Mittwoch, 5. März 2025

Band 1: An Optimist's Guide to Heartbreak
Band 2: A Pessimist's Guiede to Love

„Nachdem er Lucy beinahe für immer verloren hätte, reißen die Wunden vergangener Erinnerungen in Cal endgültig auf. Gefangen in einem Strudel aus Selbsthass und dem Glauben, schuld an der Verfassung seiner ehemals besten Freundin zu sein, flüchtet Cal sich in die betäubende Stille des Alkohols. Einzig dieser kann ihm helfen, die Vorwürfe und Ängste für eine Weile zum Verstummen zu bringen. Währenddessen versucht Lucy, wieder zurück ins Leben zu finden und sehnt sich nach ihrem besten Freund. Denn obwohl sie weiß, dass Cals Finsternis sie mit sich reißen könnte, ist sie bereit, mit all ihrer Helligkeit für sie beide zu kämpfen.“

- Beschreibung des Verlags -

Ehrlich gesagt, süß war auch dieser zweite Band der Dilogie schon irgendwie. Aber hätte es ihn gebraucht? Meiner Meinung nach nicht wirklich. Im Großen und Ganzen hätte man den ganzen Inhalt dieses Buches nämlich auf rund einhundert Seiten herunter kürzen und direkt an Band eins anhängen können.

Bis auf wenige echt gute und wichtige Szenen dreht sich die Geschichte hier leider meistens im Kreis und kam gefühlt nicht so richtig in Schwung. Erst gegen Ende wurde es dann wieder etwas emotionaler und das Finale fand ich tatsächlich richtig süß. Bis dahin musste ich mich aber teilweise echt durch die Handlung quälen. Dafür gibt es aber in diesem Band wirklich viele spicy Szenen und Sex in gefühlt jeder freien Minute. Dennoch wurden sich Lucy und Cal lange nicht einig, was sie nun eigentlich voneinander wollen und dass Lucy sich mit ihrer eigenen Krankheit nicht auskennt, fand ich ebenfalls ziemlich unrealistisch. Dennoch wurde ich schon irgendwie gut unterhalten. Und auch die Charaktere sind mir hier noch ein Stück weit näher ans Herz gewachsen, wenn sie auch ihre Schwächen hatten. Das hat sie aber zum Teil auch sehr menschlich gemacht.

Alles in allem hätte ich diesen Band nicht unbedingt als einzelnes Buch gebraucht, hätte man beide Bände etwas eingekürzt. Dennoch hatte ich auch hiermit meine schönen Momente und für zwischendurch ist das Buch recht leichte Kost. Vom Hocker hat es mich aber nicht gerissen.

Freitag, 28. Februar 2025

„London, 1984: Winston Smith, Geschichtsfälscher im Staatsdienst, verliebt sich in die schöne und geheimnisvolle Julia. Gemeinsam beginnen sie, die totalitäre Welt infrage zu stellen, als Teil derer sie bisher funktioniert haben. Doch bereits ihre Gedanken sind Verbrechen, und der Große Bruder richtet seinen stets wachsamen Blick auf jeden potenziellen Dissidenten.“

- Beschreibung des Verlags -

Zugegeben, ein bisschen hatte ich Angst vor diesem Buch, denn das Thema ist wirklich nicht gerade leicht und außerdem sind Klassiker dafür bekannt, oftmals einen etwas anderen, nicht so leichten Schreibstil zu haben. Dementsprechend war ich positiv überrascht, wie gut sich das Buch tatsächlich lesen ließ. Und auch das Hörbuch, welches ich gehört habe und das etwas anders übersetzt war, als das haptische Buch, fand ich durchaus super verständlich und gut vertont.

Dabei ist dieses Buch heutzutage wichtiger denn jemals zuvor, weil es aufzeigt, wie man die Massen so weit beeinflusst, dass sie alles für gegeben hinnehmen, nicht mehr hinterfragen und die Wahrheit zu verleugnen lernen. Das Individuum wird zum Knecht eines totalitären Staates, der alles in der Hand hat, selbst die eigenen Gedanken. Dies alles hat der Autor sehr treffend und gut zu verstehen auf den Punkt gebracht, was beim Lesen beziehungsweise Hören wirklich sehr beklemmend wirkte, vor allem in Hinsicht darauf, dass dem Protagonisten jederzeit, auf diffuse Art und Weise, der Tod droht, wenn er nur einen falschen Schritt macht und die Geschichte dabei so realitätsnah ist. Wie man sie für sich allerdings interpretieren will, steht dem Leser absolut frei, denn es gibt keine Richtungen, keine Belehrungen, die vorgeben, wie man darüber denken sollte, es gibt aber mehr als genug, um darüber nachzudenken.

Ich muss jedenfalls sagen, dass ich dieses Buch nur jedem empfehlen kann, denn es zeigt auf, wie leicht es ist, die Menschen für ein bestimmtes System, eine Ideologie einzunehmen. Es ist ein Klassiker, der aktueller kaum sein könnte, aufwecken sollte und zum Nachdenken anregen.

Montag, 24. Februar 2025

„Evelyn und Joseph wachsen an der malerischen Küste New Englands auf, an der ihre Familien schon seit Generationen leben. Sie sind unzertrennliche Freunde von Kindesbeinen an, und als sie älter werden, verlieben sie sich ineinander. Gemeinsam übernehmen sie die Pension von Josephs Eltern am Meer und ziehen dort ihre drei Kinder groß. Nach sechzig bewegten Ehejahren versammeln die beiden ihre Familie in dem wunderschönen alten Haus am Strand. Denn Evelyn hat eine erschütternde Diagnose erhalten, und Joseph weiß, dass er ohne sie nicht sein will. Stets haben sie festgehalten an ihrer unverbrüchlichen Liebe, auch wenn die Zeiten stürmisch waren und Widrigkeiten drohten, sie zu entzweien. Aber nun stehen sie vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens: Wie soll ihre Geschichte enden?“

- Beschreibung des Verlags -

Nachdem mich dieses Buch doch schon irgendwie gefordert hat, muss ich dennoch sagen, dass die Geschichte einfach nur, auf melancholische und teils traurige Weise, wunderschön ist. Außerdem kann sie mit wunderbaren, lebendigen Charakteren aufwarten.

Erzählt wird die Geschichte dabei größtenteils 2001/2002 aus den Perspektiven der verschiedenen Familienmitglieder der Familie Myers und gleichzeitig von der Vergangenheit 1940 bis 1992 aus der Sicht von Evelyn und Joseph im Wechsel. Damit bekommt man einen super Einblick in die Gefühle und Gedanken aller Beteiligten, nachdem die beiden Protagonisten gleich am Anfang eine Bombe platzen lassen, welche für alle schwer zu ertragen ist. Aber man erfährt ebenfalls, wie Evelyn und Joseph zusammengekommen sind, wie sie sich von Freunden zu Liebenden entwickelt haben, von einem jungen Paar zu Eltern und Großeltern. Man erfährt von den Hochs und Tiefs ihrer Ehe, von den alltäglichen Problemen, von Verlust, von Erwartungen und Träumen, die vielleicht nicht immer in Erfüllung gehen. Damit bekommt man hier eine Liebesgeschichte erzählt, die wahnsinnig realistisch ist und die zeigt, dass Liebe wächst und alles überwinden kann, aber dennoch niemals perfekt ist. Dazu kommt das wunderschöne Setting am Meer, eine heimelige Atmosphäre und der liebevolle Umgang in der Familie. 

Wie schon erwähnt, haben mir auch die Charaktere gut gefallen, eben weil sie genauso lebendig und realistisch gezeichnet sind. Sie wirken sehr nahbar, menschlich und greifbar, haben Schwächen und Stärken, aber vor allem eine tiefe Zuneigung zueinander. 

Alles in allem ist dieser Roman großartig, emotional und so realistisch, wie ein fiktionaler Roman nur sein kann. Dennoch konnte er mich nicht zu einhundert Prozent überzeugen, weil er sich hier und da dann doch leider etwas gezogen hat. Eine Empfehlung kann ich trotzdem mit gutem Gewissen aussprechen.