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Freitag, 19. Dezember 2025

„In seiner Jugend litt Leon Nader an Schlafstörungen. Als Schlafwandler wurde er während seiner nächtlichen Ausflüge sogar gewalttätig und deswegen psychiatrisch behandelt. Eigentlich glaubte er geheilt zu sein – doch eines Tages, Jahre später, verschwindet Leons Frau unter unerklärlichen Umständen aus der gemeinsamen Wohnung. Ist seine Krankheit etwa wieder ausgebrochen? Um zu erfahren, wie er sich im Schlaf verhält, befestigt Leon eine bewegungsaktive Kamera an seiner Stirn – und als er am nächsten Morgen das Video ansieht, macht er eine Entdeckung, die die Grenzen seiner Vorstellungskraft sprengt: Sein nächtliches Ich steigt durch eine ihm völlig unbekannte Tür hinab in die Dunkelheit …“

- Beschreibung des Verlags -

Dieses war nun mein inzwischen viertes Buch von Sebastian Fitzek und ich muss sagen, ich spiele mit dem Gedanken, noch viel mehr Bücher von ihm zu lesen, denn bisher hat mich noch keiner seiner Psychothriller enttäuscht. Auch dieser hier war wieder großartig, mit einem im Großen und Ganzen unerwarteten Ende.

Die Geschichte selbst fand ich dabei vielleicht nicht immer super realistisch, aber echt kreativ, mit einigen Überraschungen sowohl für den Protagonisten als auch für den Leser. Zwar hatte ich hier und da ein paar Vermutungen, was wohl die Auflösung des ganzen Rätsels rund um Leon und all die mysteriösen Dinge, die ihm geschehen, sein könnte, am Ende lag dann aber doch noch viel mehr dahinter und das war teilweise wirklich krass. Vor allem die vielen Irrungen und Wirrungen fand ich echt gelungen und haben mich oft auf eine falsche Spur gelenkt. Ansonsten war die Geschichte super spannend und mitreißend, sodass ich das Buch kaum zur Seite legen konnte, die Atmosphäre war ziemlich düster und extrem mysteriös. Auch das Setting des recht noblen, wenn auch alten Mehrfamilienhauses fand ich großartig, wobei die Geschichte sich wie eine Art Kammerspiel auf relativ kleinem Raum anfühlte und damit auch eine gewisse bedrückende Stimmung mit sich brachte. 

Richtig toll, sehr realistisch und greifbar fand ich auch die Charaktere geschrieben, nicht zu überkandidelt und dennoch mit dem gewissen Etwas. Im Mittelpunkt steht dabei natürlich Leon, der sich nach gewissen, verstörenden Ereignissen nicht mehr selbst trauen kann, aber dennoch den Mut aufbringt, dem ganzen auf die Spur zu gehen. Er ist aber trotzdem ein ganz normaler Mann, kein Held, unsicher, aber auf seine Art liebenswert. Auch recht interessant fand ich seine etwas schrullige Nachbarin Ivana Helsing und seine Frau Natalie hatte, obwohl sie keine allzu große Rolle spielte, einige Überraschungen zu bieten. Alle anderen Charaktere waren zwar wichtig für die Geschichte, traten aber nicht allzu sehr in den Mittelpunkt.

Alles in allem hat es der Autor mit diesem Psychothriller geschafft, mich wieder einmal grandios zu unterhalten und das so gut wie ohne Blut und nennenswerte Tote. Das muss man in diesem Genre erst einmal schaffen. Von daher kann ich dieses Buch, auch, wenn es schon etwas älter ist, durchaus weiterempfehlen. 

Dienstag, 21. Oktober 2025

Band 1: Wenn sie wüsste
Band 2: Sie kann dich hören
Band 3: Sie wird dich finden

„Wenn du glaubst, diese Geschichte zu durchschauen, fängt sie erst an
Millie kann ihr Glück kaum fassen, als die elegante Nina ihr die Stelle als Haushaltshilfe inklusive Kost und Logis bei ihrer Familie auf Long Island anbietet. Schließlich hat sie eine Vergangenheit, von der niemand etwas wissen soll. Doch kaum ist Millie eingezogen, zeigt Nina ihr wahres Gesicht: Sie verwüstet das Haus und unterstellt ihr Dinge, die sie nicht getan hat. Ihre verwöhnte Tochter behandelt Millie ohne jeden Respekt. Nur Ninas attraktiver Mann Andrew ist nett zu ihr. Wäre da nur nicht Ninas wachsende Eifersucht. Hat sie Millie nur eingestellt, um ihr das Leben zur Hölle zu machen? Oder hat auch sie ein dunkles Geheimnis, von dem niemand etwas erfahren darf?“

- Beschreibung des Verlags -

Ich glaube, ohne den Hype hätte ich diesen Thriller nie gelesen. Umso glücklicher bin ich, dass ich es dann doch getan habe, wenn auch etwas später als die anderen. Dieser Thriller ist nämlich super spannend, unvorhersehbar und echt perfide. 

Bis ungefähr zur Hälfte begleitet man hier Millie, die schon ziemlich früh mit einem sehr skurrilen, unberechenbaren Verhalten ihrer Chefin Nina konfrontiert wird, welche dadurch in ein ziemlich schlechtes Licht rückt. Allerdings wird man in der zweiten Hälfte schon bald eines Besseren belehrt und die ganze Geschichte nimmt plötzlich eine Wendung, mit welcher ich nicht gerechnet habe, auch, wenn ich hier und da eine Vermutung hatte. Dennoch war das, was tatsächlich hinter Ninas Verhalten steht, super intelligent ausgedacht und umgesetzt. Das Buch war von Anfang bis Ende super spannend und hat mich absolut mitgerissen. Zudem war der Schreibstil einfach großartig, sehr flüssig, packend und vor allem auch bildlich. 

Die Charakter sind hier ebenfalls richtig toll geschrieben, sehr vielschichtig und auf jeden Fall undurchschaubar, was die Geschichte noch spannender gemacht hat als ohnehin schon. Ich konnte jedenfalls weder Millie noch Nina oder gar Andrew richtig greifen, was hier aber von Vorteil für die ganze Handlung war und einfach perfekt. Erst am Ende bekommt man dann ein tatsächliches Bild von einem jeden und ich muss sagen, dass hier wirklich niemand so ist, wie es anfangs scheint.

Alles in allem bekommt man mit diesem Thriller einen, der ohne viel Blut oder Brutalität daher kommt, aber mit umso mehr Psychoterror und am Ende ist wirklich nichts, wie es am Anfang scheint. Für mich war er jedenfalls rundum gelungen und ein richtiges Highlight in diesem Genre. 

Donnerstag, 25. September 2025

„Sophie arbeitet als Kindermädchen bei einer reichen Familie in Paris. Eines Morgens findet sie den 6-jährigen Léo tot in seinem Bett. Erdrosselt mit einem ihrer Schnürsenkel. Jetzt ist sie auf der Flucht. Denn sie ist die Hauptverdächtige. Sie war alleine mit dem Kleinen. Und sie erinnert sich an nichts. Seit Jahren hat sie Blackouts und das Gefühl, verrückt zu werden. Sophie ahnt nicht, dass sie Opfer eines teuflischen Plans ist.“

- Beschreibung des Verlags -

Ich muss zugeben, dass ich nach den verschiedenen, teilweise nicht so guten Bewertungen für dieses Buch, eher skeptisch war, ob es mir gefallen würde. Aber letztendlich bin ich, bis auf Kleinigkeiten, doch recht positiv überrascht, denn die Geschichte war mal etwas anderes, als in anderen Thrillern und durchaus gut.

So ist dieser Thriller in vier verschiedene Abschnitte eingeteilt, die durchaus Sinn ergeben, und damit auch aus mindestens zwei Perspektiven erzählt. Bereits im zweiten Abschnitt wird dabei so einiges klar, denn ab da tritt neben Sophie noch eine zweite Hauptfigur auf, die einerseits super interessant ist, aber auch wirklich bösartig. Zudem erfährt man durch diese Figur auch, was es mit all den Dingen auf sich hat, die Sophie geschehen. Dennoch bleibt die Geschichte von vorn bis hinten wirklich spannend, wird gegen Ende sogar noch spannender. Hier bekommt man nämlich ein richtig böses und perfides Psychospielchen vorgesetzt, welches auch noch echt gut konstruiert wurde. Allerdings muss ich auch sagen, dass die Geschichte manchmal etwas unrealistisch wirkte, aber das hat mich irgendwie so gar nicht gestört, weil ich dennoch mitgerissen wurde. Dafür fand ich den Schreibstil gerade am Anfang noch sehr schlicht und etwas stockend, was aber im Verlauf der Geschichte besser wurde.

Was ich allerdings auch super fand, waren die Charaktere, wobei gar nicht so viele davon eine wirklich große Rolle spielen, denn eigentlich dreht sich die Geschichte größtenteils um Sophie und vorgenannte Person, wobei Sophie die Protagonistin ist und die andere Person ein typischer Antagonist, ein Bösewicht und gewissermaßen ein Psychopath. Alle anderen Figuren, wie Sophies beste Freundin oder ihr Vater, sind eher Statisten, wobei die beiden aber gegen Ende der Geschichte dann doch noch einmal wichtig werden. Auf jeden Fall sind sie aber allesamt echt gut geschrieben und vor allem Sophie ist einerseits echt bemitleidenswert, bei allem, was ihr, ohne, dass sie es weiß, angetan wird, andererseits aber auch super stark und einfallsreich. 

Alles in allem fand ich diesen Psychothriller echt gut, super spannend und eben gerade auf der psychischen Ebene echt nicht immer leicht zu ertragen. Allerdings kann ich auch verstehen, wenn der ein oder andere Probleme mit dem Schreibstil hat, denn dieser ist sicherlich gewöhnungsbedürftig. Dennoch ein guter, mitreißender Thriller.

Donnerstag, 5. Juni 2025

„Angst hat ein Zuhause
Eine Dezembernacht im Londoner Stadtteil Forest Hill. Sarah Bridgewater erwacht, als sie ihren Mann überraschend früh von einer Geschäftsreise nach Hause kommen hört. Doch der Mann, den sie in der Küche antrifft, ist nicht Stephen. Er trägt jedoch den Anzug ihres Mannes, hat dessen Koffer bei sich und ist mit Stephens Auto nach Hause gekommen. Der Fremde behauptet, Stephen zu sein, und weiß Dinge, die nur Sarahs Mann wissen kann.

Für Sarah und ihren sechsjährigen Sohn Harvey beginnt der schlimmste Alptraum ihres Lebens. Denn der Unbekannte verschwindet ebenso plötzlich wieder, wie er bei ihr aufgetaucht ist, und niemand will ihr glauben. Nur ihr Jugendfreund, der Psychiater Mark Behrendt, kann ihr jetzt noch helfen. Ein psychologisches Duell mit dem Unbekannten beginnt. Und von Stephen Bridgewater fehlt weiterhin jede Spur …“

- Beschreibung des Verlags -

Ab und zu lese ich schon mal gern einen Thriller und oft können sie mich auch ganz gut unterhalten. So ging es mir auch mit diesem hier, denn er war nicht nur sehr flüssig und packend geschrieben, sondern auch absolut nicht vorhersehbar. 

Zwar hatte ich immer mal wieder Theorien, was es mit dem „neuen“ Stephen auf sich hat, aber am Ende war dann doch alles anders. Immer wieder gab es spannende Wendungen und es traten neue Charaktere auf, die alles noch einmal auf den Kopf gestellt haben. Vor allem aber hat mir gefallen, dass auch die Perspektiven immer wieder gewechselt haben und dadurch noch extra Spannung aufgebaut wurde, denn die recht kurzen und prägnanten Kapitel haben oftmals mit einem kleineren oder größeren Cliffhanger geendet. So musste ich einfach weiterlesen, um zu erfahren, was als nächstes passiert. Mit der Auflösung des ganzen Falls hätte ich auch absolut nicht gerechnet, fand sie aber echt passend und logisch.

Mit den Charakteren war ich ebenso extrem zufrieden. Ich konnte Sarah wirklich gut verstehen und mochte, wie sehr sie sich entwickelt. Und auch Mark mochte ich sehr gern, wobei in diesem Buch wohl jeder seine Probleme hat und dadurch sehr menschlich wirkt. Vor allem aber hat mich der „neue“ Stephen beeindruckt, weil er so vielschichtig ist. Einerseits habe ich ihn und seine Art verabscheut, andererseits machen seine Gründe dann doch irgendwie sein Handeln zumindest zum Teil nachvollziehbar. 

Alles in allem fand ich diesen Thriller echt super. Wahnsinnig spannend und mitreißend. Und auch, wenn ich noch keine anderen Bücher von Wulf Dorn gelesen habe, so schieße ich nicht aus, dass ich das noch nachholen werde. 

Mittwoch, 7. Februar 2024

„Merricat lebt am Rande eines Dorfes im Schloss der Familie Blackwood, nur in Gesellschaft ihrer Schwester Constance und dem wunderlichen Onkel Julian, der an den Rollstuhl gefesselt ist. Alle anderen Familienmitglieder wurden vergiftet.
Merricat liebt die Ruhe im Schloss. Aber seit Constance vor Gericht freigesprochen wurde, den Rest der Familie ermordet zu haben, lässt die Welt den Blackwoods keinen Frieden mehr.
Und als Cousin Charles auftaucht, voller falschem Getue und dem verzweifelten Bedürfnis, an den Inhalt des Familiensafes zu kommen, muss Merricat alles in ihrer Macht Stehende tun, um das Schloss und seine Bewohner vor Schaden zu schützen …“

- Beschreibung des Verlags -

Wahrscheinlich hätte ich dieses Buch niemals zur Hand genommen, wäre es nicht in einem meiner bereits früher gelesenen Bücher immer wieder erwähnt worden. Trotzdem hat es mich gerade deswegen dann doch in den Fingern gejuckt und ich habe es kurzerhand als E-Book gelesen. Was ich von der Geschichte halten soll, weiß ich, ehrlich gesagt, nicht so richtig.

Auf jeden Fall ist dieses Buch ganz sicher nichts für jeden, denn von Anfang an fühlen sich sowohl der Schreibstil als auch die Charaktere und die Geschichte selbst, sehr merkwürdig an. Wenn man jedoch bedenkt, dass es bereits 1962 erschienen ist, erscheint zumindest der Schreibstil wieder passend, denn dieser ist eher altertümlich, aber dennoch gut. Trotzdem gibt es in diesem Buch noch immer einige Eigenheiten, die man gut finden kann oder aber auch nicht.

So sind da zum Beispiel die sehr außergewöhnlichen Hauptcharaktere, wobei Constance noch die Normalste unter den drei Bewohnern des Blackwood Anwesens ist. Aber auch sie wirkt von Seite zu Seite immer komischer, nicht leicht zu fassen und doch ist sie noch immer ganz anders als ihre jüngere Schwester Merricat, welche auch die Ich-Erzählerin der Geschichte ist und deren beider Onkel Julian.

Schnell fällt dabei auf, dass sowohl Onkel Julian als auch Merricat sich nicht ganz normal verhalten. Während Julian recht senil wirkt, sich immer wiederholt, Dinge und Namen vergisst, benimmt sich Merricat, obwohl sie eine Jugendliche oder bereits junge Frau zu sein scheint, so richtig wird das nie erwähnt, oftmals sehr kindisch, ist sehr verträumt und lebt in ihrer eigenen Welt. Gleichzeitig scheint Constance sehr bemüht, es allen recht zu machen. Dazu kommen noch die Bewohner der Stadt, welche ab einem gewissen Punkt im Buch sehr übertrieben und unmenschlich handeln. Insgesamt kann man, bis auf eine Figur, alle anderen nicht so richtig greifen und durchschauen.

In der sehr ruhig erzählten Geschichte geht es dabei immer und immer wieder um den Tag, an dem die restlichen Blackwoods vergiftet wurden, was gerade Onkel Julian sehr zu beschäftigen scheint und was mir die ganze Zeit sehr merkwürdig vorkam. Ebenfalls fand ich, dass sehr oft giftige Pflanzen zum Thema gemacht wurden. Ansonsten hatte die Geschichte nur eher wenige Höhepunkte, wie zum Beispiel die Ankunft von Cousin Charles, welcher ebenfalls super gut zum Rest der Familie passte. Dass mit ihm irgendetwas nicht stimmt, wird ziemlich schnell klar und so nimmt das Unglück schleichend und fast unbemerkt seinen Lauf, bis es zur Katastrophe kommt. Nur hat diese im Endeffekt eine ganz andere Auswirkung auf die Charaktere, als ich es mir vorgestellt hätte und so schienen die Konsequenzen wie der Anfang für eine düstere Legende.

Alles in allem lässt sich dieses Buch nicht wirklich beschreiben, man muss es lesen. Es ist sicher nicht einfach nur zur schlichten Unterhaltung geeignet, sondern eher ein Buch für solche Leser, die sich gern ihre eigenen Gedanken zur Geschichte machen und diese interpretieren möchten. Dennoch hätte sie für mich etwas zackiger und atmosphärischer sein können.

Montag, 15. Mai 2023


„Auch du hast eine Mutter. Kannst du ihr trauen?
Rose Gold ist schwer krank. Sie wird für immer im Rollstuhl sitzen und auf die Hilfe ihrer Mutter Patty angewiesen sein. Das hat sie zumindest achtzehn Jahre lang gedacht. Bis sie herausfindet, dass ihre Mutter sie die ganze Zeit belogen hat …
Nach fünf Jahren im Gefängnis muss Patty erst einmal Fuß fassen. Sie ist daher froh, dass Rose Gold ihr trotz allem angeboten hat, sie vorübergehend bei sich zu Hause aufzunehmen. Patty will nur eines: sich endlich mit ihrer Tochter versöhnen. Das behauptet sie zumindest.
Aber Rose Gold kennt ihre Mutter: Patty wird nicht ruhen, bis sie die Zügel wieder in der Hand hält.
Nur ist Rose Gold nicht länger Pattys kleine, schwache Tochter.
Sie will ihre Mutter loswerden.
Für immer.“
- Beschreibung des Verlags - 

Ich muss gestehen, dass ich beim ersten Blick auf das Cover zu diesem Roman gedacht habe, es wäre ein typischer New-Adult-Roman. Wenn man aber genau hinschaut, dann sieht man, dass etwas anderes hinter diesem Buch stecken muss. Und das tut es auch, denn hier bekommt man einen Psychothriller, mit einem interessanten Thema, welcher echt spannend hätte sein können, aber stattdessen plätscherte die Geschichte eher vor sich hin.

Geschrieben ist die Geschichte in einem flüssigen, echt guten Schreibstil, in zwei Zeitebenen, einmal von Rose Gold aus der Zeit von vor fünf Jahren und einmal in der Gegenwart, aus Sicht ihrer Mutter Patty. Während Rose Gold erzählt, wie sie sich nach der Befreiung von ihrer Mutter und deren Verhaftung ins normale Leben kämpft, erzählt Patty, wie sie nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis, wieder bei ihrer Tochter einzieht, was eigentlich für eine Menge Zündstoff hätte sorgen können. Doch leider blieb die Spannung hier größtenteils auf der Strecke, weil sich Patty immer wieder in ihren eigenen, absurden und wirren Gedanken verliert. Aber auch in Rose Golds Kapiteln hat mir irgendwas gefehlt. Es passiert zwar einiges, aber man blickt einfach nicht hinter ihre Fassade, es kamen bei mir keinerlei Gefühle für sie auf, weder Mitgefühl noch Sympathie und dazu handelt sie nicht viel besser als ihre durchgeknallte Mutter, tut Dinge, die ich echt krank fand. Dafür fand ich Patty umso besser geschrieben. Sie war genau das, was ich mir vorgestellt hatte, manipulativ und tief toxisch. Ich habe sie verabscheut und gleichzeitig geliebt, wie die Autorin sie geschrieben hat. Außerdem hat Sabine Arnhold Patty super gut und authentisch vertont. 

Gefragt habe ich mich deshalb auch öfter einmal, warum Rose Gold sie wieder in ihr Leben lässt und warum sie sie sogar im Laufe der Geschichte noch näher an sich und vor allen ihren Sohn heranlässt. Auch, wenn man eine gewisse Kälte zwischen den beiden spürt, ist das Verhältnis der beiden verwirrend und nicht ganz nachvollziehbar. Bis es dann zum interessanten, aber relativ leisen Showdown kommt, welcher mich doch überraschen konnte. Die Auflösung des Ganzen war zwar nicht perfekt, teilweise etwas sehr unlogisch und hätte ruhig ausgefeilter sein können, hat mich dennoch zufrieden zurückgelassen. Zudem werden die meisten Fragen, die sich mir im Laufe der Geschichte stellten, endlich aufgeklärt.

Insgesamt kann ich sagen, dass ich mir von diesem Roman mehr versprochen hatte. Nachdem ich gewusst hatte, welchem Genre dieser angehört und auf Grund des Klappentextes hatte ich mit viel Spannung und interessanten Wendungen gerechnet. Leider war dem nur bedingt so. Auch die Charaktere blieben, bis auf Patty, für mich zu blass und es gab zu viele Längen. Dennoch war ich neugierig, wie das Duell zwischen Mutter und Tochter wohl ausgehen würde und das geschah zufriedenstellend.

Mittwoch, 20. Mai 2020


„Eine fensterlose Hütte im Wald. Lenas Leben und das ihrer zwei Kinder folgt strengen Regeln: Mahlzeiten, Toilettengänge, Lernzeiten werden minutiös eingehalten. Der Vater versorgt seine Familie mit Nahrung, er beschützt sie vor den Gefahren der Welt da draußen, er kümmert sich darum, dass seine Kinder eine Mutter haben – koste es, was es wolle. Doch eines Tages gelingt dieser die Flucht. Und nun geht der Albtraum richtig los. Denn vieles scheint darauf hinzudeuten, dass sich der Vater mit aller Macht zurückholen will, was ihm gehört. Wahn oder Wirklichkeit?“

-Beschreibung des Verlags-

Da dieser Thriller von allen Seiten gelobt wurde und mich auch die Beschreibung der Geschichte wahnsinnig neugierig gemacht hatte, musste ich ihn nun auch endlich einmal lesen und kann sagen, dass ich ihn wirklich gelungen finde. Erzählt wird er aus der Ich-Perspektive, jedoch nicht nur aus einer Sicht, sondern aus der mehrerer Personen, was meiner Meinung nach eine gute Wahl war, da man so direkt an den wichtigsten Charakteren dran war, ihre Gedanken und Gefühle nachvollziehen konnte.

Mit ihrem leichten und flüssigen Schreibstil hat es die Autorin sofort geschafft, mich in die Handlung hineinzuziehen. Und ich wollte auch immer wissen, wie es weiter geht, denn die Geschichte war größtenteils richtig spannend. Das lag vor allem daran, dass es Romy Hausmann geschafft hat, immer neue, interessante und unvorhersehbare Wendungen einzubauen, so dass es einfach unmöglich war, den Ausgang der Handlung vorauszuahnen. Dennoch konnte ich hier und da ahnen, in welche Richtung es gehen könnte, wurde aber auch hier und da wieder überrascht. Schön fand ich ebenfalls, dass dieser Thriller größtenteils ohne Blut und brutale Szenen auskommt, sondern der psychische Aspekt im Vordergrund steht. Dennoch finde ich, dass dieser Thriller, die Spannung nicht zu einhundert Prozent halten kann. Gerade im Mittelteil gibt es hier und da mal eine kleine Länge.  

Was ich allerdings wieder sehr mochte, waren die einzelnen, sehr interessanten und vielschichtigen Charaktere, die teilweise einfach nicht zu durchschauen waren. Allen voran ist da Hannah, die wohl die wichtigste, aber auch seltsamste Person in diesem Thriller ist. Hinter ihre Fassade konnte ich nie so richtig blicken. Und außerdem legt sie eine Art an den Tag, bei welcher man nicht weiß, ob man sie mögen soll oder nicht. Hier hat die Autorin auch ein sehr interessantes und intelligentes Stilmittel eingesetzt, indem sie Hannah hat alles mögliche erklären lassen, sie ständig wiederholte, was sie bisher gelernt hat. So wird auch schon schnell klar, warum das Mädchen so ist, wie es ist. Allerdings hat mich genau dieses Stilmittel auch ab und zu ein bisschen gestört, weil mir diese Widerholungen mit der Zeit einfach zu viel wurden. Und auch Lenas Vater, ein sehr aggressiver Mann, ging mir von Seite zu Seite mehr auf die Nerven. Natürlich konnte ich ihn absolut verstehen, seine Wut auf die Polizei und die Medien, seine Liebe zu seiner Tochter und auch, dass er in seinem Eifer manchmal über die Strenge schlug, aber insgesamt macht seine Art ihn eben auch ein Stück weit unsympathisch. Das hat der Qualität der Geschichte allerdings keinen Abbruch getan.

Insgesamt ist dieser Thriller eine absolute Leseempfehlung, gerade wenn man zwar Spannung haben möchte und intelligent geschriebene Charaktere, aber nicht viel Blut und Gewalt. Denn dieser Thriller ist ein wirklich gelungener Einblick in die dunklen Abgründe hinter verschlossenen Türen, der mich persönlich gut unterhalten hat.

Freitag, 31. Mai 2019


Zwanzig Jahre ist es her, seit Clares Vater ihre kleine Schwester Alice mit nach Amerika genommen hat und nie wieder zurück gekehrt ist. Doch dann erreicht Clare und ihre Mutter ein Brief von ihr, mit der Bitte um ein Wiedersehen. Als Alice allerdings in England eintrifft, merkt Clare schon bald, dass mit ihr irgendetwas nicht stimmt, denn die junge Frau verhält sich sehr merkwürdig und auch um sie herum geschehen plötzlich mysteriöse Dinge. Auf ihre Bedenken reagiert ihre Familie jedoch alles andere als erfreut und bald schon steht die Frage im Raum, wer hier eigentlich ein falsches Spiel spielt.

Ein ganz großes Dankeschön an das Bloggerportal und den Penguin Verlag, dass mir dieser Thriller zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt wurde. Ich habe mich einmal mehr sehr darüber gefreut. Nur leider konnte mich dieses Buch nur sehr eingeschränkt begeistern, denn es hatte nichts mit der Geschichte zu tun, die ich erwartet hätte und war eher zäh.

Der Schreibstil von Sue Fortin ist eigentlich ganz gut, lässt sich leicht und flüssig lesen. Des weiteren konnte ich mir alles richtig gut bildlich vorstellen. Dennoch hatte ich so meine Probleme, durch die Geschichte hindurch zu kommen und wurde nicht so richtig gepackt.

Die Geschichte hat sich nämlich gerade in der ersten Hälfte noch sehr gezogen und hatte bis ungefähr Seite zweihundert rein gar nichts von einem spannenden Psychothriller, wie auf dem Cover des Buches geschrieben steht. Vielmehr schleppt sie sich nur so dahin, stellt erst einmal die ganze Familie rund um Clare vor, genauso wie ihre Arbeit als Rechtsanwältin, was meiner Meinung nach hätte extrem abgekürzt werden können. Außerdem bekommt Alice erst relativ spät ihren Auftritt und was anfangs noch im Zusammenhang mit ihr geschieht, ist alles andere als wahnsinnig aufregend. Allerdings wurde es später dann irgendwann umso spannender und ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Und obwohl einige Dinge vorhersehbar waren, wollte ich immer wissen, wie die Geschichte nun ausgeht. Das Ende war dann zwar nicht unbedingt überraschend, dennoch bin ich damit gut zurecht gekommen.

Mit den Charakteren bin ich allerdings nur mittelmäßig klar gekommen, denn keiner von ihnen war in irgendeiner Form besonders sympathisch oder charismatisch. Dafür hätte ich mich die ganze Zeit über die überbordende Ignoranz von Clares Familie aufregen können, was wahrscheinlich auch so von der Autorin gewollt, aber dennoch nicht immer nachvollziehbar war. Nicht einmal die Protagonistin konnte mich wahnsinnig für sich einnehmen, so hat sie außer Mitleid nicht viel in mir angerührt. Wenn ich überhaupt irgendetwas an den Charakteren richtig gut fand, dann die Intriganz von Alice, die mich auf eine fiese Weise wirklich begeistert hat. 

Lässt sich am Ende nur sagen, dass dieses Buch für einen Psychothriller einfach insgesamt nicht spannend genug war, um mich überzeugen zu können. Ich denke jedoch, dass es sicher auch hierfür eine Zielgruppe gibt, denn gerade für solche Leser, die eher ruhigere Thriller mögen, könnte dieser hier einer sein. 

Mittwoch, 13. März 2019


Alice ist eine junge, hübsche und erfolgreiche Rechtsanwältin und auch ihr Partner Jake hat einen guten Job als Therapeut und ist nicht weniger gutaussehend. Als die beiden heiraten ändert sich jedoch alles, als sie eingeladen werden, dem Pakt beizutreten, einer Gesellschaft, die sich die Erhaltung der Ehe zum Ziel gesetzt hat. Anfangs klingt alles noch sehr gut und erfolgversprechend, doch dann werden die Regeln immer schwieriger einzuhalten und die Konsequenzen bei Vergehen sind schlimm und menschenunwürdig. Und noch viel schlimmer: Es gibt kein Entkommen.

Ein ganz großes Dankeschön an das Bloggerportal und den Diana Verlag, dass sie mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt haben. Leider muss ich allerdings sagen, dass mir die Geschichte nur eher mittelmäßig gefallen hat.

Die gesamte Geschichte wird hier aus der Sicht von Jake erzählt, wobei er aber immer wieder in die Vergangenheit springt, erzählt, wie sich alles bis zur Hochzeit mit Alice entwickelt hat. Außerdem gibt es ab und zu einen Einblick in seine Arbeit als Paartherapeut. Das alles hat meiner Meinung nach die ganze Handlung ziemlich in die Länge gezogen und war nur teilweise wirklich interessant. Ansonsten war der Schreibstil aber sehr gut und einfach zu lesen. Und die Kürze der Kapitel hat mich immer wieder dazu angeregt, weiter zu lesen.

Die Handlung an sich zieht sich, wie gesagt, ziemlich in die Länge, wobei die Grundgeschichte rund um den Pakt recht spannend ist und man immer wissen will, wie es weiter geht. Allerdings fand ich diesen Pakt etwas kurios und habe bis zum Ende der Geschichte nicht verstanden, um was es nun eigentlich wirklich geht. Dazu fand ich die Szenen mit den Bestrafungen richtig schlimm und musste mich zusammenreißen, um sie nicht zu überblättern. Auch die Liebesgeschichte zwischen Alice und Jake fand ich nicht ganz glaubwürdig und ziemlich unterkühlt. Irgendwie kamen da keine richtigen Gefühle auf. Vielmehr hatte ich das Gefühl, dass nur Jake etwas an seiner Ehe liegt. Und dann kam dieses Ende, welches mir absolut nicht gefallen hat, weil es für mich die Geschichte nicht rund gemacht hat. Vielmehr ist es recht offen und man erfährt nicht, wie es mit Alice und Jake, sowie dem Pakt, weiter geht.

Womit wir bei den Charakteren wären. Diese fand ich an sich gut geschrieben. Gerade von Jake, wahrscheinlich, weil die Geschichte aus seiner Sicht erzählt wird und man einen Einblick in seine Gedanken und Gefühle bekommt, erfährt man sehr viel und lernt ihn richtig gut kennen. Ebenfalls wurde Alice durch Jake gut beschrieben. Trotzdem konnte ich sie nicht so richtig fassen. Für mich war sie ein sehr seltsamer, distanzierter Charakter. Und bei Jake fand ich, dass er sich manchmal ziemlich widersprüchlich verhält. 

Im Großen und Ganzen kann ich aber sagen, dass es sich dennoch gelohnt hat, diesen Thriller zu lesen, da er mal etwas anderes ist und auch seine guten Momente hat. Vor allem schafft er es irgendwie, den Leser zu packen und lässt sich gut weg lesen.