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Sonntag, 7. Dezember 2025

„Mit gebrochenem Herzen sucht die Bildhauerin Grania Ryan Zuflucht in ihrer irischen Heimat. Bei einem Spaziergang an der Steilküste von Dunworley Bay wird Grania jäh aus ihren trüben Gedanken gerissen: Am Rande der Klippen steht ein Mädchen, barfuß und nur mit einem Nachthemd bekleidet. Der Wind zerrt an der zerbrechlichen Gestalt, und von plötzlicher Sorge ergriffen spricht sie das Kind an. Doch durch diese Begegnung stößt Grania die Tür zu einer über Generationen reichenden, tragischen Familiengeschichte auf – einer Geschichte von Leben und Tod, die mehr mit ihr zu tun hat, als sie es ahnen kann.“

- Beschreibung des Verlags -

Ich weiß echt nicht, warum ich bisher noch nicht viel mehr Bücher von Lucinda Riley gelesen habe, denn auch dieses hier konnte mich wieder begeistern, und zwar so richtig. Dieses spielt nämlich wieder in verschiedenen Zeitebenen, wobei es um Geheimnisse rund um zwei Familien geht, die letztendlich miteinander verwoben sind, alles super interessant und spannend geschrieben, aber auch mit vielen Emotionen.

Der Roman beginnt dabei mit einer Art Brief von Aurora, die kurz vor ihrem Lebensende steht und es wird schon bald klar, dass die Geschichte ihrer Familie mehr oder weniger noch einmal aus ihren Augen erzählt wird, die ganzen Geheimnisse, die Dramen und die Liebe. Sie erzählt von Grania, die Aurora eines Tages in Irland trifft und sich dieser annimmt, von Missverständnissen und Verlust, aber auch über Familie im Allgemeinen. Außerdem dreht es sich hier viel um die Liebe zum Ballett. Diese Themen hat die Autorin großartig miteinander verbunden, hat immer wieder Spannung aufgebaut und einige Wendungen eingebaut. Die ganzen Familienverhältnisse sind dabei zwar ziemlich verzwickt, aber dazu gibt es einen Stammbaum, den ich sehr praktisch fand. Ebenfalls mochte ich die vielen verschiedenen Aspekte der Geschichte, vor allem auch die Handlung, die sich rund um Mary, Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, dreht, deren Geschichte sich der von Grania ähnelt, aber für mich noch intensiver war. Allerdings muss ich auch sagen, dass der Brief Auroras vom Anfang erst mit dem letzten Brief am Ende des Buches, richtig Sinn ergibt und das auf wirklich tragische Weise, dass er der Geschichte noch einmal einen dramatischen Dreh gibt, der alle übrigen Fragen noch aufklärt. Dennoch fand ich das Ende insgesamt wirklich schön.

Auch die Charaktere, von denen es einige gibt, mochte ich hier sehr. Aurora steht für mich dabei im Mittelpunkt, da sich, zumindest in der Gegenwart, eigentlich alles um sie herum abspielt. Diese ist einfach ein super liebenswerter Wirbelwind, für ihr Alter extrem weise und dennoch ein typisches Kind von acht Jahren. Allerdings ist sie auch extrem einsam, hat schon einen großen Verlust miterlebt und wird auch im Laufe der Geschichte noch einiges erleben. Genauso muss Grania einen großen Verlust verkraften und gleichzeitig wirkt sich ihre Flucht nach Irland auf ihre Beziehung aus. Sie und ihre Eltern, gerade ihre Mutter Kathleen, mochte ich ebenfalls sehr und sowohl Mary als auch Anna waren sehr interessante Figuren. Aber es gab in diesem Buch sowieso zahlreiche sympathische Charaktere, die allesamt vielschichtig waren und lebendig geschrieben, hier und da aber auch solche, die nicht so nett waren.

Alles in allem bekommt man hier eine recht komplexe und emotionale Familiengeschichte, mit einigen Wendungen, die ich so nicht erwartet habe und einem Ende, welches mich wirklich fertig gemacht hat. Man bekommt zudem mit Irland ein super schönes Setting und viele tolle, lebendig geschriebene Charaktere. Ich habe es jedenfalls geliebt und kann es nur weiterempfehlen. 

Freitag, 18. April 2025

„Die Inseln von Prospera liegen in einem riesigen Ozean, idyllisch abgeschieden vom Rest der Menschheit. Die Bewohner genießen ein unbeschwertes Leben voller Privilegien, umsorgt von dienendem Hilfspersonal. Neigt sich die Lebenszeit der Prosperaner dem Ende zu, werden sie auf eine geheimnisvolle Nachbarinsel geschickt, um dort neu gebootet zu werden und ein weiteres Leben zu beginnen. Proctor Bennett ist der Fährmann, der die Prosperaner dorthin geleitet. Er hat seine Arbeit nie in Frage gestellt, bis er eines Tages eine kryptische Nachricht erhält. Sie bestätigt, was er insgeheim immer befürchtet hat – denn sie birgt eine Wahrheit, die das Schicksal der Menschheit auf ewig verändern wird ...“

- Beschreibung des Verlags -

Wow, was für eine genial konstruierte Geschichte! Jahrelang habe ich auf einen neuen Roman von Justin Cronin gewartet und es hat sich absolut gelohnt, denn ich habe auch diesen wieder geliebt. Dabei bekommt man hier eine ganz andere Geschichte als in der Passage Trilogie und doch konnte ich einige stilistische Ähnlichkeiten erkennen.

Hier wird man erst einmal in eine recht interessante Welt entführt, nämlich auf die Inselgruppe rund um die Insel Prospera mit ihren Nebeninseln Annex und Nursery. Prospera wirkt dabei auf den ersten Blick wie das Paradies, denn das Wetter ist immer angenehm, die Menschen scheinbar glücklich und jeder hat alles, was er oder sie braucht. Auf Annex hingegen lebt das Hilfspersonal, welches nichts vom Luxus abbekommt und für die Prosperaner arbeitet. Die Nursery ist der Ort, an welche die Prosperaner gebracht werden, sobald sie ihren Lebensabend erreicht haben, um als junger Mensch wieder von Neuem zu starten. Was dort allerdings wirklich geschieht, weiß niemand so richtig.

Wie man sich denken kann, ist aber sowieso nichts so, wie es scheint und als der Protagonist Proctor Bennett eine mysteriöse Nachricht erhält, wird er in eine Geschichte verstrickt, die wahnsinnig komplex ist, voller Wendungen und manchmal auch ziemlich verwirrend. Aber das hat mir absolut nichts ausgemacht, schließlich habe ich am Ende auf alle meine Fragen eine durchaus logische Antwort bekommen. Allerdings ist dieses Buch gerade auch deshalb nichts, wenn man sich einfach mal ein bisschen unterhalten lassen möchte, denn man muss hier durchaus mitdenken, um alles vollends zu verstehen.

Wichtig ist auch zu wissen, dass man hier eine Mischung aus Dystopie und Science Fiction bekommt, was am Anfang nicht wirklich klar wird, sondern erst im Laufe der Geschichte und bis dahin braucht man eventuell etwas Durchhaltevermögen. Aber auch das hat mich absolut nicht gestört, denn der Autor hat es geschafft, mir am Anfang erst einmal die Welt vorzustellen, die Charaktere und das Leben auf Prospera und auch Annex, was super interessant war, besonders und mysteriös, sodass es mir zu keiner Zeit langweilig wurde.

Überhaupt ist die Geschichte wahnsinnig spannend, mitreißend und manchmal auch recht emotional. Sie ließ sich außerdem super weglesen, da der Autor einen richtig angenehmen, flüssigen und intelligenten Schreibstil hat. Dieser ist obendrein sehr bildlich, was es noch leichter machte, in der Geschichte zu versinken. Diese wird zudem größtenteils aus Proctors Sicht erzählt, wobei er hin und wieder auch die vierte Wand durchbricht, sodass die Geschichte wie ein persönlicher Bericht wirkt. Es gibt aber auch Kapitel, welche aus der personellen Sicht erzählt werden, wobei immer wieder andere Charaktere im Mittelpunkt stehen.

Und auch die Charaktere, von denen es hier eine Menge gibt, fand ich allesamt sehr gut und vielschichtig geschrieben, wobei diese noch eine Besonderheit haben, die ich aber nicht spoilern möchte. Nur sei auch hier gesagt, dass nicht alles unbedingt so ist, wie es scheint. Was ich aber sagen kann ist, dass ich Proctor super gern bei seiner Reise begleitet habe, da er wahnsinnig menschlich wirkte, nicht heldenhaft, sondern ganz normal, mit Stärken, aber auch Schwächen. Ebenso wird mir wohl Thea im Kopf bleiben, welche Proctor lange Zeit begleitet und vor allem Caeli, welche eine Art roten Faden durch die Geschichte bildet und damit eine sehr wichtige Figur ist.

Alles in allem fand ich dieses Buch einfach grandios, voller intelligenter und kreativer Ideen, außerdem super spannend und mal wieder etwas ganz Besonderes. Für mich ist es jedenfalls ein riesiges Highlight und ich kann es kaum erwarten, ein weiteres Buch des Autors zu verschlingen.

Donnerstag, 13. März 2025

„Für Rektor Jones des altehrwürdigen Internats St Stephen’s im idyllischen Norfolk wird ein Alptraum wahr, als einer seiner Schüler unter ungeklärten Umständen ums Leben kommt: Der 18-jährige Charlie Cavendish, Sohn aus vermögendem Hause und bekannt für seine rebellische Art, wird tot in seinem Zimmer aufgefunden. Vergeblich versucht Jones, das Ereignis als Unfall abzutun, und Detective Inspector Jazz Hunter, die aus persönlichen Gründen gerade ihre Karriere bei der Londoner Polizei aufgegeben hat, lässt sich überreden, den Fall zu übernehmen. Als wenig später ein Lehrer Selbstmord begeht und ein Schüler verschwindet, beginnt Jazz zu ahnen, dass sie eine Reise in die Vergangenheit antreten muss, um die Wahrheit über Charlies Tod zu enthüllen …“

- Beschreibung des Verlags -

Mal einen Krimi von Lucinda Riley zu lesen, war irgendwie interessant und ich muss sagen, die Autorin hat auch dafür richtig viel Talent gehabt, denn dieser hier war, bis auf den familiären Part der Ermittlerin Jazz, den ich nicht unbedingt gebraucht hätte, auch, wenn ihre Eltern wirklich sympathisch waren, super spannend, gut konstruiert und logisch. 

Die Geschichte wird dabei aus der personalen Erzählperspektive erzählt, aber nicht nur aus Sicht eines, sondern gleich vieler verschiedener Figuren rund um das Internat und Fleat House. Im Vordergrund steht allerdings die Polizistin Jazemine (Jazz) Hunter-Coughlin, welche einerseits den Fall rund um den Tod von Charlie Cavendish leitet als auch persönliche Dramen zu überwinden hat. Aber auch die Schicksale der anderen Figuren werden im Laufe der Ermittlungen mehr oder weniger beleuchtet. Vor allem die ziemlich zerrüttete Familie des kleinen Rory Millard rückt immer mehr in den Fokus von Jazz und ihren Kollegen, ebenfalls einige Angestellte des Internats, sowie eine alte Adelsfamilie mit Erbproblematik. 

Schön fand ich dabei, dass sich die Geschichte trotz der verschiedenen Figuren sehr gut und flüssig lesen ließ, weil sie recht übersichtlich ist. Zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl, nicht zu wissen, um wen es gerade geht, was auch daran liegt, dass alle wichtigen Figuren sehr gut und ausführlich vorgestellt werden und damit sehr greifbar sind. Ebenfalls fand ich die Geschichte zu keiner Zeit vorhersehbar, hatte genug Stoff zum Mitdenken und zu schauen, ob ich selbst den Fall lösen könnte. Bis auf einen Punkt ist es mir übrigens nicht gelungen. 

Außerdem fand ich die Charaktere richtig gut geschrieben, sehr vielschichtig, menschlich und nachvollziehbar. Vor allem der kleine Rory ist mir dabei ans Herz gewachsen, aber auch Jazz fand ich großartig und liebenswert. Mit Rorys Vater David hatte ich hingegen ganz oft Mitleid, denn obwohl er ein gutmütiger Kerl ist, wird ihm oft böse mitgespielt. Ebenfalls mochte ich Jennie, die rechte Hand von Rektor Robert Jones, welcher im Übrigen ein eher unangenehmer Zeitgenosse ist, genauso Julian Forbes, ein in meinen Augen ziemlich schmieriger Anwalt und auch Sebastian Frederiks, der Housmaster von Fleat House war nicht sonderlich sympathisch. Es gibt aber noch viele andere Charaktere, die alle ihre Daseinsberechtigung hatten.

Alles in allem muss ich sagen, ist es schade, dass die Autorin keine weiteren Krimis mehr schreiben kann, denn dieser hier hat mir wirklich gut gefallen. Er war atmosphärisch, spannend und hatte eine sehr interessante Ermittlerin mit Potenzial zu bieten. Es hat sich also absolut gelohnt, mal einen Krimi von Lucinda Riley zu lesen. 

Montag, 24. Februar 2025

„Evelyn und Joseph wachsen an der malerischen Küste New Englands auf, an der ihre Familien schon seit Generationen leben. Sie sind unzertrennliche Freunde von Kindesbeinen an, und als sie älter werden, verlieben sie sich ineinander. Gemeinsam übernehmen sie die Pension von Josephs Eltern am Meer und ziehen dort ihre drei Kinder groß. Nach sechzig bewegten Ehejahren versammeln die beiden ihre Familie in dem wunderschönen alten Haus am Strand. Denn Evelyn hat eine erschütternde Diagnose erhalten, und Joseph weiß, dass er ohne sie nicht sein will. Stets haben sie festgehalten an ihrer unverbrüchlichen Liebe, auch wenn die Zeiten stürmisch waren und Widrigkeiten drohten, sie zu entzweien. Aber nun stehen sie vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens: Wie soll ihre Geschichte enden?“

- Beschreibung des Verlags -

Nachdem mich dieses Buch doch schon irgendwie gefordert hat, muss ich dennoch sagen, dass die Geschichte einfach nur, auf melancholische und teils traurige Weise, wunderschön ist. Außerdem kann sie mit wunderbaren, lebendigen Charakteren aufwarten.

Erzählt wird die Geschichte dabei größtenteils 2001/2002 aus den Perspektiven der verschiedenen Familienmitglieder der Familie Myers und gleichzeitig von der Vergangenheit 1940 bis 1992 aus der Sicht von Evelyn und Joseph im Wechsel. Damit bekommt man einen super Einblick in die Gefühle und Gedanken aller Beteiligten, nachdem die beiden Protagonisten gleich am Anfang eine Bombe platzen lassen, welche für alle schwer zu ertragen ist. Aber man erfährt ebenfalls, wie Evelyn und Joseph zusammengekommen sind, wie sie sich von Freunden zu Liebenden entwickelt haben, von einem jungen Paar zu Eltern und Großeltern. Man erfährt von den Hochs und Tiefs ihrer Ehe, von den alltäglichen Problemen, von Verlust, von Erwartungen und Träumen, die vielleicht nicht immer in Erfüllung gehen. Damit bekommt man hier eine Liebesgeschichte erzählt, die wahnsinnig realistisch ist und die zeigt, dass Liebe wächst und alles überwinden kann, aber dennoch niemals perfekt ist. Dazu kommt das wunderschöne Setting am Meer, eine heimelige Atmosphäre und der liebevolle Umgang in der Familie. 

Wie schon erwähnt, haben mir auch die Charaktere gut gefallen, eben weil sie genauso lebendig und realistisch gezeichnet sind. Sie wirken sehr nahbar, menschlich und greifbar, haben Schwächen und Stärken, aber vor allem eine tiefe Zuneigung zueinander. 

Alles in allem ist dieser Roman großartig, emotional und so realistisch, wie ein fiktionaler Roman nur sein kann. Dennoch konnte er mich nicht zu einhundert Prozent überzeugen, weil er sich hier und da dann doch leider etwas gezogen hat. Eine Empfehlung kann ich trotzdem mit gutem Gewissen aussprechen.

Sonntag, 10. November 2024

„Für die junge Opal ist Starling House ein dunkler Traum, für Arthur bittere Realität. Nur gemeinsam können sie seine Dämonen besiegen und zueinanderfinden ...

Auf die junge Opal übt Starling House eine seltsame Faszination aus. Das verwunschene Anwesen am Rande der Kleinstadt Eden, Kentucky, gehörte im 19. Jahrhundert der Autorin des Romans »The Underland«. Als Kind hatte sich Opal in die Geschichte dieses Buchs geflüchtet, nun ist es das verfallende Gebäude selbst, das ihr wie eine Zuflucht erscheint. In Wahrheit lebt sie mit ihrem Bruder Jasper in einem Motel und hält sich mit Aushilfsjobs über Wasser. Bis ihr Arthur Starling, der unnahbare Erbe von Starling House, eine Stelle anbietet. Opal nimmt das Angebot an, obwohl alle anderen Einwohner von Eden das Herrenhaus meiden. Albträume und Ungeheuer sollen das Gelände heimsuchen und ihren Ursprung in einer Vergangenheit haben, die wie ein Fluch auf der Stadt liegt ...“

- Beschreibung des Verlags -

Ich dachte doch wirklich, es würde sich bei diesem Buch um einen Spukhaus Roman handeln, so richtig mit Geistern, düster und gefährlich. Doch lasst euch eins gesagt sein, dieses Haus ist so viel mehr und mir persönlich immer mehr ans Herz gewachsen, genauso auch Opal, Arthur und die meisten anderen Charaktere.

Opal ist aber auch eine wahnsinnig toll geschriebene Protagonistin, wild, ungezähmt und mit allen Wassern gewaschen. Sie ist mit ihren sechsundzwanzig Jahren kein Teenager mehr und hat schon einiges an Lebenserfahrung. Dennoch ist sie jung geblieben, obwohl sie täglich ums nackte Überleben kämpft, sich um ihren kleinen Bruder kümmert und in der Stadt nicht besonders gemocht wird. Ebenfalls ist sie mal keine Schönheit, sondern eine ganz normale, junge Frau mit Mängeln, viel zu dünn und mit kaputten Zähnen. Arthur passt rein äußerlich perfekt zu ihr, wird als große, dürre Vogelscheuche beschrieben, ist aber ein sehr mysteriöser Typ, der einen harten Kampf kämpft und dabei viel mehr zu bieten hat, als man anfangs denken könnte. Richtig toll fand ich aber auch Bev, die etwas harsche Motelbesitzerin, die öfter mit Opal zusammenstößt, aber tief in ihrem Herzen eine Seele von Mensch ist. Auch die Bibliothekarin Charlotte und Opals kleiner Bruder Jasper sind richtig gut und liebenswert geschriebene Charaktere. Und dennoch gibt es auch die Gegenseite, die, die sowohl Opal als auch Arthur nichts Gutes wollen, die nur auf Profit aus sind und denen ihre Nächsten nichts wert sind. Diese sind gleichfalls richtig gut und überzeugend geschrieben, haben für das, was sie sind, richtig Spaß gemacht. 

Die Geschichte selbst ist schwer zu beschreiben, fantasievoll, aber keine Fantasy im eigentlichen Sinne, romantisch, aber auch keine Liebesgeschichte, spannend, aber kein typischer Thriller und als Horror würde ich sie auch nicht beschreiben. Und trotzdem ist sie irgendwie alles davon. Sie spielt rund um das märchenhafte, verwunschene und auf alle außer Opal düster wirkende Starling House, welches atmet und lebt, einen eigenen Charakter besitzt. Außerdem geht es in der Geschichte um Arthurs ganz eigenen Kampf um Bestien, welche Starling House und ganz Eden bedrohen. Wo kommen sie her und was wollen sie? Es geht um Einsamkeit, Misshandlung und Armut, um Intrigen und das Schlechte im Menschen, aber auch um Familie, egal ob aus Blut oder aus reiner Liebe, um Zusammenhalt und darum, was das Gute bewirken kann. Ebenfalls geht es um Träume und die eigenen Dämonen. Dieses alles in einem märchenhaften, mystischen Setting, umgeben von einer düsteren, rauen Stadt, die nicht zum Bleiben einlädt und es gerade andersartigen Menschen wie Opal und Arthur nicht einfach macht. Und gerade um die beiden entspinnt sich auch noch eine kleine, dezente Romanze, die sich aber nicht in den Mittelpunkt drängt, sondern ganz leise anschleicht und dafür sorgt, dass zwei Menschen endlich ihren Platz in der Welt finden und damit auch ein Stück Glück.

Für mich ist dieses Buch jedenfalls etwas ganz Besonderes, was ich in dieser Weise noch nicht gelesen habe, märchenhaft, mysteriös, teils wirklich düster und vor allem sehr intelligent geschrieben, wobei auch der Schreibstil die Geschichte grandios getragen hat. Dazu noch die großartigen, lebendig und einzigartig geschriebenen Charaktere, die man einfach nur ins Herz schließen muss. Das alles ergibt für mich ein perfektes Buch. 

Mittwoch, 9. Oktober 2024

„Schon als Mädchen träumte Gwen Jackson von der großen Bühne und brachte sich selbst das Violinspiel bei. Heute, mit Anfang zwanzig, ist sie eine der Geigerinnen des Manhattan Pops Orchestra und geht in ihrer Musik auf. Doch als Gwen für die prestigeträchtige Stelle der Konzertmeisterin ausgewählt wird und das Orchester führen muss, wird sie mit einem Problem konfrontiert: Xander Thorne. Der 1,90 Meter große Cellist und Star der gefeierten Rockband Thorne and Roses ist bekannt für seine Allüren. Gwen fand ihn wegen seines leidenschaftlichen Spiels insgeheim schon immer heiß, aber mit ihrer Beförderung müssen die beiden plötzlich eng zusammenarbeiten. Xander lässt keine Gelegenheit aus, Gwen zu kritisieren und sie mit seinen dunklen Augen zu durchbohren. Doch sooft sie auch aneinandergeraten, niemand kann die elektrisierende Verbindung zwischen ihnen leugnen, wenn sie gemeinsam spielen. Am wenigsten Gwen selbst …“

- Beschreibung des Verlags -

Um ehrlich zu sein, fand ich dieses Buch wirklich gut, kann mich dem Hype aber nicht ganz anschließen, ich brauchte nämlich schon etwas, um in die Geschichte hineinzukommen und so richtig gepackt hat sie mich auch erst nach ein paar Seiten. 

Dennoch konnte mich die Geschichte, nachdem ich einmal richtig drin war, durchaus überzeugen. Sie ist auf jeden Fall gut und flüssig geschrieben und das Thema Musik hat mir extrem gut gefallen. Vor allem, dass hier Klassik und Rock/Pop miteinander verwoben wurden, ist echt mal etwas Neues für mich gewesen. Und sowohl Geige als auch Cello sind für mich echt tolle und, wenn sie richtig beherrscht werden, großartig klingende Instrumente. Ebenso merkt man, dass die Autorin Ahnung von dem hat, was sie schreibt. Sie hat neben eigenen Erfahrungen, die sie hier höchstwahrscheinlich einfließen lassen hat, auch gut recherchiert, sodass die Geschichte sehr realistisch und greifbar gewirkt hat. Richtig spannend wurde die Geschichte allerdings erst, als es zwischen Gwen und Xander so richtig ernst wurde. Zwischen den beiden entwickelt sich nämlich, trotz anfänglicher Feindschaft, eine wirklich prickelnde Liebesgeschichte, mit interessant und gut geschriebenen Sexszenen, in denen die spicy Szenen mit der Musik harmonieren. Aber auch an Drama hier und da wurde natürlich nicht gespart.

Ebenfalls fand ich die Charaktere gut geschrieben. Sie sind interessante Persönlichkeiten mit jeweils eigenen, mehr oder weniger dramatischen Schicksalen, die sie geprägt haben. Gwen ist für mich eine liebenswerte Kämpferin, die es nie leicht hatte und sich, auch durch ihr Talent, nach oben gekämpft hat. Dennoch ist sie sich anfangs noch gar nicht so sicher, was sie eigentlich will. Im Laufe der Geschichte entwickelt sie sich aber auf jeden Fall weiter. So ist es auch mit Xander, welcher am Anfang nicht gerade Punkte in Sachen Sympathie sammelte, sich allerdings auch weiterentwickelt. Vor allem stellt sich bald heraus, dass viel mehr in ihm steckt, als er zeigt. Außerdem fand ich hier auch die Nebencharaktere echt toll und interessant, zumal sie für sehr interessante und spannende Spannungen untereinander sorgen. 

Alles in allem mochte ich dieses Buch nach ein paar kleinen Startschwierigkeiten wirklich gern. Die Geschichte ist wirklich unterhaltsam, prickelnd und teilweise auch überraschend. Ein Highlight ist es allerdings nicht für mich. Dennoch kann ich das Buch durchaus empfehlen, wenn man prickelnde Liebesgeschichten mag. 

Montag, 18. März 2024

„62 Jahre lag sie in einem künstlichen Schlaf – dann erwacht sie in einer tödlichen Welt
Rose Fitzroys Welt scheint perfekt: Als einzige Tochter steinreicher Eltern genießt sie alle Privilegien und ist zudem noch frisch verliebt. Doch dann versetzen ihre Eltern sie in einen künstlichen Schlaf – und niemand weckt sie auf. Bis ein fremder Junge sie 62 Jahre später zurück ins Leben holt. Rose muss feststellen, dass nichts in ihrer Welt mehr so ist, wie es war: Ihre Eltern sind verschwunden, ihr Liebster unauffindbar, und an ihre Fersen heftet sich ein seltsames Wesen, das ihr offensichtlich Böses will ...“

- Beschreibung Amazon -

Ehrlich gesagt habe ich absolut keine Ahnung, wie dieses Buch damals in mein Bücherregal gefunden hat, aber das ist auch egal. Jedenfalls war es Zeit, diesen doch bereits ziemlich in die Jahre gekommenen Schinken endlich zu lesen. Nun, er hat mich recht gut unterhalten, war aber nichts Besonderes.

Dabei hat die Autorin mit einem recht flüssigen Schreibstil eine interessante Welt erschaffen, in welcher es, in scheinbar nicht allzu weiter Zukunft, möglich ist, auch auf anderen Planeten und Monden zu leben, Menschen mittels Stasis in einen künstlichen Schlaf zu versetzen und in welcher auch andere Zukunftsversionen zur Realität geworden sind. In dieser Welt wurde die sechzehnjährige Rose in Schlaf versetzt und 62 Jahre später wieder geweckt, was zu einigen Problemen führt, denn natürlich hat sich die Welt noch weiter entwickelt und ihre Eltern, sowie ihr Freund sind vermutlich tot. Damit aber nicht genug, ergibt sich durch einen sogenannten Plastobot noch eine Gefahr für Rose, die ihr Leben bedroht und für einige Spannung sorgt. Allerdings muss ich sagen, dass diese erst ziemlich spät bei mir ankam, denn am Anfang plätscherte die Geschichte noch eher so vor sich hin, teils berechtigt, weil man erst einmal Rose und ihre Situation kennenlernen musste, teils aber den vielen Beschreibungen, die auch manchmal nicht so wichtig gewesen wären, geschuldet.

Ansonsten fand ich die kleine Liebesgeschichte, welche im Buch vorkommt, etwas skurril und nicht besonders ergreifend, auch, wenn sie das wahrscheinlich sein sollte. Ebenso gibt es Erfindungen, die es in dieser Form nicht gebraucht hätte, worauf ich gleich noch komme. Und auch der erfundene Zukunftsslang hätte nicht sein müssen, da dieser sehr konstruiert wirkte und nicht so richtig stimmig. Dafür muss ich aber zugeben, dass ich mit der Wendung gegen Ende der Geschichte nicht gerechnet hätte und diese sehr erschreckend fand.

Was die Charaktere angeht, so habe ich Rose zwar nicht besonders ins Herz geschlossen, fand sie aber auch nicht besonders schrecklich. Ihren Freund Xaver fand ich ebenfalls ganz okay, konnte allerdings auch zu ihm während des Lesens keine Bindung aufbauen. Dafür fand ich Bren wirklich sympathisch und auch Otto ist von seinem Wesen her richtig toll, hätte für mich aber gern auch ein ganz normaler Mensch sein können, was ich mit der Erfindung meinte, die ich vorher angesprochen habe.

Alles in allem ist das Buch wirklich in Ordnung. Man kann es gut lesen, wobei es allerdings recht ruhig anfängt und erst ab der Mitte spannender wird. Auch den Grundton verstehe ich bei dieser Geschichte gut und denke, dass nicht jede Erfindung gut für den Menschen ist. Vom Hocker gerissen hat mich das Ganze dann aber auch nicht.

Dienstag, 1. Juni 2021

Leider habe ich im Mai überhaupt nicht viel gelesen. Zum einen, weil ich einfach keine Zeit hatte, andererseits, weil ich teilweise auch keine Lust hatte, aber ein paar Bücher sind es dann doch noch geworden, die ich gerade zum Ende hin noch gelesen und gehört habe.

gelesene Bücher: 5
Seiten: ~ 2.100
durchschnittliche Seiten pro Tag: 57
Neuzugänge: 5 Bücher, 1 E-Book
aktuelle Bücher:
Caragh M. O'Brien - Die Stadt der verschwundenen Kinder
Jay Crownover - In seinen Augen

Mit einem Klick auf das Cover kommt ihr zu meiner Rezension!


Das wars dann auch schon wieder. Ich bin wirklich zufrieden mit meinen gelesenen Büchern, auch wenn "Wenn du mich heute wieder fragen würdest" dann doch eine kleine Enttäuschung war. Dafür waren die anderen Bücher aber echt toll. 

Dann sage ich mal Tschüss, bis zum nächsten Post!