen, beziehungsweise gehört, habe. So wusste ich anfangs auch gar nicht so recht, wie ich es eigentlich bewerten sollte. Nun, hier meine Meinung dazu.

Was den Schreibstil von Colleen Hoover angeht, so gibt es absolut nichts daran auszusetzen, ein absoluter Pluspunkt, denn sie schreibst eindrücklich, locker und leicht. So war selbst diese abstruse Geschichte für mich gut verständlich. Dazu kommt der super gute Sprecher des Hörbuches, denn mit Oliver Wronka wurde hier alles richtig gemacht. Er bringt die Geschichte richtig toll und mit guter Betonung rüber.

Diese ist allerdings einfach nicht mein Fall. Zwar war sie von Anfang bis Ende richtig spannend und ich wollte jederzeit wissen, wie es wohl weiter geht, doch als es dann paranormal wurde, musste ich doch einige Male mit dem Kopf schütteln. Ich dachte doch, es handle sich bei diesem Buch um einen romantischen Thriller, von Thriller war jedoch, bis auf eine Szene, nicht viel zu lesen/hören. Vielmehr wurde es immer mystischer und paranormaler, was meiner Meinung nach überhaupt nicht gepasst hat und eher komisch wirkte als wirklich ernstzunehmen. Die Liebesgeschichte fand ich ebenfalls nur eher mittelmäßig. Die Gefühle und auch die erotischeren Szenen kamen teilweise absolut nicht bei mir an. Allerdings erklärt sich hier zum Ende hin auch, warum es teilweise etwas komisch zwischen den beiden Protagonisten wurde. Und dann kam tatsächlich das Ende und damit die Auflösung des Ganzen. Was soll ich sagen? Ich habe die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Was soll das? Ich habe mich echt gefragt, ob das wirklich Colleen Hoovers Ernst sein kann. Egal, wie gut hier alles zusammen gesponnen wurde, so war es dennoch sehr skurril, alles andere als realistisch und zumindest für mich nicht ernstzunehmen. Und doch war diese Geschichte von vorn bis hinten sehr unterhaltsam und ich habe sie gern gelesen, beziehungsweise gehört. 

Ebenfalls wurde ich mit den Protagonisten und sämtlichen anderen Charakteren, auch wenn es nicht viele davon gab, so richtig warm. Sie haben sich mir einfach nicht ins Herz gebrannt, wenn sie nun auch nicht schlecht geschrieben waren. Aber wenn ich überlege, dass ich schon jetzt nicht mehr so richtig weiß, wie der Protagonist hieß, dann sagt das eigentlich schon alles. Überhaupt fehlte mir hier das Besondere an ihnen. 

Alles in allem bekommt man hier einen durchaus unterhaltsamen Roman über eine recht komische Liebesbeziehung mit einem kleinen bisschen Thrill, aber dafür ganz viel absurdem und paranormalem Quatsch. Wem das gefällt, der bekommt hier sicher ein gutes Buch, für mich war das aber alles nicht wirklich etwas.

Donnerstag, 4. Mai 2017


Wir haben hier einen Sammelband von fünf Erzählungen aus den Leben der Unsterblichen Simon und Thyri, die jeweils in verschiedenen Epochen und Orten der Zeitgeschichte spielen. Enthalten sind folgende Erzählungen:

"Die Gärten von Rom": Simon arbeitet im Jahre 11 n. Chr. als Gärtner in Rom, als er auf einen alten, mysteriösen Bekannten aus der Vergangenheit trifft. Dieser hat nichts Gutes im Sinne.

"Der Bruderpakt": Erzählt wird Simon 1891 in einem Telefonat die Geschichte der Brüder Renz, die einen Pakt geschlossen haben, der ihnen zum Verhängnis wird.

"Die Zeichen der Schuld": Hier wird von den Anfängen von Simon und Thyri erzählt, wie ein Freund zum Feind wird und Simon sich zwischen Gut und Böse entscheiden muss.

"Von sterbenden Engeln": Thyri erzählt aus ihrem Leben 1645 in Schrattenthal, wo sich grausige Dinge unter Pastor Schnabel abspielen.

"Das Gedächtnis der Welt": Auch hier erfahren wir wieder etwas aus Thyris Leben und wie sie 1933 auf den Codex Sinaiticus gestoßen ist.

Zu diesem Buch habe ich an einer Leserunde bei Lovelybooks teilgenommen und möchte mich erst einmal für das Leseexemplar beim acabus Verlag und beim Autor bedanken.

Chriz Wagner schafft es mit seinem ungeheuer bildlichen, aber dennoch leichten Schreibstil, seine Geschichten lebendig werden zu lassen. Bei jeder einzelnen Erzählung aus diesem Sammelband fiel es mir dadurch größtenteils sehr leicht, mich in die jeweilige Geschichte hinein zu finden. Außerdem ließen sich alle fünf Erzählungen sehr flüssig und rasch lesen.

Dazu kommt, die außergewöhnliche Mischung aus sehr gut recherchierten geschichtlichen Grundlagen mit Mystery, Fantasy und einem Hauch Horror, die mich super packen konnte. Die einzelnen Erzählungen wirkten dadurch so real, dass man denken könnte, es hätte sich tatsächlich alles genau so abgespielt. Die Geschichten sind allesamt sehr spannend und interessant aufgebaut, mit einem immer unerwarteten Ende, wenn mich auch nicht ein jedes regelrecht umgehauen hat. Aufgefallen sind mir auch die Bezüge zu Religion und Bibel, wenn auch abgewandelt, womit der Autor sehr sensibel umgegangen ist.

Was die Charaktere angeht, so haben mich diese am meisten überzeugt. Egal, ob es die Protagonisten Simon und Thyri waren, oder ein jeglicher anderer Nebencharakter, eine jede einzelne Person war sehr gut geschrieben und als einzigartiges Individuum erkennbar. Es gab durchweg keine Stereotypen.

Für mich ist dieses Buch einfach toll. Anders kann ich es nicht sagen. Die kurzen Erzählungen der Protagonisten sind super für zwischendurch, aber man kann auch durchaus das Buch in einem Stück lesen. Der Schreibstil ist großartig und die Geschichten klasse. Ich freue mich schon auf den nächsten Sammelband.