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Freitag, 14. November 2025

„Nach ihrer Trennung kämpfen Bellas Eltern mit ihren eigenen Sorgen, und Bella tut, was sie kann, um keine zusätzliche Last zu sein. Man wird mehr geliebt, wenn man unkompliziert ist, stimmt's? Doch dann stirbt ihre Grandma, der einzige Mensch, bei dem sie nichts musste, sondern einfach nur sie selbst sein konnte. Und ihre große Liebe Dylan sagt diesen einen Satz, nach dem es kein Weiter gibt … Aber Bella muss weitermachen, sie ist für so vieles verantwortlich.
Zum Glück hat sie ein Geheimnis, das alles leichter macht. Etwas, das ihren Schmerz lindert.“

- Beschreibung des Verlags -

Nachdem ich bereits ein Buch der Autorin gelesen habe, welches ich wirklich großartig fand, war es jetzt Zeit für dieses hier und ich muss sagen, auch dieses hat mir wirklich gut gefallen. Allerdings konnte mich die Geschichte nicht komplett überzeugen. Woran das lag, ist schwer zu beschreiben.

Das Thema selbst war wieder super interessant und emotional, denn es geht um den Alkoholismus der gerade einmal 15-jährigen Protagonistin. Diese hat einige Probleme, die dazu führen, dass sie immer mehr dem Alkohol verfällt, darunter das ewige Hin und Her zwischen ihren Eltern, wobei gerade ihr Vater recht verantwortungslos und blind für Bellas Probleme ist, außerdem der Verlust der geliebten Großmutter, die nicht ganz unschuldig an ihrem Alkoholkonsum ist und ihr Freund macht auch noch mit ihr Schluss. Da hilft es ihr auch nicht, dass sie einige Freunde hat, die ihr nicht guttun. Ihrer besten Freundin hingegen stößt sie immer wieder vor den Kopf.

Das alles hat die Autorin sehr nachvollziehbar und wirklich emotional geschildert. Sie konnte Bellas Trostlosigkeit wirklich gut herüberbringen, die überbordende Verantwortung, welche sie für ihre kleine Schwester Ricci trägt und die Angst zu versagen. Ebenfalls fand ich schön und gleichzeitig hier und da auch erschreckend, wie die Szenen in der Klinik beschrieben wurden, wie sich die Betreuer dort für die Jugendlichen einsetzen, aber auch, wie typisch, aber auch unterschiedlich die Jugendlichen selbst mit ihren Problemen umgehen. Allerdings muss ich auch sagen, dass gerade diese Einrichtung für mich extrem amerikanisch wirkte und ich mir nicht wirklich vorstellen konnte, dass ehemalige Süchtige auch Psychologen sein können. Außerdem wurde ich am Anfang direkt in die Geschichte hinein geschmissen, sodass es mir etwas schwerer gefallen ist, in sie hineinzufinden. Das Ende fand ich hingegen wirklich gut, da es zwar einerseits Hoffnung für Bella macht, andererseits ihr noch viel Platz für weitere Entwicklung gibt.

Alles in allem fand ich dieses Buch super, mit einer emotionalen, aber in großen Teilen realitätsnahen Story über ein ernsthaftes Thema, einem, bis aufs Gendern, recht sachlichen, aber dennoch guten Schreibstil und lebendig wirkenden, ganz unterschiedlichen Charakteren. Eben ein Buch, was man durchaus lesen sollte, wenn man wissen möchte, wie bereits Teenager dem Alkohol verfallen können. 

Mittwoch, 11. Juni 2025

„Als Nica mit 17 Jahren von den liebevollen Mulligans adoptiert wird, hofft sie, die dunklen Jahre im Waisenhaus endlich hinter sich zu lassen – und mit ihnen die Legende um den Tränenmacher, der Angst und Schrecken in den Herzen sät. Doch die Mulligans nehmen gleichzeitig mit ihr den undurchschaubaren Rigel bei sich auf - gefährlich schön und Nica gegenüber kalt und grausam. Nica hätte jeden lieber gehabt als Stiefbruder als ihn. Doch die beiden kommen sich unfreiwillig näher, denn nur gemeinsam können sie die Schatten der Vergangenheit hinter sich lassen …“

- Beschreibung des Verlags -

Nachdem ich den Film gesehen habe und diesen nur eher mittelmäßig gefunden hatte, hatte ich nicht mehr allzu viele Erwartungen an das Buch. Umso überraschter war ich letztendlich, wie großartig und märchenhaft die Geschichte tatsächlich ist. 

Schon allein der wahnsinnig poetische und tiefgründige Schreibstil konnte mich absolut überzeugen und hat genau richtig zur ebenso tiefgründigen, durch die Legende des Tränenmachers irgendwie magisch angehauchten Liebesgeschichte von Nica und Rigel gepasst. Dabei handelt es sich um eine etwas andere Enemies to Lovers Geschichte, mit ganz viel emotionalem Hintergrund, mit zutiefst verletzten und missbrauchten Protagonisten, die ihren Platz im Leben erst noch finden müssen. Dennoch sind beide komplett unterschiedlich, haben verschiedene Sichtweisen auf das Leben, auf die Liebe und gehen ebenso unterschiedlich mit ihrem jeweiligen Schicksal um. Hierbei spielen Themen wie Misshandlung, Einsamkeit und Krankheit eine große Rolle, ebenso die innere Zerrissenheit, die diese bewirken, wodurch sich eine explosive und gleichzeitig sehr widersprüchliche Beziehung zwischen Nica und Rigel entwickelt, die einfach nur wahnsinnig tief geht, mitzureißen weiß und jede meiner Fasern tief berührt hat.

Genauso ging es mir mit den Charakteren. Auch diese haben mich tief berührt. Nica, der Nachtfalter, ist ein Mädchen, welches vor Liebe übersprudelt, ein sehr sanftes Wesen besitzt und sehr viel Verständnis, obwohl sie Grausames erleben musste. Rigel, welcher nach einem Stern benannt wurde, hingegen ist wieder ganz anders. Er ist nach außen hin der freundliche Junge von nebenan, den man einfach lieben muss. Zu Nica hingegen ist er extrem unfreundlich und stößt sie immer wieder von sich weg. Außerdem ist er sehr verschlossen und eher ein Einzelgänger. Das alles hat aber einen emotionalen und erschütternden Grund, der sich dem Leser und auch Nica erst nach und nach offenbart. Zudem gibt es noch Nicas und Rigels Adoptiveltern, welche man einfach nur lieben muss und Adeline, die eine Art Verbindungsstück zwischen Nica und Rigel darstellt. Auch sie ist eine wunderbare Person, die ich immer mehr in mein Herz geschlossen habe.

Alles in allem kann ich nur sagen, dass ich dieses Buch einfach nur verschlungen habe und dass mich die Geschichte sicher nicht so schnell wieder loslassen wird. Ich habe einfach alles daran geliebt, jeder der über siebenhundert Seiten. Ich habe mit geliebt, gelitten und gebangt und am Ende das Finale bekommen, welches ich mir nicht anders für die beiden Liebenden hätte wünschen können.

Montag, 26. Mai 2025

„Charlotte ist zerbrochen. Mit nur siebzehn Jahren hat sie mehr verloren, als die meisten Menschen im Leben. Mehr als ein Mensch ertragen kann. Aber sie hat gelernt, wie man vergisst. Wie man seinen Körper gefühllos gegen Schmerz macht. Jede neue Narbe macht Charlottes Herz ein wenig härter, doch irgendwann begreift sie, dass sie mehr ist, als die Summe ihrer Verluste – und beginnt zu kämpfen!“

- Beschreibung des Verlags -

Was für ein krasses und authentisches Buch! Selten habe ich eines gelesen, beziehungsweise gehört, welches sich so sehr mit psychischen Erkrankungen beschäftigt, wie dieses und dazu noch auf eine eindrückliche und realistische Art.

Charlottes Geschichte spiegelt so gut wider, wie es Menschen mit Borderline, Depressionen und so weiter ergeht, wobei natürlich keine Geschichte wie die andere ist. Jeder geht anders mit seiner Erkrankung um und doch gibt es auch viele Symptome, die vermehrt auftreten. Dabei ist Charlotte nur ein Beispiel für viele. Sie steht für das schlechte Gesundheitssystem, welches psychisch Erkrankte noch viel zu oft im Regen stehen lässt, für die innere Zerrissenheit, für falsche Hoffnungen und der Suche nach Liebe und Anerkennung, auch, wenn diese in eine toxische Beziehung führt. Ebenso steht sie für den Drang zur Selbstzerstörung und den täglichen Kampf für ein normales, geregeltes Leben. Für gesunde Menschen mag Charlottes Verhalten dabei vielleicht etwas unrealistisch und unverständlich wirken, doch genau so funktionieren eben Menschen, mal mehr, mal weniger, die psychische Probleme haben. Dazu kommt, dass die Protagonistin in ihren jungen Jahren bereits einiges erlebt hat und auch im Laufe der Handlung noch einiges durchmachen muss.

Überhaupt konnte ich mich hier super gut in Charlotte hineinfühlen. Sie wurde wahnsinnig lebendig geschrieben, mit all ihren Unzulänglichkeiten, aber auch versteckten Stärken. Gleichzeitig merkt man, dass sie sich ihren Problemen nicht ergeben will und kämpft, wobei sie oftmals auch über ihren Schatten springen muss und sich dadurch weiterentwickelt. Allerdings braucht sie dafür auch einiges an Unterstützung, die ausgerechnet von Menschen kommt, von denen man es vielleicht nicht unbedingt denken würde.

Insgesamt kann ich sagen, dass ich ohne jegliche Erwartungen an dieses Buch herangegangen bin und umso positiver davon überrascht wurde. Charlottes Geschichte hat mich nämlich wahnsinnig berührt und ich wollte gar nicht mehr aufhören, das Hörbuch zu hören, zumal dieses auch noch großartig vertont wurde.

Samstag, 15. Februar 2025

„Das Fürimmerhaus steht zwischen den Welten, am Ufer eines dunklen Ozeans. Es hat tausende Hallen und Säle, seine Korridore sind endlos. Und noch immer wächst es weiter und verändert sich.

Im Fürimmerhaus stranden junge Heldinnen und Helden, die ihre Welten vor dem Untergang bewahrt haben. Die Herrschenden fürchten ihre Macht und schicken sie hierher ins Exil. Doch Carter ist kein Held wie die anderen. Er besitzt keine Erinnerung, ist nur von einem überzeugt: Er hat niemals eine Welt gerettet. Und so begibt er sich auf die abenteuerliche Reise durch das Fürimmerhaus, auf der Suche nach seiner Bestimmung.“

- Beschreibung des Verlags -

Irgendwie ist dieses Buch wieder einmal ein typischer Kai Meyer, sehr kreativ und besonders. Dennoch konnte es mich leider nicht ganz so sehr begeistern, wie ich erwartet hatte, was vor allem am recht verwirrenden Setting liegt.

Dieses ist so weit entfernt von der Realität und abgedreht, dass mir wahrscheinlich dafür die Kreativität gefehlt hat, um mitzukommen. Alles scheint sich um einen Krieg zwischen den Archon zu drehen und der Flucht der Helden aus dem Fürimmerhaus. Dabei werden sie immer wieder angegriffen, zum Beispiel vom Zeigermann, einem gefährlichen, tödlichen Gegner. Der Hintergrund der Geschichte blieb für mich dabei teilweise etwas schwammig und die Geschichte hat mich auch nicht so gepackt, wie ich es gern gehabt hätte. Dennoch fand ich das Konzept des wachsenden, sich verändernden und irgendwie lebendigen Fürimmerhauses wahnsinnig interessant, genauso das Konzept hinter den verschiedenen Figuren, wenn ich diese auch manchmal nicht so richtig zuordnen konnte. Und vor allem fand ich das Ende super, welches dann doch noch einmal einige Wendungen zu bieten hatte, aber auch Erklärungen bot, auf welche ich vorher lange warten musste.

Genauso gut fand ich die Charaktere gezeichnet, die ebenfalls super besonders sind. Neben dem Geistermädchen Emmeline, welches leuchtet, gibt es nämlich auch noch das Marionettenmädchen Hyazinthe und den mürrischen Kaninchenmann Hengis, sowie einige andere interessante Charaktere. Diese sind alle ganz unterschiedlich, aber genauso essenziell für die Geschichte. Schade fand ich nur, dass man recht wenig Hintergrund von ihnen erfährt, auch nicht am Ende. Diesen bekommt man nur von Carter geboten und das auch nur eher oberflächlich.

Alles in allem fand ich dieses Buch okay und könnte mir auch gut vorstellen, dass es für die empfohlene Altersklasse wirklich etwas wäre. Für mich war es allerdings etwas verwirrend und nicht besonders spannend, trotzdem interessant und als Hörbuch auch gut vertont von Simon Jäger.

Freitag, 18. Oktober 2024

„Ein Unfall hat alles verändert: Ella lebt, und ihre beste Freundin nicht. Die Schuld daran gibt sich Ella selbst. Alles erinnert sie an Hayley – besonders Sawyer, Hayleys Boyfriend. Keiner versteht Ella und ihren Schmerz so wie er, und bald wird ihr etwas Schreckliches klar:

Sie ist in den Freund ihrer toten besten Freundin verliebt.

Sawyer scheint es genauso zu gehen. Doch Ella spürt, dass da etwas Dunkles ist, das ihn umgibt. Ist es Liebeskummer – oder vielleicht seine Begierde nach Hayley, die nie wieder gestillt werden kann? Verzweifelt und voller Schuldgefühle sucht Ella ausgerechnet in Hayleys Tagebuch Halt – und entdeckt eine erschütternde Wahrheit: Sawyers Beziehung mit Hayley war alles andere als perfekt. Und Ella bekommt zunehmend Angst vor dem, wozu Sawyer im Namen der Liebe fähig ist …“

- Beschreibung des Verlags -

Wenn es in Romanen darum geht, dass sich jemand in den Freund oder die Freundin des besten Freundes/der besten Freundin verliebt, dann spricht er mich eigentlich nicht so richtig an und so war es auch hier. Allerdings hat mich der zweite Teil des Klappentextes echt neugierig gemacht, weil dieser richtig interessant und spannend klang. Jetzt bin ich auf jeden Fall froh, dass ich das Buch gelesen habe, denn es ist wirklich gut, wenn auch für mich kein Highlight.

Dafür hätte mich das Buch nämlich gleich von Anfang an so richtig packen müssen und das hat es leider nicht ganz geschafft. Zwar war ich gleich in der Geschichte drin, doch beginnt diese eher langsam und ruhig, weshalb sie hier und da ein bisschen zäh auf mich wirkte. Irgendwann wurde es dann aber richtig spannend und gegen Ende gab es noch eine richtig große Wendung, die ich nicht habe kommen sehen. Dafür gab es aber auch einen Punkt, den ich mir bereits am Anfang denken konnte und der auch so gekommen ist. Dennoch fand ich das Ende echt super und gut überlegt. 

Wer hier mit einer großen Liebesgeschichte rechnet, der wird wohl auch ein Stück weit enttäuscht werden, denn diese ist nur ein Teil der Handlung und größtenteils ziemlich toxisch. Trotzdem geht es zwischen Ella und Sawyer hier und da auch sexy und prickelnd zu, manchmal aber etwas grenzwertig. Explizite Sexszenen gibt es im Buch aber nicht, was ich auch gut finde, da dieses bereits ab vierzehn Jahren empfohlen wird und dafür ist es auch durchaus geeignet. 

Richtig gut fand ich an diesem Buch, dass es aufzeigt, wie schnell man in eine toxische Beziehung rutschen kann und wie schwer es tatsächlich ist, sich daraus auch wieder zu befreien. Wie viel Zweifel an einem selbst und Scham dabei mitspielt und dass es nicht leicht ist, sich anzuvertrauen. Dafür fand ich wirklich schade, dass es bei all den Triggern, die teilweise schon etwas fragwürdig sind, keinen für das Thema Abtreibung gab. Ist das inzwischen schon so normal, dass jeder damit umgehen können muss? 

Jedenfalls fand ich die Charaktere ebenfalls richtig gut und lebendig geschrieben. Vor allem ist Ella zwar eine typische Teenagerin, mit den typischen Zweifeln und Problemen, doch sie ist auch vorsichtig und abwägend. Hayley, die man erst durch ihr Tagebuch richtig kennenlernt, scheint durchaus tough zu sein, rutscht aber dennoch in eine Sache, die ihr teuer zu stehen kommt. Sawyer fand ich recht undurchschaubar, aufbrausend, aber auch beschützend. Trotzdem wird er auch verkannt, hat viele gute Seiten. Die Nebencharaktere waren ebenso wichtig, gut und spannend geschrieben.

Alles in allem ist dieses Buch, wie schon erwähnt, wirklich super, hat einen recht guten Schreibstil und die Geschichte ist extrem wichtig, teilweise echt spannend und auf jeden Fall aufwühlend. Das Lektorat sollte allerdings noch einmal drüberschauen, da so mancher, kleiner Fehler durchgerutscht ist. Dennoch kann ich es absolut empfehlen, auch als Hörbuch. 

Samstag, 12. Oktober 2024

„Über die Hoffnung in dunkelsten Zeiten
Wien, 1936. Drei Freunde – Leo, Elsa und Max – verbringen einen perfekten Tag auf dem Jahrmarkt zusammen. Ein Foto, aufgenommen im Riesenrad des Praters, wird sie immer an diesen Moment der Freude und der Leichtigkeit erinnern. Die ganze Welt scheint ihnen zu gehören! Doch bald darauf versinkt diese Welt um sie herum in Dunkelheit und reißt sie grausam auseinander.
Leo muss sich auf die Hilfe von Fremden verlassen, um der wachsenden Bedrohung für Juden zu entfliehen.
Elsa wird wie Leo verachtet, einfach weil sie ist, wer sie ist. Wo kann sie noch sicher sein?
Max stellt plötzlich fest, dass er Teil der Gefahr ist, der seine Freunde so verzweifelt zu entkommen versuchen.“

- Beschreibung des Verlags -

Und wieder einmal habe ich ein Buch rein zufällig entdeckt und finde es auch noch absolut überzeugend. Ich glaube, dass ich es an einem Tag komplett durchgesuchtet habe, erklärt bereits alles. Dennoch will ich noch ein bisschen näher darauf eingehen.

Da es sich hier um ein Jugendbuch handelt, ist dieses auch recht einfach geschrieben, aber dennoch richtig gut und vor allem packend. Dass es zudem abwechselnd aus der Sicht der drei Freunde Leo, Max und Elsa geschrieben ist, die alle zu Beginn der Geschichte gerade einmal neun Jahre alt sind, macht es gleich noch interessanter. Außerdem bekommt man damit noch einmal einen etwas anderen Blick auf den Nationalsozialismus. Weiterhin fand ich wahnsinnig spannend, wie sich diese Zeit auf die Kinder auswirkt, denn während Leo und Elsa Juden sind, ist es Max nicht.

Das Buch beginnt mit einem wunderschönen Tag auf dem Prater in Wien und einem Foto, welches im Laufe der Geschichte immer wieder eine Rolle spielen wird. Doch kurz danach werden die Freunde bereits auseinander gerissen und gerade für Leo und Elsa beginnt eine Zeit der Angst und Schrecken. Währenddessen geht Max einen Weg, der zwar nachvollziehbar ist, mich dennoch extrem traurig gemacht hat, weil er sich, nur weil er seinem Vater gefallen und dazugehören will, immer mehr von seiner Freundschaft distanziert. Dennoch kreuzen sich die Wege der Drei dann doch wieder auf unterschiedlichen Wegen, aber niemals direkt, sondern durch andere Menschen als eine Art Brücke, was ich echt gut gelöst fand. Das Ende des Buches war dann allerdings auch wieder sehr erschütternd und hat mich echt fertig gemacht.

Überhaupt haben mich die Schicksale der drei Freunde wirklich sehr aufgewühlt, zumal diese wohl auch an wahre Schicksale angelehnt sind, soweit ich das verstanden habe. Trotzdem handelt es sich um eine fiktive Geschichte, die aber nicht weniger erschreckend ist, eine, die auf jeden Fall Spuren hinterlassen hat.

Alles in allem kann ich dieses historische Jugendbuch einfach nur weiterempfehlen. Es lässt sich sowohl gut lesen als auch hören, weil es super vertont ist und wirft einen mal etwas anderen, sehr erschreckenden, realitätsnahen Blick auf den Holocaust, nämlich aus der Sicht von Kindern. 

Sonntag, 21. Januar 2024


„Der eine Mensch, der dein Leben verändert!
Der coole, gutaussehende Jack hat ein Problem: Er ist gesichtsblind. Alle Leute sehen für ihn wie Fremde aus. Auf Partys fällt es ihm schwer, seine Freundin unter all den anderen Mädchen zu erkennen. Sein ganzes Leben besteht aus Strategien, um diese Störung zu vertuschen: Immer cool bleiben, auch wenn er mal die Falsche küsst. Und dann kommt Libby, die in den Augen vieler so unperfekt ist, wie man nur sein kann. Denn Libby ist übergewichtig. Jack bewundert Libby, weil sie zu sich selbst steht, und bald weiß sie als Einzige von Jacks Geheimnis. Aber hat Jack den Mut, zu Libby zu stehen?“

- Beschreibung des Verlags -

Nachdem ich vor ein paar Jahren schon so gar nicht in „All die verdammt perfekten Tage“, einem weiteren Roman von Jennifer Niven, hineinfinden konnte, war ich etwas skeptisch, was diesen hier anbelangt, muss aber sagen, dass ich wirklich positiv überrascht wurde, denn er konnte mich tatsächlich auf gewisse Weise in seinen Bann ziehen.

Durch die sehr kurzen, aber prägnanten Kapitel, fiel es mir wirklich leicht, in die Geschichte hineinzufinden und bei der Sache zu bleiben. Überhaupt ließ sich das Buch richtig schnell und flüssig lesen, was nicht nur an der Kürze der Kapitel lag, sondern auch am guten und flüssigen Schreibstil der Autorin. Ebenso hat sie ein riesiges Talent, das Setting, die Charaktere und deren Gefühle zu beschreiben.

Dabei fand ich die beiden Protagonisten sehr interessant, wie sie sich weiterentwickeln und schlussendlich zueinanderfinden. Beide haben eine gewisse Last zu tragen und alle zwei sind richtig gut geschrieben, vor allem aber Libby, die zwar innerlich sehr unsicher ist und mit den Dämonen ihrer Vergangenheit und auch ein Stück weit der Gegenwart zu kämpfen hat, aber dennoch wahnsinnig schlagfertig ist und sich nichts bieten lässt. Für mich ist sie ein sehr starker und liebenswerter Mensch, selbst wenn sie selbst eine Weile braucht, um das zu begreifen. Im Gegensatz dazu wirkt Jack, obwohl er beliebt ist, gut aussieht und mit dem scheinbar coolsten Mädchen der Schule zusammen ist, sehr unsicher. Er versteckt sein Problem und versucht allein damit klar zu werden. Als beide aufeinandertreffen und sich näher kennenlernen, können sie sich gegenseitig helfen, wobei auch hier wieder Libby eher die treibende Kraft ist.

Schön fand ich auch, wie gut sich die Autorin informiert hat. Obwohl ich vorher nicht viel über Gesichtsblindheit wusste, habe ich in diesem Buch noch viel darüber gelernt. Ebenso über die Folgen und Probleme, die damit einhergehen. Dennoch konnte ich mir nicht so recht vorstellen, wie Jack es so lange geheim halten konnte. Ebenso fand ich die Problematik von Libbys Übergewicht etwas zu überdramatisiert. Gut, bis zu dem Part, als sie das dickste Mädchen Amerikas war, fand ich das Interesse daran noch nachvollziehbar und auch, dass sie danach noch als dieses abgestempelt wird. Dennoch gibt es in Amerika so viele übergewichtige Menschen, dass sie in ihre Schule nicht so herausstechen sollte, wie sie es tut.

Trotzdem mochte ich die Geschichte wirklich gern, konnte beide Protagonisten richtig gut leiden und habe sie auch gern dabei begleitet, zu sich zu finden und auch zueinander. Ich habe Libby wirklich für ihre Schlagfertigkeit gefeiert und Jack mochte ich, weil er einen guten, sanften Charakter hat. Beide zusammen ergeben ein gutes Team. Und selbst, wenn mir am Ende das gewisse Etwas noch gefehlt hat, würde ich das Buch uneingeschränkt weiterempfehlen, denn es ist süß, kurzweilig und stellenweise sogar richtig tiefgründig.

Mittwoch, 3. März 2021

Nach meinen Neuzugängen vom Februar kommen nun die gelesenen und gehörten Bücher. Und ich kann mit Fug und Recht sagen, dass ich wieder zur Literatur zurück gefunden habe, denn so viele Seiten pro Tag habe ich in einem Monat noch nie gelesen.

gelesene Bücher: 15
Seiten: ~ 5.600
durchschnittliche Seiten pro Tag: 200
Neuzugänge: 6 Bücher, 3 E-Books
aktuelle Bücher: 
Diana Gabaldon - Ferne Ufer. Outlander 3
Emma Scott - Never Doubt

Mit einem Klick auf das Cover kommt ihr zu meiner Rezensiion!




Und, was habt ihr so gelesen? Hattet ihr ein Highlight dabei? Das war bei mir übrigens "Stay away from Gretchen", obwohl es "nur" vier Sterne von mir bekommen hat. Das lag aber nur daran, dass es hier und da ein paar kleine Längen gab. Dafür hat mich die Geschichte aber vom Hocker gerissen.
Dann werden wir wohl mal sehen, wie der März so wird. Ich wünsche euch jedenfalls einen schönen ersten Frühlingsmonat.