Posts mit dem Label kathleen glasgow werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label kathleen glasgow werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 14. November 2025

„Nach ihrer Trennung kämpfen Bellas Eltern mit ihren eigenen Sorgen, und Bella tut, was sie kann, um keine zusätzliche Last zu sein. Man wird mehr geliebt, wenn man unkompliziert ist, stimmt's? Doch dann stirbt ihre Grandma, der einzige Mensch, bei dem sie nichts musste, sondern einfach nur sie selbst sein konnte. Und ihre große Liebe Dylan sagt diesen einen Satz, nach dem es kein Weiter gibt … Aber Bella muss weitermachen, sie ist für so vieles verantwortlich.
Zum Glück hat sie ein Geheimnis, das alles leichter macht. Etwas, das ihren Schmerz lindert.“

- Beschreibung des Verlags -

Nachdem ich bereits ein Buch der Autorin gelesen habe, welches ich wirklich großartig fand, war es jetzt Zeit für dieses hier und ich muss sagen, auch dieses hat mir wirklich gut gefallen. Allerdings konnte mich die Geschichte nicht komplett überzeugen. Woran das lag, ist schwer zu beschreiben.

Das Thema selbst war wieder super interessant und emotional, denn es geht um den Alkoholismus der gerade einmal 15-jährigen Protagonistin. Diese hat einige Probleme, die dazu führen, dass sie immer mehr dem Alkohol verfällt, darunter das ewige Hin und Her zwischen ihren Eltern, wobei gerade ihr Vater recht verantwortungslos und blind für Bellas Probleme ist, außerdem der Verlust der geliebten Großmutter, die nicht ganz unschuldig an ihrem Alkoholkonsum ist und ihr Freund macht auch noch mit ihr Schluss. Da hilft es ihr auch nicht, dass sie einige Freunde hat, die ihr nicht guttun. Ihrer besten Freundin hingegen stößt sie immer wieder vor den Kopf.

Das alles hat die Autorin sehr nachvollziehbar und wirklich emotional geschildert. Sie konnte Bellas Trostlosigkeit wirklich gut herüberbringen, die überbordende Verantwortung, welche sie für ihre kleine Schwester Ricci trägt und die Angst zu versagen. Ebenfalls fand ich schön und gleichzeitig hier und da auch erschreckend, wie die Szenen in der Klinik beschrieben wurden, wie sich die Betreuer dort für die Jugendlichen einsetzen, aber auch, wie typisch, aber auch unterschiedlich die Jugendlichen selbst mit ihren Problemen umgehen. Allerdings muss ich auch sagen, dass gerade diese Einrichtung für mich extrem amerikanisch wirkte und ich mir nicht wirklich vorstellen konnte, dass ehemalige Süchtige auch Psychologen sein können. Außerdem wurde ich am Anfang direkt in die Geschichte hinein geschmissen, sodass es mir etwas schwerer gefallen ist, in sie hineinzufinden. Das Ende fand ich hingegen wirklich gut, da es zwar einerseits Hoffnung für Bella macht, andererseits ihr noch viel Platz für weitere Entwicklung gibt.

Alles in allem fand ich dieses Buch super, mit einer emotionalen, aber in großen Teilen realitätsnahen Story über ein ernsthaftes Thema, einem, bis aufs Gendern, recht sachlichen, aber dennoch guten Schreibstil und lebendig wirkenden, ganz unterschiedlichen Charakteren. Eben ein Buch, was man durchaus lesen sollte, wenn man wissen möchte, wie bereits Teenager dem Alkohol verfallen können. 

Montag, 26. Mai 2025

„Charlotte ist zerbrochen. Mit nur siebzehn Jahren hat sie mehr verloren, als die meisten Menschen im Leben. Mehr als ein Mensch ertragen kann. Aber sie hat gelernt, wie man vergisst. Wie man seinen Körper gefühllos gegen Schmerz macht. Jede neue Narbe macht Charlottes Herz ein wenig härter, doch irgendwann begreift sie, dass sie mehr ist, als die Summe ihrer Verluste – und beginnt zu kämpfen!“

- Beschreibung des Verlags -

Was für ein krasses und authentisches Buch! Selten habe ich eines gelesen, beziehungsweise gehört, welches sich so sehr mit psychischen Erkrankungen beschäftigt, wie dieses und dazu noch auf eine eindrückliche und realistische Art.

Charlottes Geschichte spiegelt so gut wider, wie es Menschen mit Borderline, Depressionen und so weiter ergeht, wobei natürlich keine Geschichte wie die andere ist. Jeder geht anders mit seiner Erkrankung um und doch gibt es auch viele Symptome, die vermehrt auftreten. Dabei ist Charlotte nur ein Beispiel für viele. Sie steht für das schlechte Gesundheitssystem, welches psychisch Erkrankte noch viel zu oft im Regen stehen lässt, für die innere Zerrissenheit, für falsche Hoffnungen und der Suche nach Liebe und Anerkennung, auch, wenn diese in eine toxische Beziehung führt. Ebenso steht sie für den Drang zur Selbstzerstörung und den täglichen Kampf für ein normales, geregeltes Leben. Für gesunde Menschen mag Charlottes Verhalten dabei vielleicht etwas unrealistisch und unverständlich wirken, doch genau so funktionieren eben Menschen, mal mehr, mal weniger, die psychische Probleme haben. Dazu kommt, dass die Protagonistin in ihren jungen Jahren bereits einiges erlebt hat und auch im Laufe der Handlung noch einiges durchmachen muss.

Überhaupt konnte ich mich hier super gut in Charlotte hineinfühlen. Sie wurde wahnsinnig lebendig geschrieben, mit all ihren Unzulänglichkeiten, aber auch versteckten Stärken. Gleichzeitig merkt man, dass sie sich ihren Problemen nicht ergeben will und kämpft, wobei sie oftmals auch über ihren Schatten springen muss und sich dadurch weiterentwickelt. Allerdings braucht sie dafür auch einiges an Unterstützung, die ausgerechnet von Menschen kommt, von denen man es vielleicht nicht unbedingt denken würde.

Insgesamt kann ich sagen, dass ich ohne jegliche Erwartungen an dieses Buch herangegangen bin und umso positiver davon überrascht wurde. Charlottes Geschichte hat mich nämlich wahnsinnig berührt und ich wollte gar nicht mehr aufhören, das Hörbuch zu hören, zumal dieses auch noch großartig vertont wurde.