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Mittwoch, 15. Oktober 2025

„Glamour, Lügen und tödliche Geheimnisse
Eigentlich sollte es für Maggie, Giselle, Vivi und Emi der perfekte Mädels-Trip werden: eine Luxusjacht, keine Eltern, strahlende Sonne und jede Menge Champagner. Doch in der letzten Nacht verschwindet Giselle plötzlich. Als die anderen sich am nächsten Morgen die Sicherheitsaufnahmen anschauen, sehen sie Unglaubliches: Maggie hat ihre Freundin über Bord geschubst! Das Mädchen selbst kann sich nicht daran erinnern. Sie weiß nur, dass sie mit rasenden Kopfschmerzen aufgewacht ist - in ihrem Safe Tausende von Dollar, Giselles Tagebuch und ein Pass, der nicht ihr gehört. Maggie muss dringend herausfinden, was passiert ist, denn am Hafen wartet bereits die Polizei auf sie ...“

- Beschreibung des Verlags -

Recht spontan ist mir diese Geschichte in Form des Hörbuchs untergekommen und da dieses schön kurz war, hab ich es mir einfach mal zu Gemüte geführt. So wirklich überzeugen konnte es mich dabei zwar nicht, aber der Dreh am Ende war dennoch echt gut gemacht.

Interessant fand ich, wie das Buch aufgebaut ist, denn die Hauptstory wird rückwärts erzählt, während es nebenbei noch Tagebucheinträge, beziehungsweise Briefe von Giselle an ihre verstorbene Mutter gibt als auch Vernehmungsprotokolle der Polizei. Allerdings ist gerade das Rückwärtserzählen, wenn man das Buch als Hörbuch hört, anfangs noch etwas verwirrend. Als ich mich aber erst einmal ein bisschen geordnet hatte, kam ich damit ganz gut klar. Dennoch war gerade die Hauptstory auch ziemlich langweilig, voller typischer Highschool- und Teenieprobleme, einer ziemlich oberflächlichen Mädchenfreundschaft und etwas Liebe. Zudem haben sowohl Maggie als auch Giselle einige Geheimnisse, was aber auch erst am Ende so richtig zu Tage tritt. Dafür kam, wie schon erwähnt, gerade das Ende mit richtig gut gemachten Wendungen daher, die ich so nicht vorhergesehen habe. Außerdem ist das Buch wirklich gut für Jugendliche geeignet, da es doch recht seicht ist, ohne Gewalt oder gar Brutalität, dafür jedoch mit einigen jugendlichen Themen und eben ein paar Geheimnissen.

Was die Charaktere angeht, so bin ich etwas hin- und hergerissen. Maggie als Protagonistin fand ich relativ undurchschaubar und durchaus interessant, wenn auch nicht super sympathisch. Was sie aber nun tatsächlich von Giselle will, fand ich wiederum echt spannend. Giselle hingegen war für mich einfach nur bedauernswert, einerseits ein reiches, verwöhntes, aber einsames Mädchen, andererseits eine richtige Zicke, die andere einfach furchtbar behandelt. Diesbezüglich waren auch ihre Briefe recht aufschlussreich, denn diese zeigen eine ganz andere Seite von ihr. Ihre anderen beiden Freundinnen Vivi und Emi fand ich leider etwas flach. Viel mehr, als dass Vivi mit Giselles Stiefmutter Brittainy befreundet ist und Emi Maggie nicht mag, erfährt man nicht viel über sie.

Alles in allem bekommt man hier einen seichten Jugendthriller, mit typischen Themen für das angesprochene Klientel und einem sehr interessanten, unvorhersehbarem Twist am Ende. Für mich war das Buch aber nicht unbedingt das, was ich mir erhofft hatte. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu alt dafür.

Mittwoch, 6. November 2024

„Die achtzehnjährige Svenja findet in einer Abseite ihrer neuen Tübinger Studentenwohnung einen verwahrlosten, stummen 11-jährigen Jungen und nimmt ihn bei sich auf. Nach seinem T-Shirt-Aufdruck nennt sie ihn Nashville. Als eine Serie von Morden an Obdachlosen die Stadt in Aufruhr versetzt, wird Svenja unruhig. Hat Nashville, der immer wieder heimlich verschwindet, etwas damit zu tun? Bald schon merkt sie, dass nicht nur Nashvilles, sondern auch ihr Leben bedroht ist.“

- Beschreibung des Verlags -

Eines vorerst: Wenn man einen total realistischen Jugendthriller sucht, bei dem absolut alles Sinn ergibt und die Charaktere zu jeder Zeit nachvollziehbar handeln, dann sollte man von diesem hier vielleicht lieber die Finger lassen. Ebenso, wenn man mit poetischen und verspielten Schreibstilen nichts anfangen kann. Sollte man allerdings in ein märchenhaftes Jugendbuch mit kuriosen Charakteren und einer spannenden Geschichte eintauchen wollen, dann muss man hier zugreifen, auch, wenn das Buch nicht mehr allzu neu ist. 

Die Geschichte beginnt dabei schon recht skurril, nämlich mit einem offensichtlich verstörten Jungen, der in Svenjas Küchenschrank auf dem Kopf steht, wird aber immer skurriler, als sich Svenja diesem Jungen auch noch annimmt, ohne die Polizei oder das Jugendamt einzuschalten. Als dann immer mehr Morde an Obdachlosen geschehen, wird es richtig spannend. Zwischenzeitlich entstehen Freundschaften, es geschehen unerwartete Dinge und die Beziehung zwischen Svenja und Nashville wird immer unumstößlicher, selbst als es für sie immer weiter den Bach heruntergeht. Genau diese Freundschaften und die sich entwickelnde, ehrliche Liebe zwischen den beiden macht dieses Buch so toll und märchenhaft. Dazu kommen dann noch die Mordfälle und die lauernde Gefahr, welche das Buch super spannend macht. Außerdem wird man immer wieder auf eine falsche Fährte gelockt. Jeder könnte der Täter sein, es ist also wie das Wolfsspiel. 

Passend zu dieser besonderen Geschichte sind auch die einzelnen Charaktere sehr besonders, allen voran Svenja, die sich aufopfernd um Nashville kümmert, was keine leichte Aufgabe ist. Dennoch findet sie einen Draht zu ihm und tut ihr Bestes. Nashville selbst ist ein zutiefst verstörter Junge, der komische Dinge tut und sich nicht einfangen lässt. Dann gibt es da noch die eher alternativen Jungs aus dem besetzten Haus Nummer drei. Friedel, der wie Svenja Medizin studiert, aber das eigentlich gar nicht will, der Spanier Kater Carlo, welcher ständig die Worte durcheinander bringt und Thiery, der eher unauffällige Franzose. Es gibt Katleen, die gerne kocht und backt und ihr Gemüse, Fleisch und Fisch am liebsten auf einer Bank an der frischen Luft schneidet. Ebenso wichtig für die Geschichte ist der junge Arzt Gunnar und auch die Gruppe Obdachloser, die irgendetwas mit Nashville zu tun haben, lernt man besser kennen. Alle sind dabei absolut unterschiedliche Charaktere, die durchaus nicht ganz normal sind und oftmals absolut nicht so handeln, wie man es erwarten würde. 

Geschrieben ist das Buch zudem gar nicht einmal so einfach, sondern sehr verschnörkelt und künstlerisch, mit vielen Metaphern und sonstigen Stilmitteln. Deshalb habe ich auch anfangs etwas gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden. Mit der Zeit wurde es aber immer besser und als ich mich einmal an den interessanten Schreibstil gewöhnt hatte, war ich mitten in der Geschichte drin und wurde von ihr bis zum Ende mitgerissen.

Alles in allem ist dieses gesamte Buch etwas Besonderes, nichts was man in kürzester Zeit durchliest, aber dafür märchenhaft, skurril und irgendwie großartig. Allerdings sollte man sich auch bewusst sein, dass es hier ziemlich viele Sexszenen gibt und es auch ab und zu recht brutal zugeht, weshalb ich das Buch nicht unbedingt ab vierzehn empfehlen würde. Insgesamt kann ich es aber absolut empfehlen, wenn man sechzehn und älter ist. 

Freitag, 18. Oktober 2024

„Ein Unfall hat alles verändert: Ella lebt, und ihre beste Freundin nicht. Die Schuld daran gibt sich Ella selbst. Alles erinnert sie an Hayley – besonders Sawyer, Hayleys Boyfriend. Keiner versteht Ella und ihren Schmerz so wie er, und bald wird ihr etwas Schreckliches klar:

Sie ist in den Freund ihrer toten besten Freundin verliebt.

Sawyer scheint es genauso zu gehen. Doch Ella spürt, dass da etwas Dunkles ist, das ihn umgibt. Ist es Liebeskummer – oder vielleicht seine Begierde nach Hayley, die nie wieder gestillt werden kann? Verzweifelt und voller Schuldgefühle sucht Ella ausgerechnet in Hayleys Tagebuch Halt – und entdeckt eine erschütternde Wahrheit: Sawyers Beziehung mit Hayley war alles andere als perfekt. Und Ella bekommt zunehmend Angst vor dem, wozu Sawyer im Namen der Liebe fähig ist …“

- Beschreibung des Verlags -

Wenn es in Romanen darum geht, dass sich jemand in den Freund oder die Freundin des besten Freundes/der besten Freundin verliebt, dann spricht er mich eigentlich nicht so richtig an und so war es auch hier. Allerdings hat mich der zweite Teil des Klappentextes echt neugierig gemacht, weil dieser richtig interessant und spannend klang. Jetzt bin ich auf jeden Fall froh, dass ich das Buch gelesen habe, denn es ist wirklich gut, wenn auch für mich kein Highlight.

Dafür hätte mich das Buch nämlich gleich von Anfang an so richtig packen müssen und das hat es leider nicht ganz geschafft. Zwar war ich gleich in der Geschichte drin, doch beginnt diese eher langsam und ruhig, weshalb sie hier und da ein bisschen zäh auf mich wirkte. Irgendwann wurde es dann aber richtig spannend und gegen Ende gab es noch eine richtig große Wendung, die ich nicht habe kommen sehen. Dafür gab es aber auch einen Punkt, den ich mir bereits am Anfang denken konnte und der auch so gekommen ist. Dennoch fand ich das Ende echt super und gut überlegt. 

Wer hier mit einer großen Liebesgeschichte rechnet, der wird wohl auch ein Stück weit enttäuscht werden, denn diese ist nur ein Teil der Handlung und größtenteils ziemlich toxisch. Trotzdem geht es zwischen Ella und Sawyer hier und da auch sexy und prickelnd zu, manchmal aber etwas grenzwertig. Explizite Sexszenen gibt es im Buch aber nicht, was ich auch gut finde, da dieses bereits ab vierzehn Jahren empfohlen wird und dafür ist es auch durchaus geeignet. 

Richtig gut fand ich an diesem Buch, dass es aufzeigt, wie schnell man in eine toxische Beziehung rutschen kann und wie schwer es tatsächlich ist, sich daraus auch wieder zu befreien. Wie viel Zweifel an einem selbst und Scham dabei mitspielt und dass es nicht leicht ist, sich anzuvertrauen. Dafür fand ich wirklich schade, dass es bei all den Triggern, die teilweise schon etwas fragwürdig sind, keinen für das Thema Abtreibung gab. Ist das inzwischen schon so normal, dass jeder damit umgehen können muss? 

Jedenfalls fand ich die Charaktere ebenfalls richtig gut und lebendig geschrieben. Vor allem ist Ella zwar eine typische Teenagerin, mit den typischen Zweifeln und Problemen, doch sie ist auch vorsichtig und abwägend. Hayley, die man erst durch ihr Tagebuch richtig kennenlernt, scheint durchaus tough zu sein, rutscht aber dennoch in eine Sache, die ihr teuer zu stehen kommt. Sawyer fand ich recht undurchschaubar, aufbrausend, aber auch beschützend. Trotzdem wird er auch verkannt, hat viele gute Seiten. Die Nebencharaktere waren ebenso wichtig, gut und spannend geschrieben.

Alles in allem ist dieses Buch, wie schon erwähnt, wirklich super, hat einen recht guten Schreibstil und die Geschichte ist extrem wichtig, teilweise echt spannend und auf jeden Fall aufwühlend. Das Lektorat sollte allerdings noch einmal drüberschauen, da so mancher, kleiner Fehler durchgerutscht ist. Dennoch kann ich es absolut empfehlen, auch als Hörbuch. 

Samstag, 27. Juli 2024

Band 1: One of Us is Lying
Band 2: One of Us is Next
Band 3: One of Us is Back
Band 4: Die Bayview Four-Ein Jahr danach

„Willkommen zurück in Bayview. Es ist Sommer. Und einer von uns ist wieder da.

Sommerferien in Bayview. Addy und ihre Freunde treffen zusammen, um Zeit miteinander zu verbringen: Bronwyn ist zurück aus Yale, Cooper macht Urlaub von seiner Baseballkarriere, Nate, Maeve, Phoebe und Knox sind ebenfalls vor Ort. Alles könnte so entspannt sein. Doch ein Thema beherrscht die Medien und die Bayview-Crew: Aufgrund eines juristischen Fehlers könnte Jake Riordan bald auf freiem Fuß sein und in Berufung gehen. Jener Jake, der mit Simon gegen die Bayview Four intrigierte und Addy fast umgebracht hätte. Addy und ihre Freunde wollen sich den Sommer dennoch nicht verderben lassen. Doch dann ist Jake auf freiem Fuß. Und eine von ihnen verschwindet …“

- Beschreibung des Verlags -

Nun habe ich auch diese Trilogie beendet und muss sagen, dass dieser letzte Band, was die Spannung angeht, auf jeden Fall der Beste war. Vor allem auch, dass beinahe jedes einzelne Kapitel mit einem bösen Cliffhanger geendet hat und dann erst einmal wieder aus einer anderen Sicht weitererzählt wurde, hat dazu geführt, dass ich teilweise nicht aufhören konnte, zu lesen. Schließlich wollte ich unbedingt wissen, wie es weiter geht.

Außerdem gab es einige unerwartete Wendungen und interessante Detektivarbeit der jugendlichen Hauptcharaktere. Besonders Maeve mit ihren Fähigkeiten hat sich hier hervorgetan, aber auch alle anderen haben kräftig mitgeholfen, den Verursachern der neusten Geschehnisse auf die Spur zu kommen, Dabei wurde es zwar oftmals sehr spannend, aber ab und zu auch recht unrealistisch. Manche Lösungen waren mir persönlich zu einfach gestrickt und die ein oder andere Aktion wäre im wahren Leben viel zu gefährlich. Für einen Jugendthriller fand ich das aber in Ordnung. Schön fand ich die Dynamik in der Clique, denn diese war wiederum sehr realitätsnah. Manche Figuren waren sich näher, manche nicht so besonders und doch verbindet sie alle etwas und macht sie zu einem guten Team. Dazu kommt, dass sie alle sich weiterentwickeln und langsam erwachsen werden. Auch schön fand ich die kleinen, verschiedenen Beziehungen zwischen einander, manchmal freundschaftlich, manchmal romantisch, wobei natürlich die Liebesgeschichte zwischen Bronwyn und Nate noch immer die süßeste ist, selbst, wenn sie hier gar nicht so besonders im Vordergrund steht. Das finale Ende der Reihe fand ich dann nicht zu einhundert Prozent gelungen, aber okay. Im Großen und Ganzen ist die Geschichte damit zwar abgeschlossen, aber einige Kleinigkeiten bleiben auch offen.

Was die Charaktere angeht, so wird dieser Band abwechselnd aus der Sicht von Addy, Phoebe und Nate erzählt, sodass man besonders ihnen noch einmal näher kommt. Vor allem Nate mochte ich dabei besonders, weil er im Laufe der gesamten Geschichte am meisten kämpfen musste. Doch auch Addy und Pheobe sind echte Kämpferinnen und beide werden noch einmal mit Dingen konfrontiert, die sie auf eine harte Probe stellen, Außerdem gibt es noch Rückblenden aus der Sicht von Jake, sowie Simon, welche ich richtig toll fand, denn so hat man auch ihre Geschichte noch einmal besser verstehen können. Die anderen Charaktere kommen aber im Allgemeinen auch nicht zu kurz. Natürlich gibt es den einen, der mehr im Mittelpunkt steht und andere, die eher Randfiguren sind, aber alle haben ihre Daseinsberechtigung und sind gut geschrieben.

Alles in allem finde ich auch diesen Band wieder echt gelungen, spannend, wendungsreicht und einnehmend. Die Charaktere haben mir gut gefallen, ebenso der locker, leichte und bildliche Schreibstil mit den kurzen, prägnanten Kapiteln. Ich kann insgesamt jedenfalls die ganze Reihe durchaus weiterempfehlen.

Mittwoch, 8. Mai 2024

Band 1: One of Us is Lying
Band 2: One of Us is Next
Band 3: One of Us is Back
Band 4: Die Bayview Four-Ein Jahr danach

„Es ist ein Jahr her, seit Simon Kelleher starb. Maeve ist in der elften Klasse an der Bayview High. Über Simons Tod und dessen Folgen wird kaum mehr geredet. Da taucht ein anonymes Wahrheit-oder-Pflicht-Spiel auf, das die gesamte Schülerschaft in Atem hält. Jeder, der nicht mitspielt, wird bloßgestellt. Doch als Maeve an der Reihe ist, weigert sie sich, mitzumachen — das virtuelle Spiel, ausgerichtet von »DarkestMind«, lässt bei ihr alle Alarmglocken läuten. Und dann sind sie plötzlich wieder da: die Schaulustigen. Die Reporter. Die Polizei. Denn es hat wieder einen Toten gegeben …“

- Beschreibung des Verlags -

Nach dem ersten Band, der mir schon wirklich gut gefallen hat, war ich nun gespannt, wie mir wohl die Fortsetzung gefallen würde und ich muss sagen, ich fand sie wirklich gut, sogar noch ein kleines Bisschen besser als Band eins.

Dieser hier beginnt mit einer Favoriten-Liste, bei welcher ich nicht so richtig weiß, was sie zu bedeuten hat, aber die auf jeden Fall dabei hilft, die einzelnen Charaktere auseinanderzuhalten. Danach erfährt man gleich, dass wieder jemand gestorben ist, ohne dass erwähnt wird, wer. Man muss sich also erst einmal etwas gedulden, bis diese Frage beantwortet wird, denn erst einmal wird noch einmal über die Geschehnisse in den zehn Wochen zuvor berichtet. Man wird mit den neuen Protagonisten bekannt gemacht und es beginnt erneut ein perfides Spiel, welches die Schüler der Bayview High ganz schön auf Trab hält. Dieser Teil ist schon recht spannend, aber es gibt auch ein paar kleine Längen. Ab der Hälfte des Buches und mit dem Tod eines Schülers wurde es dann aber so spannend, dass ich es nicht mehr aus den Händen legen konnte. Obwohl es zu meiner Zeit noch keine sozialen Medien gab, gab es dennoch Mobbing und dieses Buch macht sichtbar, wie grausam Jugendliche sein können, was in Verbindung mit Smartphones und Internet noch um einiges leichter ist, als damals. Aber nicht nur das, denn es wurde auch noch richtig kriminell und perfide, außerdem gibt es ein paar Liebeleien, persönliche Dramen und Schicksale. Dabei muss man nicht auf echt interessante Wendungen verzichten, die mich teilweise echt geschockt haben.

Wie schon geschrieben, gibt es hier neue Protagonisten, nämlich Maeve, ihren besten Freund Knox und Phoebe, die mir aus dem ersten Band nicht wirklich bekannt war. Maeve ist die kleine Schwester von Bronwyn aus Band eins, die einerseits richtig tough ist, eine kleine Hackerin, anderseits aber auch schon einiges erleiden musste. Knox ist der nette Junge von nebenan, unscheinbar und dennoch richtig sympathisch und Phoebe mochte ich ebenfalls ganz gern. Sie alle drei haben ihre Sorgen und Probleme, ergeben aber im Endeffekt ein gutes Team. Ebenso fand ich die Nebencharaktere in diesem Buch wirklich gut beschrieben, vielseitig und facettenreich.

Alles in allem hat mich die Autorin mit ihrem zweiten Teil dieser Reihe tatsächlich noch einmal positiv überraschen können, denn dieser ist noch spannender, noch gemeiner und am Ende sogar echt schockierend. Wer also Bücher, wie „Tote Mädchen lügen nicht“ mag, wird auch diese Reihe mögen. 

Mittwoch, 27. März 2024

Band 1: One of Us is Lying
Band 2: One of Us is Next
Band 3: One of Us is Back
Band 4: Die Bayview Four-Ein Jahr danach

„An einem Nachmittag sind fünf Schüler in der Bayview High zum Nachsitzen versammelt. Bronwyn, das Superhirn auf dem Weg nach Yale, bricht niemals die Regeln. Klassenschönheit Addy ist die perfekte Homecoming-Queen. Nate hat seinen Ruf als Drogendealer weg. Cooper glänzt als Baseball-Spieler. Und Simon hat die berüchtigte Gossip-App der Schule unter seiner Kontrolle. Als Simon plötzlich zusammenbricht und kurz darauf im Krankenhaus stirbt, ermittelt die Polizei wegen Mordes. Simon wollte am Folgetag einen Skandalpost absetzen. Im Schlaglicht: Bronwyn, Addy, Nate und Cooper. Jeder der vier hat etwas zu verbergen – und damit ein Motiv...“

- Beschreibung des Verlags -

Man bekommt hier einen eher ruhig erzählten Jugendthriller, der viel Wert auf die einzelnen Protagonisten legt. Diese bekommen nämlich viel Spielraum, sind super geschrieben und vielschichtig. Zwar könnte man anfangs noch denken, dass die Vier, beziehungsweise Fünf, typische Klischees erfüllen, aber so ist es überhaupt nicht, denn erst mit der Zeit lernt man sie richtig kennen und durch die Katastrophe, welche alle betrifft, entwickeln sie sich schnell weiter. Überhaupt finde ich, sind sie allesamt sehr interessante Persönlichkeiten, mit mehr oder weniger schlimmen Geheimnissen, die einen jungen Menschen aber schon ziemlich belasten können, wenn sie sich für mich als erwachsenen Menschen auch nicht allzu schlimm angefühlt haben. Trotzdem fand ich die Problematik sehr nachvollziehbar und realistisch.

Auch, wenn der Thriller relativ ruhig erzählt ist, so wird es zum Ende hin dennoch richtig spannend und es geht sogar noch einmal um Leben und Tod. Ebenfalls habe ich mit dem Endergebnis überhaupt nicht gerechnet. Dieses fand ich einerseits echt toll, andererseits auch ziemlich psychopathisch. Ansonsten könnte man die Geschichte aber auch für eine typische Coming of Age Geschichte halten, da es viel um Entwicklung geht und ums Erwachsenwerden. Der Todesfall war für mich hier jedenfalls nur eher Nebensache. Was sich dagegen schon weniger wie eine Nebensache angefühlt hat, war die kleine Liebesgeschichte, die sich zwischen zwei der Protagonisten entwickelt. Diese fand ich wirklich niedlich, wenn ich mich auch nicht mehr so recht damit identifizieren konnte, aber das liegt nun einmal auch am Alter und kann ich dem Buch nicht vorwerfen.

Alles in allem bekommt man hier einen wirklich flüssig geschriebenen Jugendthriller, der für mich persönlich noch etwas packender und dramatischer hätte sein können. Er ließ sich aber gut weglesen und ich bin tatsächlich gespannt auf den nächsten Band, selbst, wenn dieser hier in sich abgeschlossen ist.