Band 1: Ophelia Scale - Die Welt wird brennen
Band 2: Ophelia Scale - Der Himmel wird beben
Band 3: Ophelia Scale - Die Sterne werden fallen
„Hoffnung ist stärker als Hass, Liebe ist stärker als Furcht
Die 18-jährige Ophelia Scale lebt im England einer nicht zu fernen Zukunft, in
dem Technologie per Gesetz vom Regenten verboten ist. Die technikbegeisterte
und mutige Kämpferin Ophelia hat sich dem Widerstand angeschlossen und wird
auserkoren, sich beim royalen Geheimdienst zu bewerben. Gelingt es ihr, sich
in dem harten Wettkampf durchzusetzen, wird sie als eine der Leibwachen in der
Position sein, ein Attentat auf den Herrscher zu verüben. Doch im Schloss
angekommen, verliebt sie sich unsterblich in den geheimnisvollen Lucien – den
Bruder des Regenten. Und nun muss Ophelia sich entscheiden zwischen Loyalität
und Verrat, Liebe und Hass...“
- Beschreibung des Verlags -
Ich muss zugeben, dass ich an dieses Buch mit relativ neutralen Erwartungen
heran gegangen bin, da ich mir nicht wirklich vorstellen konnte, in welche
Richtung die Geschichte wohl gehen könnte. Und obwohl ich noch immer nicht so
ganz weiß, worauf die ganze Trilogie abzielt, hat mir dieser erste Band schon
einmal echt gut gefallen.
Das ist als erstes bedingt durch den wirklich super einfachen, sowohl gut als
auch schnell lesbaren und bildlichen Schreibstil der Autorin, welcher mich
gleich von der ersten Seite an in Ophelias Welt hineinziehen konnte. Und
obwohl es einige technische Begriffe gibt, so war das alles gar kein Problem,
da diese wirklich gut und trotzdem nicht zu ausführlich erklärt
wurden.
Und auch die Handlung konnte mich hier tatsächlich größtenteils begeistern.
Sie begann bereits sehr spannend und hat mich von Anfang an packen und
mitreißen können, was ich wirklich nicht gedacht hätte und dennoch hatte sie
in der Mitte aber leider auch ein paar kleinere Hänger. Ebenfalls hat mir das
ganze dystopische Setting, durchzogen mit Science-Fiction-Elementen, echt gut
gefallen und vor allem hat es mich in dem Sinne verwirrt, dass ich nicht
wusste, welche Seite ich als Leser nun eigentlich vertrete. Einerseits gibt es
da die Menschen, die an ihrer Technik hängen und dafür kämpfen, dass sie
wieder ungestraft freien Zugang dazu haben, andererseits diejenigen, die nach
unseren jetzigen Maßstäben ein relativ gutes Leben ohne Technik führen. Beide
Seiten waren für mich nachvollziehbar geschrieben und ich konnte beide Seiten
auf ihre Art verstehen, obwohl ich es schon erschreckend fand, wie abhängig
gerade die jungen Menschen hier von Technik sind, dass sie ohne gar nichts
mehr mit ihrem Leben anzufangen wissen. Steuern wir nicht auch auf eine solche
Zukunft zu und sollte uns das nicht auch erschrecken? In diesem Sinne konnte
ich den König auch nicht hassen, so wie es Ophelia und ihre Freunde tun.
Dennoch wird Technik noch zur Überwachung eingesetzt, was mir wiederum
ebenfalls zu denken gab. Man merkt also, dass ich diesbezüglich noch hin- und
hergerissen bin. Auch eine kleine Liebesgeschichte gibt es in diesem Buch, was
mich aber gar nicht gestört hat, da diese im Gesamtpaket sehr homogen mit der
gesamten Handlung verschmolz und diese auch voran brachte. Das Ende dieses
ersten Bandes hatte es allerdings so richtig in sich. Es gab nämlich richtig
klasse geschriebene Wendungen und wurde noch einmal richtig rasant, bevor
alles mit einem riesigen, gut gemachten Cliffhanger endete.
Was die Charaktere angeht, so haben wir hier auf jeden Fall eine sehr starke
und selbstbewusste junge Protagonistin, die für die Dinge einsteht, die ihr
wichtig sind, die aber eben auch nicht unfehlbar ist. So macht selbst sie ganz
entscheidende Fehler, welche sie greifbar und menschlich machen. Ebenfalls
mochte ich ihre besonderen Fähigkeiten. Welche das sind, müsst ihr allerdings
selbst herausfinden. Auch Lucien fand ich sehr gut geschrieben, charmant und
undurchschaubar, dass selbst ich ihn bis zuletzt einfach nicht einschätzen
konnte. Als großer Gegenspieler fungiert hier der König, welcher anfangs als
großer Despot dargestellt wird, auf mich aber mit der Zeit immer weniger wie
ein grausamer Mensch wirkte, der seine Untertanen einfach so unterdrückt. Was
tatsächlich hinter diesem Charakter steckt, ist für mich bisher das größte
Rätsel der Reihe.
Insgesamt kann ich sagen, dass ich froh bin, diese tolle Trilogie angefangen
zu haben, denn dieser erste Band war, bis auf Kleinigkeiten, bereits großartig
und ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass er ein Debüt ist. Hier hat soweit
alles gepasst, egal, ob der locker leichte Schreibstil, die spannende aber
wenig brutale Geschichte oder die toll geschriebenen Charaktere. Ich kann das
Buch jedenfalls nur weiterempfehlen, vor allem weil es einmal etwas anderes
ist.